Ski-SuperstarLara Gut-Behrami packt über grosse Selbstzweifel und Geld aus
Der Druck war zu gross, die Leidenschaft weg. Trotzdem beendete Lara Gut-Behrami ihre Saison erfolgreich. Nun spricht sie über Zweifel und Geld.
Zuletzt gewann Lara Gut-Behrami in Sun Valley.
SRFDarum gehts
Lara Gut-Behrami sicherte sich ihre sechste Super-G-Kugel, ein historisches Ereignis im Skisport.
Nach anfänglichen Zweifeln fand sie in Killington zurück zu ihrer Form und Leidenschaft.
Ihre Definition von Erfolg hat sich gewandelt, weg von reinen Zahlen hin zu persönlichem Glück.
Die Saison für den Schweizer Ski-Superstar Lara Gut-Behrami (33) ist vorbei. Nach anfänglichen Schwierigkeiten brillierte die Tessinerin. Gut-Behrami gewann unter anderem ihre sechste Super-G-Kugel. Historisch! Diesen Meilenstein hatte zuvor noch nie jemand erreicht.
«Es war ein ganz anderer Start in die Saison als sonst. Beim Saisonstart in Sölden habe ich mich immer gut gefühlt, aber zum ersten Mal hatte ich sehr seltsame Gefühle, die ich nicht kannte», blickt sie nun im Interview mit RSI zurück. Was folgte, war eine Phase der Unsicherheit – nicht nur sportlich, sondern existenziell.
Lara Gut-Behrami: «Ich sah absolut keinen Sinn darin»
Gut-Behrami begann zu zweifeln, ob ihre Entscheidung, nicht zurückzutreten, richtig gewesen war. Der Entschluss, weiterzumachen, hatte sich im Sommer noch leicht und richtig angefühlt. Doch als es ernst wurde, schien die Leidenschaft verschwunden zu sein. «Das erste Gefühl war, dass es vielleicht ein Fehler war, weiterzumachen. Im Sommer dachte ich, ich hätte noch Lust, aber als es Zeit war, mit den Rennen zu beginnen, ging mir die Lust aus.»
Das Skifahren selbst war nie das Problem. Doch der Rennzirkus, der Druck, das ständige Funktionieren-Müssen – all das lastete plötzlich schwer auf ihr. Es war, als hinge ihr gesamtes Leben an ein paar Zehntelsekunden. Und für dieses Gefühl fand sie keinen Sinn mehr.

Lara Gut-Behrami zeigte eine Top-Saison.
Getty Images via AFP«Das Skifahren ist die eine Sache, aber der Rennsport bringt Spannung, Druck und die Gelassenheit des Lebens hängen jedes Wochenende von ein paar Zehntelsekunden ab», sagt Gut-Behrami. «Ich sah absolut keinen Sinn darin, es war eine schwierige Zeit, ich wusste nicht, ob ich weitermachen oder aufhören würde.»
Lara Gut-Behrami spricht über Erfolg
Die Antwort kam langsam. Und sie kam in Killington. Dort fand Gut-Behrami wieder Anschluss – nicht nur an die Strecke, sondern auch an sich selbst. Gesundheitlich stabilisiert, mental etwas freier, begriff sie: Der Wille ist noch da. Das Feuer, klein, aber nicht erloschen. Gleichzeitig änderte sich ihr Blick auf Erfolg. Was früher vor allem an Zahlen und Pokalen gemessen wurde, hat heute eine neue Dimension bekommen.

Immer schnell unterwegs: Lara Gut-Behrami.
Getty ImagesNatürlich zählen Rekorde noch – aber sie bestimmen bei der Schweizerin nicht mehr alles. «Erfolg ist nicht immer gleichbedeutend mit Wohlbefinden», sagt der Ski-Superstar. Und auch sechs Super-G-Kugeln relativiert sie: «Zahlen sind dazu da, um übertroffen zu werden, um die Messlatte immer höher zu legen. Vor mir gab es Athleten, die viel mehr gewonnen haben als ich, und es wird auch in Zukunft noch viele geben.»
Und weiter: «Was mir von diesem Tag am meisten geblieben ist, ist das gute Gefühl, in diesem Moment glücklich zu sein, ohne an gestern oder morgen denken zu müssen. Denn Erfolg ist nicht immer gleichbedeutend mit einem guten Gefühl.»
Lara Gut-Behrami verzichtete auf viel Geld
Auch wirtschaftlich hat sich bei der Tessinerin einiges verändert. Nach zwölf Jahren endete ihre langjährige Partnerschaft mit der Schokoladenmarke Camille Bloch. Seit Sommer fährt sie ohne Kopfsponsor und verzichtete gemäss «Blick» damit auf mehrere Hunderttausend Franken.
Sie sagt: «Der Skisport ist mein Beruf, also verdiene ich meinen Lebensunterhalt auch dank der Sponsoren, aber es ist wichtig zu wissen, zu welchem Preis man diese Dinge tut und warum man sie tut.» Sie habe gelernt, dass es wichtig sei, sich die Frage zu stellen: Warum, wie und mit wem mache ich das? «Oft schaut man als Sportler nur auf die Nullen im Vertrag, anstatt sich zu fragen, ob es Sinn macht», so Gut-Behrami.
20 Minuten Fantasy League
Stell dir vor, du kannst dein eigenes Fussballteam managen und die Topstars auf den Platz schicken – genau das bietet dir die 20 Minuten Fantasy League! Erstelle dein individuelles Dreamteam, zeig dein Gespür für Taktik und erklimme die Rangliste.
Deine Spieler punkten basierend auf ihren realen Leistungen: Tore sorgen für Jubel und Extrapunkte, rote Karten können hingegen teuer werden. Strategisches Denken ist gefragt, wenn du der oder die beste Manager*in werden willst.
Spannung, Wettbewerb und grossartige Preise erwarten dich jeden Monat. Bist du bereit, die Herausforderung anzunehmen?
Folgst du schon 20 Minuten auf Whatsapp?
Eine Newsübersicht am Morgen und zum Feierabend, überraschende Storys und Breaking News: Abonniere den Whatsapp-Kanal von 20 Minuten und du bekommst regelmässige Updates mit unseren besten Storys direkt auf dein Handy.