Elfbar-Hype auf Tiktok – so leicht kommen Teenager an E-Vapes

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Elfbar-Hype«Werde nächstes Mal kontrollieren» – so leicht kommen Teenager an E-Vapes

Der Verkauf von nikotinhaltigen E-Zigaretten ist in einigen Kantonen verboten. Ein Test von 20 Minuten zeigt: Trotz Verbot erhalten Minderjährige die Produkte. 

Jugendliche kommen in der Schweiz viel zu leicht an E-Zigaretten. Das zeigt ein Test von 20 Minuten.

Video: 20 Minuten

Darum gehts

  • Einweg-Vapes, wie die der chinesischen Marke Elfbar, boomen bei der Generation Z.

  • Doch ungefährlich ist der Trend nicht. Experten zeigen sich besorgt.

  • Wie leicht Jugendliche an die Produkte kommen, zeigt ein Test von 20 Minuten.

Ob Apple Peach, Banana Ice oder Coconut Melon: Um die elektronischen Einweg-Vapes ist ein Hype entstanden. Doch ungefährlich sind sie nicht. Langzeitschäden sind gemäss Expertinnen und Experten nicht bekannt. Zudem darf das Suchtpotenzial nicht unterschätzt werden. Der 16-jährige L.* hat mit zwölf Jahren angefangen zu vapen und ist süchtig, wie er gegenüber 20 Minuten sagt.

Auf Tiktok warnen Userinnen und User vor dem Konsum: «Ich habe ziemlich viel E-Vapes geraucht. Nun habe ich Lungenschmerzen und beim Atmen hört man Geräusche. Laut meinem Arzt liegt es am Vapen. Also Leute, hört damit auf», sagt ein User im Video.

Süsse Aromastoffe gelten als problematisch

Laut Franz Dussy, Chemiker am kantonalen Laboratorium Basel-Stadt, sind die beiden Hauptbestandteile Propylenglykol (PG) und Glycerin (VG) bei den E-Zigaretten weitgehend unbedenklich. Diese kämen auch in Tabakwaren als Feuchthaltemittel vor.

Problematisch seien neben dem Nikotin hingegen die verschiedenen Aromastoffe, die den Liquids zugegeben werden und den Geschmack ausmachen. «Diese Aromastoffe findet man in Esswaren und sind für den Verzehr unschädlich. Ob die Stoffe aber sicher sind, wenn sie über längere Zeit inhaliert werden, wissen wir aktuell nicht», erklärt Dussy.

Jugendliche kommen leicht an E-Vapes

«E-Zigaretten schädigen die Gesundheit schon nach kurzer Zeit» 

Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Zigarette wird bei der E-Zigarette kein Tabak verbrannt. Stattdessen kommt eine spezielle Flüssigkeit, auch Liquid genannt, zum Einsatz. Diese wird durch eine Heizspule verdampft.

Auch wenn E-Zigaretten als weniger schädlich als klassische Zigaretten gelten, sagt Wolfgang Kweitel von der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz: «Fakt ist, E-Zigaretten schädigen die Gesundheit schon nach kurzer Zeit.» 

Grund dafür seien die in den Liquids enthaltenen Stoffe. «Die E-Zigaretten beinhalten verschiedene Stoffe, welche die Atemwege und Lunge reizen, zum Beispiel Benzylalkohol. Zudem sind die beim Verdampfen entstehenden Stoffe teilweise giftig und potenziell krebserregend», sagt Kweitel.

Einweg-E-Zigaretten von Elfbar oder anderen Marken wie Monpuffs oder 888Puffs sind in der Schweiz an zahlreichen Orten erhältlich.
Auch Coop verkauft an ausgesuchten Verkaufsstellen Einweg-Vapes.
Die Kiosk-Betreiberin Valora verkauft sie im Onlineshop und will so sicherstellen, dass keine minderjährigen Personen die E-Vapes kaufen.
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Einweg-E-Zigaretten von Elfbar oder anderen Marken wie Monpuffs oder 888Puffs sind in der Schweiz an zahlreichen Orten erhältlich.

20min/Marco Zangger

Rauchende Jugendliche haben mit Atembeschwerden zu kämpfen

Jugendliche, die angeben, gelegentlich Zigaretten, E-Zigaretten oder Shisha zu konsumieren, haben laut einer Studie des Kinderspitals Zürich häufiger mit Atembeschwerden oder Asthma-Symptomen zu kämpfen als nichtrauchende Gleichaltrige.

Die vorwiegend nikotinhaltigen E-Zigaretten hätten zudem das Potenzial, die Suchtwirkung einer Zigarette zu übertreffen. Der Grund: «Nikotinsalze und synthetisches Nikotin sind zur Aufnahme in den Körper optimiert. Es wird eine hohe Nikotinmenge in kürzester Zeit aufgenommen», so Kweitel. 

*Name der Redaktion bekannt

Hast du auch schon Einweg-Vapes genutzt?

Hast du oder hat jemand, den du kennst, eine Spiel-, Kauf-, Online- oder eine andere Verhaltenssucht?

Hier findest du Hilfe:

Sucht Schweiz, Tel. 0800 104 104

Spielen ohne Sucht, Tel. 0800 040 080

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Feel-ok, Informationen für Jugendliche

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