Bis 2024So sollen Süssgetränke weniger süss werden
Neu sagen auch Getränkehersteller dem Zucker den Kampf an. Das passiert jetzt mit Rivella Rot, Vivi Kola und Fanta.
Darum gehts
14 Lebensmittelhersteller wollen bis 2024 den Zuckergehalt ihrer Produkte reduzieren.
Bei Fanta ist nun beispielsweise eine Zuckerreduktion möglich.
Der Zucker darf aber nicht mit Süssstoffen ersetzt werden.
Der Zuckerkonsum ist gemäss den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation in der Schweiz doppelt so hoch wie empfohlen, etwa 100 Gramm oder rund 25 Würfelzucker pro Tag. 14 Lebensmittelhersteller sagen dem Zucker nun den Kampf an und wollen ihre Produkte weniger süss machen.
Sie haben sich mit der Unterzeichnung der sogenannten Erklärung von Mailand freiwillig verpflichtet, den Zuckergehalt von 2021 bis 2024 um zehn Prozent zu reduzieren. Seit Dienstag sind auch viele Süssgetränkehersteller wie Coca-Cola, Rivella, Vivi Kola oder die Mineralquellen Adelboden dabei.
Wie soll das funktionieren? 20 Minuten beantwortet die wichtigsten Fragen:
Wie wollen die Getränkehersteller den Zuckergehalt reduzieren?
Vivi Kola will alle bestehenden Rezepturen unter die Lupe nehmen und gegebenenfalls überarbeiten, wie Geschäftsführer Camilo Antezana zu 20 Minuten sagt. Auch bei Fanta Orange ist eine Zuckerreduktion möglich. Rivella Rot oder Coca-Cola Classic bleiben aber unverändert. Dafür erweitern diese und andere Produzenten wie Ramseier das Sortiment zusätzlich mit zuckerarmen oder -freien Getränken oder lösen einzelne Getränke wie bei den Mineralquellen Adelboden durch Neuentwicklungen ab.
Wird es statt Zucker mehr Süssstoffe geben?
Nein, das ist gemäss der Erklärung von Mailand nicht erlaubt. Coca-Cola arbeitet deshalb mit Aromaherstellern zusammen an neuen Aromen. Dabei sei man aber noch am Anfang. Bisher enthalten laut Sprecherin Natasja Sommer nur gewisse Valser-Wasser solche Aromen.
Werden die Hersteller die neue Rezeptur auf die Verpackung schreiben?
Ja, Vivi Kola wird Rezepturveränderungen laut eigenen Angaben ausweisen. Bei Coca-Cola sei das denkbar. Bei völlig neu entwickelten Getränken aber nicht, heisst es bei den Mineralquellen Adelboden.
Wie oft trinkst du Süssgetränke?
Werde ich den Unterschied schmecken?
«Ja, anders wäre es nicht möglich», sagt Sandra Eggler, Marketingleiterin der Mineralquellen Adelboden. Jetzt beginnt laut Camilo Antezana von Vivi Kola das Tüfteln. «Wir müssen nach Lösungen suchen, die trotz weniger Zucker genauso gut schmecken.»
Werden die Hersteller wieder auf die alten Rezepturen setzen, wenns die Konsumentinnen und Konsumenten verlangen?
Die Mineralquellen Adelboden wollen das von Fall zu Fall entscheiden, würden tendenziell aber eher eine Produktoptimierung anstreben. Vivi-Kola-Geschäftsführer Antezana macht sich deswegen keine Sorgen, wie er sagt. Es gebe einen klaren Trend Richtung weniger gesüsste Getränke. Ausserdem wolle er Endkonsumentinnen zum Testen der neuen Formulierungen hinzuziehen.
Gehts nach 2024 noch weiter mit Zuckerreduktionen?
Das ist laut Coca-Cola im Rahmen der Erklärung von Mailand möglich, ebenso wie eine Zuckersteuer. «Bundesrat Berset hat das nicht ausgeschlossen. Das Parlament kann über eine solche Steuer jederzeit entscheiden. Dann steigen entsprechend die Preise», sagt Sprecherin Sommer.
Diese Firmen haben die Erklärung von Mailand unterzeichnet
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