Diessenhofen TGTaucherin stirbt nach Zusammenstoss mit Kursschiff
Eine 29-jährige Taucherin ist am Sonntag im Rhein bei Diessenhofen tödlich verunglückt. Nun gibt die Kantonspolizei Thurgau weitere Details zum Unfall bekannt.
Mit einer grossangelegten Suchaktion wurde nach der zuerst vermissten Taucherin gesucht.
20min / News-ScoutKurz vor 10.30 Uhr am Sonntagmorgen ging bei der Kantonalen Notrufzentrale die Meldung ein, dass im Rhein bei der Wiffe 74, Höhe Diessenhofen, eine Taucherin vermisst werde. Sofort wurde eine grossangelegte Suchaktion durch die Kantonspolizei Thurgau eingeleitet. Gemäss den neusten Erkenntnissen der Kantonspolizei Thurgau erlitt die Frau, eine 29-jährige Schweizerin, durch den Zusammenprall mit einem vorbeifahrenden Kursschiff tödliche Verletzungen.
Nach einer grossen Suchaktion konnte die Frau kurz nach 11.15 Uhr am Sonntagmorgen nur noch tot geborgen werden. An der Suche waren Einsatzkräfte der Seepolizei der Kantonspolizei Thurgau, der Wasserpolizei Schaffhausen, der Rheinrettung Diessenhofen, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft und ein Helikopter beteiligt.
Die genauen Umstände des Unfalls sind noch nicht restlos geklärt und Gegenstand weiterer Abklärungen, wie es am Montag in einer Mitteilung der Kapo TG heisst.
Durfte man dort überhaupt tauchen?
Laut Matthias Graf, Sprecher der Kapo TG, war die Taucherin in einer Gruppe und mit professioneller Ausrüstung unterwegs. Die Ausrüstung sei sichergestellt worden und werde nun überprüft. Dies erfolge routinemässig so. «Ob zu diesem Zeitpunkt und an dieser Örtlichkeit überhaupt getaucht werden durfte, ist Gegenstand der Abklärungen», so Graf.
Das Kursschiff der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein verkehrte am Sonntag fahrplanmässig auf dem Hochrhein. Auf Anfrage bestätigt man das Unglück. «Das Kursschiff war von Schaffhausen nach Stein am Rhein unterwegs, als die Mannschaft in der Nähe der Anlegestation bei Diessenhofen Taucher im Fluss feststellte», sagt Remo Rey, Geschäftsführer der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein. Die Mannschaft habe sofort einen Alarm ausgelöst, dennoch sei es zum Unglück gekommen. «Die Mannschaft ist ob des Unfalls sehr betroffen und wird momentan betreut», so Rey.
Zur Zeit des Unglücks befanden sich ungefähr 50 Personen an Bord. Normalerweise werde man über bewilligte Tauchgänge im Rhein informiert. «Dieses Mal war es aber nicht der Fall», sagt Rey. An einen ähnlichen Unfall könne sich der Geschäftsführer nicht erinnern. «Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen und drücken unser Beileid aus.»
Gefährlicher Hochrhein
Die Kantonspolizei Thurgau hat in der Vergangenheit wiederholt vor den Gefahren und Strömungen des Hochrheins gewarnt: Schwimmer und Benutzer von Wasserfahrzeugen sollten jederzeit aufmerksam sein, frühzeitig agieren, Schwimmwesten tragen und genügend Abstand zu Hindernissen wie Wiffen, Brückenpfeilern oder Kursschiffen halten.
Zu einer Reihe von Unfällen kam es 2019. Die Polizei berichtete von Booten, die auf dem Hochrhein bei Diessenhofen TG an Wiffen hängen blieben oder zerbrachen und einem Kajak, das gegen eine Wiffe prallte. Die Schaffhauser Polizei berichtete im Juli 2020 ebenfalls von mehreren Zusammenstössen auf dem Hochrhein mit Wiffen.
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Hier findest du Hilfe:
Dargebotene Hand, Tel. 143
Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirche
Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29
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Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147