Uni BernStudentinnen finden Unisex-Toiletten «unangenehm»
In der Bibliothek Münstergasse hat die Universität Bern kürzlich genderneutrale WCs eingerichtet. Diese stossen nicht bei allen auf Begeisterung.
Darum gehts
Seit Februar gibt es in der Bibliothek Münstergasse der Uni Bern Unisex-Toiletten.
Nicht alle Studentinnen können sich mit der neuen WC-Situation anfreunden; manchen ist dabei «unwohl».
Die Verantwortlichen betonen dagegen, wie wichtig die Toiletten für trans und nicht-binäre Personen seien.
In der Uni-Bibliothek an der Münstergasse in Bern gibt es seit Februar Unisex-Toiletten. Eine mit Kabinen-WCs und Pissoirs und eine nur mit Toiletten zum Sitzen. Beide sind für alle zugänglich. Die genderneutralen WCs sollen insbesondere für Non-Binäre eine Erleichterung darstellen.
Nicht alle können sich mit der neuen WC-Situation anfreunden. Wie Nau.ch berichtet, sind bei der Universität Bern fünf negative Rückmeldungen eingegangen.
«Schutzraum fällt weg»
Zu den Kritikerinnen der Unisex-Toiletten zählt etwa Marilène Aeschlimann (22). Sie fühle sich «unwohl» und finde die neue Regelung «unangenehm», klagt die Rechtsstudentin und Vizepräsidentin der Jungfreisinnigen Kanton Bern gegenüber dem Newsportal. «Frauen haben nicht umsonst ihre eigene Toilette. Das bietet eine bestimmte Privatsphäre und einen bestimmten Schutzraum.» Wenn das WC allen offenstehe, falle dieser Schutzraum weg.
Aeschlimanns Mitstudentin Laura Tüscher (23) stösst in dasselbe Horn: «Es würde mich persönlich stören, wenn ich in der Toilette in den Spiegel schaue und dort plötzlich ein Mann auftaucht.» Sie äussert Bedenken, dass es zu unangenehmen Situationen kommen könnte.
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«Minderheiten ernst nehmen»
Bei der Abteilung für Chancengleichheit der Uni Bern nimmt man die Kritik ernst. «Ich kann diese auch sehr gut nachvollziehen, da es sich um eine ungewohnte Situation handelt, die Ängste auslösen kann», sagt die stellvertretende Leiterin Ursina Anderegg zu Nau.ch. Sie ist zugleich Co-Präsidentin und Stadträtin des Grünen Bündnisses Bern.
Anderegg sagt aber auch: «Inklusion bedeutet immer, dass man Minderheiten mit einem Sicherheitsproblem ernst nimmt. Da muss die Mehrheitsgesellschaft vielleicht ein bisschen einen grösseren Aufwand auf sich nehmen.» Die Unisex-Toiletten sollen ihr zufolge dabei helfen, dass es einer breiteren Masse besser gehe.
«Inklusiven Raum schaffen»
Laut Anis Kaiser von der Geschäftsstelle des Transgender Networks Switzerland sind genderneutrale Toiletten für trans und nicht-binäre Personen «besonders wichtig, da sie oft Diskriminierung und Unwohlsein in binären Toiletten erleben». Im Hinblick auf das Unwohlsein der beiden Jus-Studentinnen sagt Kaiser: «Genderneutrale Toiletten sollen niemandem einen Rückzugsort nehmen, sondern einen inklusiven Raum für alle schaffen.»
Bei den genderneutralen Toiletten in der Bibliothek Münstergasse handelt es sich um einen Pilotversuch. Nach einem halben Jahr erfolgt eine Auswertung.
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