Uni BernStudis fordern Podcast-Pflicht für alle Vorlesungen
Studierende der Uni Bern fordern, dass alle Vorlesungen aufgenommen werden und protestierten am Mittwoch auf der Grossen Schanze. 20 Minuten hat sich umgehört.
Darum gehts:
Studierende an der Uni Bern fordern eine Podcast-Pflicht für alle Vorlesungen.
Am Mittwoch kam es auf der Grossen Schanze zu einer friedlichen Protestaktion.
20 Minuten hat Studierende und Dozenten vor Ort gefragt, was für Vor- und Nachteile sie sehen.
Studierende bemängeln das magere Online-Angebot an der Universität Bern und fordern eine Podcast-Pflicht für alle Vorlesungen, berichtet die «Berner Zeitung». Unter den Studierenden sei das Bedürfnis für Onlinevorlesungen gross, wie wiederholte Umfragen der Studierendenschaft der Universität Bern (SUB) laut dem Vorstand zeigen sollen.
Auf Anfrage der «Berner Zeitung» betonte die Universität Bern, dass eine Kombination von Präsenz- und Onlineunterricht sinnvoll sei. Rund 40 Hörsäle seinen deshalb inzwischen mit einer Podcast-Infrastruktur ausgerüstet. Und dennoch sei die Uni Bern überzeugt: «Digitale Lernformen sollen zwar Platz haben, im Mittelpunkt stünden aber immer noch Lehrveranstaltungen vor Ort.» Nach wie vor werden laut SUB in manchen Studiengängen nur wenige oder gar keine digitalen Vorlesungen angeboten.
Die Studierenden starteten eine Onlinepetition, die bereits über 2000 Unterschriften zählt. Nun kam es am Mittwoch Mittag zu einer Protestaktion vor dem Hauptgebäude der Uni, bei der 20 Minuten sich umgehört hat.
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Ausgleich, Entlastung und Flexibilität
«Ich fände es wichtig, die Vereinbarkeit von Studium und Arbeit zu verbessern», sagt Geographie- und Geschichtsstudent Marc zu 20 Minuten. «Ich arbeite in einer Institution für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen, dort variieren meine Arbeitszeiten oft, so kommt es zu Überschneidungen mit meinem Stundenplan. Gäbe es zu den Vorlesungen vermehrt Podcasts, könnte ich den verpassten Stoff besser eigenständig nacharbeiten.»
«Meine Vorlesungen überschneiden sich. In einem Fach bieten die Dozenten bereits Podcasts an, im anderen nicht. Aus diesem Grund ist mir bereits vorgegeben, welchen Kurs ich direkt besuche und welchen ich von zu Hause aus nacharbeiten muss», sagt Physikstudentin Celia. «Mit Hilfe zweier Unterrichtsangebote könnte ich selbst entscheiden, wann und wo ich mehr direkte Unterstützung benötige.»
«Ich habe ADHS und Legasthenie. Es wäre für mich ein Vorteil, wenn ich mir zu Hause die Vorlesungen in Ruhe nochmals anschauen könnte», sagt May, die Informatik studiert. «Ein Beispiel: Manchmal konzentriere ich mich mehr darauf, wie man ein bestimmtes Wort korrekt schreibt. Dann geht der Unterricht schnell weiter und ich bin komplett verloren.»
«Ich bin eine Nachteule», sagt Andrea. Sie studiert Philosophie und hat für sich herausgefunden, dass sie in der Nacht aufnahmefähiger ist. Sie bevorzuge es deshalb, Vorlesungen zu einem späteren Zeitpunkt nachzuarbeiten.
«Direkter Austausch ist wichtig»
Manche Dozenten zeigen sich nach den Pandemie-Erfahrungen jedoch besorgt: «Einige Studierende dachten, sie können sich die Onlinevorlesungen bis zum Ende des Semesters aufsparen und dann alle auf einmal anhören», so Klima- und Umweltphysik-Dozent Christoph Raible. Dies sei jedoch äusserst ineffizient. «Ich habe Bedenken, dass die Studierenden, die es nötiger haben, vor Ort an den Vorlesungen teilzunehmen, dann ganz wegbleiben. Das würde sich negativ auf ihr Studium auswirken und zu höheren Abbruchszahlen führen», so der Dozent.
«Der Präsenzunterricht ist immer noch wichtig aufgrund des direkten Austausches», sagt sein Fachkollege Thomas Frölicher. Laut ihm können so die Dozenten besser auf Studierende eingehen: «Direktes Feedback ist wichtig, um zu merken, wie klar oder unklar der Stoff ist.»
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