Gelähmter US-Amerikaner: Spenden ermöglichen den Heimweg

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Skiunfall«Überwältigende Grosszügigkeit»: Gelähmter Justin kann nach Hause

Justin Holman verunfallte in der Schweiz. Doch seine Krankenversicherung verweigerte die Kostenübernahme für Reha und Rücktransport. Jetzt teilt sein Bruder gute Neuigkeiten mit.

Der Amerikaner Justin Holman erlitt beim Skifahren in der Schweiz einen schweren Unfall.
Seine Krankenversicherung UnitedHealthcare weigert sich, die Kosten für die Rehabilitation und den Rücktransport in die USA zu übernehmen.
Dank einer Spendenaktion kann Holman nun per Ambulanzflug in die USA zurückkehren.
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Der Amerikaner Justin Holman erlitt beim Skifahren in der Schweiz einen schweren Unfall.

GoFundMe

Darum gehts

  • Justin Holman erlitt einen schweren Skiunfall in der Schweiz und ist seitdem gelähmt.

  • Seine Versicherung, UnitedHealthcare, verweigerte die Kostenübernahme für Behandlung und Rücktransport.

  • Die Familie sammelt über GoFundMe Spenden, um die Rückkehr in die USA zu finanzieren, nun ist Justin zurück auf dem Weg nach Denver.

«Wir sind unendlich dankbar», beginnt ein Statement der Familie Holman auf der Spendenplattform Gofundme. Am Samstag hat sie mitgeteilt, dass das in der Schweiz verunfallte Familienmitglied Justin auf dem Weg zurück in die USA ist. Auf der Plattform kamen über 103'000 Dollar Spenden zusammen,.

«Nach Wochen der Ungewissheit, vielen Herausforderungen und der enormen Unterstützung von euch allen ist er nun auf dem Weg nach Denver, wo er die dringend benötigte spezialisierte medizinische Versorgung erhalten wird», heisst es weiter. Die Familie habe «überwältigende Grosszügigkeit» erfahren, sogar von Fremden.

Langer Genesungsweg

«Auch wenn dies ein grosser Meilenstein ist, ist Justins Weg noch lange nicht zu Ende. Seine Genesung wird viel Zeit in Anspruch nehmen und die finanzielle Belastung durch die medizinischen Kosten bleibt erheblich», heisst es weiter. Die Familie will die Öffentlichkeit auf dem Laufenden halten. «Doch für den Moment möchten wir einfach sagen: Er ist unterwegs – und das verdanken wir euch.»

Sollte das Gesundheitssystem in den USA reformiert werden, um solche Fälle zu vermeiden?

Das ist passiert

Die Skiferien, die der US-Amerikaner Justin Holman in der Schweiz verbrachte, nahmen am 2. Februar eine tragische Wendung: Ein schwerer Unfall auf der Piste lähmte ihn von der Taille abwärts, auch Hände und Finger kann er nicht mehr bewegen.

Nach einer Notoperation in Bern benötigt er dringend Rehabilitation, doch seine Krankenversicherung UnitedHealthcare weigerte sich, die Kosten für die Behandlung und den Rücktransport in die USA zu übernehmen, wie der «Independent» schrieb. Laut Holmans Bruder sei der Grund, der angegeben wird, die Verlegung sei «medizinisch nicht notwendig» und ausländische Ansprüche würden nicht gedeckt.

Bei einer Spendenaktion für Holman kamen bisher über 76'000 US-Dollar (knapp 69'000 Franken) zusammen.

Bei einer Spendenaktion für Holman kamen bisher über 76'000 US-Dollar (knapp 69'000 Franken) zusammen.

GoFundMe

UnitedHealthcare lehnt viele Anträge ab

UnitedHealthcare lehnt laut einer Analyse von «ValuePenguin» rund 33 Prozent der eingereichten Anträge ab. Holmans Fall reiht sich in eine breitere Debatte über das US-Gesundheitssystem ein, die zuletzt durch den Mord am ehemaligen UnitedHealthcare-CEO Brian Thompson erneut entfacht wurde.

Der mutmassliche Täter, der 26-jährige Luigi Mangione, leidet unter chronischen Rückenschmerzen aufgrund von Spondylolisthesis. Sein Motiv ist unklar, doch die Tat löste gemischte Reaktionen aus: Während einige sie verurteilten, forderten andere eine Reform des Gesundheitssystems. Unterstützungsaktionen und Slogans wie «Free Luigi» zeigen die wachsende Unzufriedenheit mit dem derzeitigen System.

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