US-KomikerPete Davidson kifft «nur» noch: Ist das problematisch?
Comedian Pete Davidson gestand bei einem Auftritt, dass er nach wie vor Marihuana konsumiert, obwohl er schon in einer Entzugsklinik war. Eine Expertin warnt vor den Risiken.
Darum gehts
Pete Davidson sprach bei einem Auftritt in Atlantic City offen über seine Drogensucht und den aktuellen Marihuanakonsum.
Laut Suchtexpertin Prof. Irene Abderhalden hat Davidson eine «Suchtverlagerung» vorgenommen, was bei Ex-Drogenabhängigen häufig vorkommt.
Trotz des Wechsels zu einer weniger gefährlichen Substanz wie Marihuana bleiben gesundheitliche Risiken bestehen, insbesondere durch langfristige Folgen wie Atemwegserkrankungen.
Im Rahmen seiner Comedy-Tour reist Pete Davidson gerade durch die USA. Bei einem Auftritt in Atlantic City sprach er über seine Drogensucht. «Ich kann nicht mit Gras aufhören», so der 30-Jährige offen.
In der Vergangenheit habe er jedoch viel krassere Substanzen konsumiert. «Ich habe gekokst und Ketamin und Pillen genommen. Alles, was mir noch bleibt, ist Gras. Es ist fast vorbei, aber ich halte mich noch ein bisschen länger daran fest», meinte er zum Publikum. Letztes Jahr war Pete in einer Entzugsklinik. Er griff laut «Page Six» zu Drogen, um mit seiner Depression, posttraumatischen Belastungsstörung und seiner bipolaren Störung umzugehen.
Pete Davidsons Marihuanakonsum ist ein Risiko
Dass der Komiker nach wie vor eine Droge konsumiere, sei nicht ohne Risiko, erzählt die Suchtexpertin Prof. Irene Abderhalden. «Wenn man einmal die Kontrolle verlor mit Drogen, dann bleibt das Risiko gross, dass dies bei anderen Substanzen wieder passiert», meint sie zu 20 Minuten. Man habe beispielsweise gelernt, unangenehme Gefühle mit Drogen zu betäuben, und dieses gelernte Muster im Hirn sei hartnäckig.
Pete habe mit seinem Marihuanakonsum eine sogenannte «Suchtverlagerung» gemacht. «Das ist ein verbreitetes Phänomen bei Ex-Drogensüchtigen. Sie wechseln zu einer weniger gefährlichen Substanz oder Verhaltenssucht wie Glücksspiel. Das kann manchmal ein erster sinnvoller Schritt sein», erläutert die Professorin der Hochschule für Soziale Arbeit (FHNW) und führt aus: «Es hängt davon ab, ob die Person komplett suchtfrei werden will oder nicht.»
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Ex-Abhängige sterben oft an den Folgen des Nikotinkonsums
Auch Pete greift mit Gras grundsätzlich zu einer ungefährlicheren Droge als Kokain. «Bei der Droge sind die Gesundheitsrisiken und die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit oder einer Überdosierung weniger hoch», so Abderhalden. Das bedeute aber nicht, dass Kiffen ohne Risiko sei: «Cannabiskonsum hat bei regelmässigem Konsum dieselben langfristigen gesundheitlichen Folgen, die man vom Rauchen kennt, wie Atemwegserkrankungen.»
Interessanterweise sterben laut Abderhalden mehr Ex-Abhängige an den Folgen von Nikotinkonsum und nicht an den Folgen des Konsums illegaler Drogen. «Für einen Teil der Konsumierenden kann die Suchtverlagerung auch ein Mittel sein, um die Entzugserscheinungen zu mindern», meint die Dozentin. Ob es problematisch sei, hänge immer davon ab, wie oft und auf welche Konsumweise man der Sucht nachgehe.
Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Problem mit Suchtmitteln?
Hier findest du Hilfe:
Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen
Feel-ok, Informationen für Jugendliche
Infodrog, Information und Substanzwarnungen
Anonyme Alkoholiker, Tel. 0848 848 885
Narcotics Anonymous, Selbsthilfegruppe für Suchtbetroffene
Stopsmoking.ch, Tel. 0848 000 181
Vergiftungsnotfälle, Tel. 145
Hast du oder hat jemand, den du kennst, eine Spiel-, Kauf-, Online- oder eine andere Verhaltenssucht?
Hier findest du Hilfe:
Spielen ohne Sucht, Tel. 0800 040 080
Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen
Feel-ok, Informationen für Jugendliche
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