Wann ist es sinnvoll, die Komfortzone zu verlassen?

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VersagensangstWann ist es sinnvoll, die Komfortzone zu verlassen?

Immer wieder werden wir damit konfrontiert, unsere Komfortzone zu verlassen. Warum dies nützlich sein kann und was der Sinn der Komfortzone ist, erklärt eine Psychotherapeutin.

Die Komfortzone sei für viele Menschen ein Ort, der ein Gefühl von Sicherheit, Vertrautheit und Stabilität bietet, so Reginold.
Sie erklärt: Eine der Hauptängste, die Menschen oft davon abhält, ihre Komfortzone zu verlassen, sei die Angst vor dem Versagen.
Die Komfortzone ist aber auch ein wichtiger Ort der Erholung und Regeneration.
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Die Komfortzone sei für viele Menschen ein Ort, der ein Gefühl von Sicherheit, Vertrautheit und Stabilität bietet, so Reginold.

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Darum gehts

  • Die Komfortzone ist für viele Menschen ein Ort des Rückzugs und der Sicherheit, so Psychotherapeutin Romina Reginold.

  • Für persönliches Wachstum sei es aber wichtig, diese immer wieder in kleinen Schritten zu verlassen.

  • Dadurch entwickle man Selbstvertrauen und Resilienz.

Eine Präsentation, eine grosse Reise, ein Anlass mit vielen Menschen: Es gibt viele Situationen, die uns auffordern, unsere Komfortzone zu verlassen – das kann Angst machen. Romina Reginold ist Psychotherapeutin mit eigener Onlinepraxis und Teil des Aepsy-Teams – einer Online-Plattform, die Psychologinnen und Psychologen vermittelt. Sie gibt Auskunft, wann es sinnvoll ist, in der Komfortzone zu bleiben, und was es bringt, sich aus der Komfortzone herauszuwagen.

Warum bleiben wir gerne in unserer Komfortzone?

Die Komfortzone wird als ein Zustand oder ein Bereich bezeichnet, in dem eine Person sich wohl und sicher fühlt und in dem das Risiko von Stress oder Angst minimal ist. Sie ist für viele Menschen ein verlockender Ort, der ein Gefühl von Sicherheit, Vertrautheit und Stabilität bietet. Das Verlassen dieser vertrauten Umgebung bedeutet, sich neuen und unbekannten Herausforderungen stellen zu müssen. Was das für jemanden bedeutet, kann sehr unterschiedlich sein.

«Die Angst vor dem Scheitern kann lähmend wirken.»

Was macht uns denn so viel Angst?

Eine der Hauptängste, die Menschen oft davon abhält, ihre Komfortzone zu verlassen, ist die Angst vor dem Versagen. Das Experimentieren mit neuen Ideen oder das Erlernen neuer Fähigkeiten birgt das Risiko, Fehler zu machen oder nicht den gewünschten Erfolg zu erzielen. Diese Angst vor dem Scheitern kann lähmend wirken und dazu führen, dass Menschen lieber in ihrer vertrauten Zone bleiben, anstatt sich neuen Herausforderungen zu stellen.

In welchen Situationen verlässt du öfters deine Komfortzone?

Ist es sinnvoll, manchmal in der Komfortzone zu bleiben?

Die Komfortzone bietet einen Ort der Erholung und Regeneration an. Nach einer Phase intensiver Aktivität oder der Bewältigung von Herausforderungen bietet die Komfortzone die Möglichkeit, sich zu entspannen und neue Energie zu tanken. Obwohl das Verlassen der Komfortzone wichtig ist, um persönliches Wachstum zu fördern, kann ein ständiges Streben nach maximalen Risiken und ständigen Nervenkitzel negative Auswirkungen haben und zu gefährlichen Verhalten führen, das sowohl die körperliche als auch die psychische Gesundheit gefährden kann, z. B. durch extreme Sportarten oder riskante finanzielle Entscheidungen.

«Die Komfortzone regelmässig zu verlassen, stärkt unser Selbstvertrauen.»

Wann und warum ist es sinnvoll, die Komfortzone zu verlassen?

Persönliches Wachstum findet tatsächlich oft ausserhalb unserer Komfortzone statt. Wenn wir uns darauf konzentrieren, unsere Ziele zu erreichen und unser volles Potenzial zu entfalten, ist es unerlässlich, uns regelmässig aus unserer vertrauten Umgebung herauszubewegen. Das stärkt unser Selbstvertrauen und eröffnet die Möglichkeit, neue Erfahrungen zu sammeln und neue Fähigkeiten zu entwickeln.

«Erfolge sollten gefeiert werden, doch Rückschläge sind ebenso Teil des Prozesses.»

Zu welcher Vorgehensweise raten Sie Menschen, die sich aus ihrer Komfortzone bewegen wollen?

Beginne mit kleinen Schritten und steigere dich langsam, wenn du dich wohler fühlst. Für eine Person, die Schwierigkeiten hat, vor anderen Menschen zu sprechen und eher zurückhaltend ist, kann es bereits eine grosse Herausforderung sein, einen Vortrag zu halten. Um sich Schritt für Schritt an diese Herausforderung heranzutasten, könnte sich diese Person zunächst gründlich über das Thema informieren. Danach könnte sie den Vortrag zu Hause vor Freunden und Familie üben. Ein weiterer Schritt könnte darin bestehen, an einer Veranstaltung teilzunehmen, bei der die Möglichkeit besteht, Fragen zu stellen. Auf diese Weise kann die Person sich an das Sprechen vor anderen Menschen gewöhnen, indem sie zunächst kleinere Schritte unternimmt.

Wichtig ist es dabei, mitfühlend und geduldig mit sich selbst zu sein und auf die eigenen Bedürfnisse zu achten. Es ist wichtig, sich Zeit zu nehmen, um Stress abzubauen und Emotionen zu verarbeiten. Erfolge sollten festgehalten und gefeiert werden, aber es ist ebenso wichtig, anzuerkennen, dass Fehler und Rückschläge Teil des Prozesses sind.

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