Wetter SchweizNach Unwetter: Das ist bekannt und so gehts weiter
Ein heftiges Unwetter sorgte am Montagabend lokal für Verwüstungen. Am Dienstag sollte sich das Wetter beruhigen.
Bilder der Verwüstung am Bahnhof Brienz.
20 MinutenDarum gehts
Nach heftigen Gewittern kam es in Brienz zu schweren Überschwemmungen, die erhebliche Schäden verursachten.
Auch andere Teile der Schweiz waren von den Unwettern betroffen.
Am Dienstag sollte sich die Wettersituation allmählich beruhigen.
Nach den intensiven Niederschlägen und Gewittern, die am Montagabend Teile der Schweiz heimsuchten, kam es in Brienz, im Kanton Bern, zu dramatischen Überschwemmungen, die erhebliche Schäden verursachten. Besonders schwer getroffen wurde das Gebiet rund um das Brienzer Rothorn, wo der Mülibach, ein sonst ruhiger Bergbach, zu einem reissenden Strom anschwoll. 70 Menschen mussten evakuiert werden. Zwei Personen wurden verletzt.
Die Wassermassen bahnten sich ihren Weg ins Tal und verwandelten Strassen und Bahnanlagen in Schlammwüsten. Autos wurden von den Fluten mitgerissen. «Der Mülibach wurde hier unten in Brienz zum Verhängnis», berichtete ein Augenzeuge, der die Katastrophe hautnah miterlebte. Schlamm bedeckte das Bahnhofsareal von Brienz, und das Hotel Brienzerburli wurde von den Wassermassen eingeschlossen, sodass kein Durchkommen mehr möglich war. Mehrere Strassen, darunter die Dorfstrasse in Brienz und die Strecke zwischen Zweilütschinen und Grindelwald, mussten wegen Erdrutschen und Murgängen gesperrt werden.

In Brienz wurde eine Sperrzone errichtet.
RFOWeitere Teile des Landes betroffen
Auch der Bahnverkehr war massiv betroffen. Die Strecke zwischen Meiringen und Interlaken Ost wurde durch Überschwemmungen unpassierbar, und die Zentralbahn richtete einen Busersatzdienst ein. Auch auf anderen Strecken, wie zwischen Spiez und Interlaken Ost, kam es zu temporären Sperrungen, die den Verkehr zusätzlich beeinträchtigten.
Auch in anderen Regionen der Schweiz, wie im Kanton Luzern, richteten die Gewitter Schäden an. In Schüpfheim verwandelte sich die Kleine Emme in einen reissenden Fluss, der Baumstämme und Schwemmholz mit sich führte. Ein Video aus dem Dorf Flühli LU zeigt, wie die Waldemme plötzlich zu einem tosendem Strom anwuchs und Geröll sowie Bäume durch das Tal trieb.
Im Kanton Aargau waren mehrere Strassen gesperrt, darunter die wichtige Verbindung zwischen Brugg und Hausen. Die Axenstrasse im Kanton Uri musste ebenfalls geschlossen werden, nachdem ein Felssturz das Gebiet zwischen Flüelen und Sisikon gefährlich gemacht hatte. Am Flughafen Zürich kam es zu Verzögerungen, die den Flugverkehr beeinträchtigten.
Am Montagabend ist ein schweres Unwetter vom Berner Oberland über die Zentralschweiz bis in die Ostschweiz gezogen. Dabei sind dramatische Bilder entstanden.
20 MinutenÜber 70'000 Blitze
Meteorologen hatten zwar vor den Gewittern gewarnt, doch die Intensität des Unwetters überraschte viele. Über 70'000 Blitze wurden allein in dieser einen Nacht schweizweit gezählt, so MeteoSchweiz. Besonders beeindruckend war der Hagelschlag, der über Saanen BE niederging und der von einem News-Scout dokumentiert wurde. «Ich habe ein solches Gewitter vor zwei Jahren schon einmal erlebt, aber in dieser Heftigkeit ist es schon eher selten», berichtete ein Anwohner.
Neben den immensen Regenmengen, die lokal mehr als 50 Millimeter pro Stunde erreichten, wurden auch Sturmböen von über 90 km/h gemessen.

Über 70'000 Blitze wurden gezählt.
MeteoSchweizWetter sollte sich beruhigen
Das Wetter sollte sich am Dienstag beruhigen. MeteoSchweiz prognostiziert jedoch weitere Schauer und Gewitter, insbesondere in den Bergen. Betroffen davon werden am Abend voraussichtlich vor allem die Kantone Wallis, Tessin und Graubünden.
Die Temperaturen in den Niederungen werden weiterhin bei schwülheissen 30 bis 34 Grad liegen, und in Gewitternähe sind erneut starke Böen möglich.
Wie gehst du mit Unwettern um, wenn sie angekündigt werden?
Folgst du schon 20 Minuten auf Whatsapp?
Eine Newsübersicht am Morgen und zum Feierabend, überraschende Storys und Breaking News: Abonniere den Whatsapp-Kanal von 20 Minuten und du bekommst regelmässige Updates mit unseren besten Storys direkt auf dein Handy.