Digitale Nomaden: 20 Minuten-Community ist gespalten.

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Digitale Nomaden«Wieso soll man Schweizer Lohn kassieren und dann irgendwo in Thailand arbeiten?»

Weltweit gibt es immer mehr digitale Nomaden: Menschen, die ihren Job von irgendwo auf der Welt ausüben. Die 20-Minuten-Leserschaft steht diesem Trend gespalten gegenüber.

Es gibt immer mehr digitale Nomaden. 
Also Menschen, die von überall aus auf der Welt ihrem Job nachgehen. 
Homeoffice wurde während der Pandemie massentauglich. 
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Es gibt immer mehr digitale Nomaden. 

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Darum gehts

  • Homeoffice wurde in der Pandemie für viele zum Alltag. 

  • Da Reisen nun wieder möglich ist, arbeiten immer mehr Menschen remote – jedoch nicht zwingend in ihren vier Wänden, sondern auf der ganzen Welt. 

  • Die Anzahl sogenannter digitaler Nomaden und Nomadinnen hat sich seit Corona verdreifacht.

  • Die 20-Minuten-Community ist sich uneins, was diesen Trend anbelangt. 

Digitale Nomaden, also Menschen, die von überall auf der Welt ihrem Job nachgehen können, erleben derzeit einen Boom. Viele Personen, die während Corona im Homeoffice sassen, kamen auf den Geschmack, was Remote-Arbeit betrifft. Und da dies nicht nur in den eigenen vier Wänden möglich ist, sondern von fast überall auf der Welt, witterten Reisehungrige ihre Chance

Unterstützt wurden sie von einigen Ländern, die eigens dafür Visa ausstellen: zum Beispiel Portugal, Bermuda oder Mauritius. Doch einige 20-Minuten-User stehen diesem Trend kritisch gegenüber: gloria_victoria fürchtet Lohneinbussen: «Ich möchte einfach auf eine weitere Gefahr solcher Arbeitsverhältnisse hinweisen. So können die Arbeitnehmer weltweit gegeneinander ausgespielt werden. Und das wird die Löhne nach unten nivellieren. Zum Glück nur in gewissen Bereichen möglich.» 

«Ökonomisches Gleichgewicht gerät durcheinander»

Und auch User dataanalyst ist wenig angetan von den digitalen Nomaden: «Wenn du das ganze Jahr in Bewegung bist, bezahlst du keine Steuern. Wenn das jeder macht, geht es aber eben doch nicht.» ticinolx fordert gar ein Verbot mit der Begründung: «Entweder man lebt in dem Land, wo man arbeitet, oder nicht. Wieso soll man Schweizer Lohn kassieren und dann irgendwo in Thailand arbeiten? Damit bringt man nur das ökonomische Gleichgewicht durcheinander.»

Röbi1303 wünscht sich, dass mehr über andere Berufe berichtet wird: «Anstatt sogenannte Traumberufe vorzustellen, solltet ihr als Medien den Jungen die Berufe vorstellen, die es auch wirklich braucht (Baugewerbe, Pflege oder Gastronomie). Sodass wir nicht mehr jeden Tag Überstunden liefern müssen, mit schlechtem Gehalt.»

Kann dein Job remote ausgeführt werden?

Dieser Aussage widerspricht User manga-ka: «Alles Berufe, die es in fünf bis zehn Jahren nicht mehr geben wird.» Und startet damit eine Diskussion: «Genau, in zehn Jahren gibt es nur noch Informatiker», schreibt RogerBlaser. Worauf manga-ka präzisiert: «Das hab ich nicht gesagt. Aber viele Bauberufe, Berufe im Gesundheitswesen und der Gastronomie werden von Robotern übernommen werden. Technisch-ingenieurwissenschaftliche Berufe und auch künstlerische Berufe werden überleben. Letzteres vor allem, weil KI keine Emotionen imitieren kann, und bei einigen Kunstformen stehen Traditionen vor technischem Fortschritt.»

«Bleibt bei Krankheit dort»

User Swiss71ch ist nicht grundsätzlich gegen die Entwicklung, betont aber: «Bleibt dann auch bei Krankheit, Unfall oder wenn ihr dann mal ins Altersheim müsst, bitte auch im Ausland. Denn wir haben ja zu wenig Fachpersonal in der Schweiz und diejenigen, die hier in der Schweiz arbeiten, können dann nicht euch auch noch pflegen.»

Doch auch in den Kommentarspalten finden sich einige, die die Entwicklung begrüssen: «Ich finde diesen Lebensstil super! Würde ich auch so machen, wenn ich könnte. Ist bei mir leider nicht möglich», schreibt Kisoro. 

«Würde ich sofort machen»

UdoS sieht das gleich: «Ich würde es sofort machen, wenn ich es mit meinem Beruf machen könnte. Hab viele kennen gelernt und finde das Leben so einfach super. Selbstständige arbeiteten bis zu einem bestimmten Betrag, um in dem Land, in dem sie waren, gut leben zu können, und klappen dann den Laptop zu. Angestellte erledigten ihre Aufgaben und dann wars gut.»

Und CornellW ist bereits digitaler Nomade: «Mache ich auch so. Meine Arbeitsleistung stimmt, sogar höher als wenn ich in der Schweiz bin. Das alles ist heute kein Problem mehr. Natürlich muss man der Typ dafür sein und realisieren, dass man eben arbeitet und nicht in den Ferien ist.» 

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