Zürcher Derby«Nur noch lächerlich»: Aktion von FCZ-Mendy sorgt für rote Köpfe
Der FC Zürich gewinnt das 289. Stadtderby. Dabei sorgten zwei FCZ-Neuzugänge für Gesprächsstoff.
Hätte Benjamin Mendy hier vom Platz fliegen müssen?
SRFDarum gehts
Im Zürcher Derby zwischen FCZ und GC sorgte eine Aktion von Benjamin Mendy für Aufregung.
Mendy trat GC-Verteidiger Benno Schmitz auf die Ferse, was zu einer Gelben Karte führte.
Experten und Fans sind sich einig, dass es eine Rote Karte hätte sein müssen.
Der FCZ gewann das Spiel mit 2:1 und bleibt im Rennen um die Tabellenspitze.
Ein Zürcher Derby hatte lange nicht mehr so eine Brisanz, wie das 289. vom frühen Sonntagabend. Unter anderem ein Grund dafür: Steven Zuber, der FCZ-Neuzugang, der bei den Grasshoppers einst 146 Spiele absolvierte. Was für den 0815-Sportfan wenig spektakulär klingen mag, ist im Zürcher Fussballkosmos eine grosse Sache.
So gross, dass Zuber bei jeder Ballaktion von den GC-Fans mit einem gellenden Pfeifkonzert eingedeckt wurde. Davon liess sich der 33-Jährige aber nicht beirren. Der Neo-FCZler trug mit einer guten Leistung zum 2:1-Derbysieg bei.
«Vergangenheit akzeptieren»
«Es war für mich ein Spiel, wie jedes andere», sagte Zuber nach der Partie in der Mixed Zone. «Klar, hat man die Vergangenheit, die gilt es zu akzeptieren.» Die drei Punkte seien nicht nur für den Kampf um den Titel wichtig gewesen. Wenn man in der Natipause sehr hart trainiere und dann direkt das Derby gegen GC spiele, sei das auch für den Kopf nicht einfach. «Der Sieg war auch aus mentaler Sicht sehr wichtig für uns.»
Was in diesem Spiel fast noch mehr zu reden gab, war eine Aktion in der ersten Halbzeit. Involviert waren GC-Verteidiger Benno Schmitz und Benjamin Mendy vom FCZ. Schmitz kam gegen den Franzosen viel zu spät und traf ihn am Bein. Mendy liess das nicht auf sich sitzen und trat Schmitz voll auf die Ferse – der Ball war schon lange weg. Der Weltmeister von 2018 sah dafür die Gelbe Karte. Ein umstrittener Entscheid, das hätte genauso gut Rot für eine Tätlichkeit sein können.
Experten sind sich einig – Schiedsrichter wehrt sich
Die beiden blue-Experten Admir Mehmedi und Rolf Fringer waren sich einig: Das muss eine Rote Karte sein. Stephan Klossner verteidigte bei blue Sport die Entscheidung seines Schiedsrichterkollegen Luca Cibelli. «Es stellt sich die Frage, ob es eine Tätlichkeit ist», begann Klossner seine Analyse. «Dafür braucht es übermässige Härte oder Brutalität. Der Treffer ist an der Achillessehne, aber nicht intensiv, er rutscht ab. Darum ist die Gelbe Karte für mich hier korrekt.»
Hätte Mendy vom Platz fliegen müssen?
Blue hat die Aktion auf Instagram gepostet. Auch in der Kommentarspalte ist man sich einig. «Ich hoffe, das ist nicht sein Ernst», kommentierte ein User die Erklärung von Klossner. Ein Anhänger des FCZ schrieb: «Ich als FCZ-Fan finde, es ist eine Rote Karte. So etwas hat nichts zu suchen im Fussball.» Unter den zahlreichen Kommentaren findet sich auch die Meinung von Mladen Petric. Der Ex-Profi und heutige TV-Experte meinte: «Solche Sachen kann ich mir nicht mehr anschauen. Nur noch lächerlich.»
Worüber soll man denn noch diskutieren?
Nach der Partie wurde auch Benno Schmitz zu der Aktion befragt. «Das war für mich eine ganz klare Tätlichkeit», so der GC-Profi. Der Ball sei weg, er laufe ihm hinterher und tritt mit der offenen Sohle auf die Wade. «Also Entschuldigung, worüber soll man denn hier noch diskutieren? Wenn es einen Videoschiedsrichter hat und es die Schiris auf dem Feld nicht sehen oder nicht sehen wollen, ist das einfach ärgerlich.»
Ärgerlich ist aus GC-Sicht auch, dass man weiter im Tabellenkeller ist. Da auch Schlusslicht Winterthur verlor, bleibt der Abstand von sieben Punkten immerhin gleich gross. Jedoch rückt Yverdon auf Platz zehn mit dem Punktgewinn gegen Sion weiter ausser Sichtweite der Hoppers. Derweil behält der FCZ den Anschluss an die Spitzengruppe. Man steht zwar noch auf Rang sechs, auf die Tabellenspitze hat der FCZ aber weiter nur sechs Punkte Rückstand.
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