Kater und Wasserkonsum: Studie widerlegt weit verbreitete Annahme

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Kater-BekämpfungAuf viel Alkohol viel Wasser? Nein, das nützt wenig

Hilft Wassertrinken nach Alkoholkonsum Katersymptome zu senken, wie manche behaupten? Niederländische Forschende erteilten dieser Theorie eine Absage.

Darum gehts

Müdigkeit, Übelkeit und Kopfschmerzen: Wer schon einmal über den Durst getrunken hat, dürfte die Symptome kennen. Schuld daran ist laut landläufiger Meinung der durch den Alkoholkonsum ausgelöste Wassermangel (Dehydrierung). Deshalb trinken viele Menschen vor dem Schlafengehen noch Wasser. Doch laut einer Studie eines internationalen Forschungsteams bringt das jedoch kaum etwas.

Hast du oft einen Kater?

Worauf bezieht sich das Fazit der Forschenden?

Das Team aus Australien, Deutschland und den Niederlanden wertete für seine Untersuchung 13 frühere Studien zu den körperlichen Folgen von Alkohol aus. Drei davon beschäftigten sich konkret mit der Frage, ob Wasserkonsum den Alkoholkater verhindern oder lindern kann.

Was kam dabei heraus?

Das Team um Joris C. Verster von der Universität Utrecht kommt zu dem Schluss, dass Dehydrierung nicht die Ursache eines Katers ist: «Die Daten lassen darauf schliessen, dass ein Kater und Dehydrierung zwei gleichzeitig auftretende, aber voneinander unabhängige Folgen des Alkohols sind», so die Autorinnen und Autoren im Fachjournal «Alcohol» (siehe Box).

Kater und Durst – unterschiedliche Ursachen, unterschiedliche Folgen

Die Erkenntnisse aus den neun Studien zu den körperlichen Auswirkungen von Alkohol deuten darauf hin, dass die Dehydration und der klassische Kater durch unterschiedliche Wirkmechanismen verursacht werden, so die Forschenden: «Dehydration wird durch Wasser- und Elektrolytverlust verursacht, während der Kater durch oxidativen Stress und eine Entzündungsreaktion hervorgerufen wird.

Entsprechend habe der Wasserkonsum während oder nach dem Trinken von Alkohol nur einen begrenzten Einfluss auf die Wiederherstellung des Wohlbefindens.

Woraus schliessen die Forschenden das?

Das Team stützt sich bei seiner Schlussfolgerung vor allem auf folgende drei Erkenntnisse:

  • Während Kater normalerweise relativ langanhaltend sind, sind die Dehydrierungseffekte normalerweise mild und von kurzer Dauer.
  • Die Daten aus Umfragen zeigten, dass der Wasserkonsum während oder direkt nach dem Alkoholkonsum nur einen geringen Effekt bei der Vorbeugung eines Katers am nächsten Tag hatte.
  • Zudem stand die während des Katers konsumierte Wassermenge in keinem Zusammenhang mit Veränderungen der Katerschwere und des Durstes.

Und was heisst das jetzt?

Laut den Studienautorinnen und -autoren bedeuten die Erkenntnisse vor allem, dass Anti-Kater-Mittel, die sich nur gegen die Dehydrierung richten, die Katersymptome kaum lindern. Sie können allenfalls gegen den Durst und einen trockenen Mund helfen.

In Zürich kann man sich für 180 Franken eine Infusion legen lassen, die den Kater in 30 Minuten verschwinden lassen soll. 20 Minuten hat getestet, ob das wirklich funktioniert.

Laut Hauptautor Verster beugt man einem Kater am besten vor, indem man wenig trinkt. Denn «je mehr Sie trinken, desto wahrscheinlicher ist es, dass Sie einen Kater bekommen», zitiert ihn nypost.com. Ab etwa dem Alter 30 Jahren sollte man sich diesen Rat besonders zu Herzen nehmen, denn dann fallen Kater schlimmer aus als in jungen Jahren.

Versters Rat dürfte auch der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und dem Bund gefallen. Erstere rät in ihren aktualisierten Empfehlungen zu «Null Promille». Die neue Lebensmittelpyramide empfiehlt: «alkoholische Getränke nicht täglich».

Denn Durst und Hangover sind nicht die einzigen möglichen Folgen von Bier, Wein und Co. Wie Alkohol wirkt, erfährst du in folgender Bildstrecke:

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Probleme mit Alkohol?

Hier findest du Hilfe:
Blaues Kreuz Schweiz, Beratungsstellen
Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen
Anonyme Alkoholiker, Tel. 0848 848 885
Feel-ok, Informationen für Jugendliche
My Drink Control, Selbsttest
Vergiftungsnotfälle, Tel. 145
ada-zh, Anlaufstelle Angehörige Sucht
Kinderseele Schweiz, Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen

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Fee Anabelle Riebeling (fee) arbeitet seit 2014 für 20 Minuten. Sie ist stv. Leiterin Wissen, History & Digital und Leiterin des Fachgremiums Faktencheck & Verifikation.

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