Null Promille: DGE rät komplett von Alkohol ab

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AlkoholIst schon einmal Anstossen einmal zu viel?

Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren: So heisst es im Volksmund. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sieht das anders: Sie rät ab sofort von Alkohol ab.

Für viele Menschen gehört zu einer richtigen Party auch Alkohol dazu. Bevor man allerdings kräftig zulangt, …
... sollte man sich bewusst machen, dass <a rel="nofollow" data-li-document-ref="103104375" href="https://20min.ch/103104375">Alkohol, genauer gesagt Ethanol, als Gift gilt</a>: 2007 wurde der Stoff von der WHO als potenziell krebserregend eingestuft. Ausserdem soll er nach bisherigem Kenntnisstand für über 300 Krankheiten und Organschäden verantwortlich sein.
Doch wie so oft gelten auch hier die viel zitierten Worte des Schweizer Mediziners Paracelsus (1493–1541), der frei übersetzt sagte: «Die Dosis macht das Gift.» Soll heissen: Gegen Alkohol spricht nichts, solange er massvoll getrunken wird.
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Für viele Menschen gehört zu einer richtigen Party auch Alkohol dazu. Bevor man allerdings kräftig zulangt, …

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Darum gehts

  • Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt neu, komplett auf Alkohol zu verzichten.

  • Auch geringe Mengen gelten laut DGE als schädlich und bieten keine gesundheitlichen Vorteile.

  • Die DGE nennt auch Beispiele für risikoarmen, moderaten und riskanten Alkoholkonsum.

Ein Glas Wein zum Anstossen, ein Bier zum Feierabend oder der Schnaps nach dem Essen. Das gehört für viele Menschen einfach dazu. In geringen Mengen wurde Alkohol sogar eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt. Doch nun kommt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nach der Analyse mehrerer Studien zum Thema zu dem Schluss: Auch geringe Mengen sind schädlich.

«Am besten null Promille»

Die DGE rät in ihrem neuen Positionspapier (PDF) dazu, keinen Alkohol zu trinken. «Am besten null Promille», heisst es in einer Mitteilung. Der Grund: «Es gibt keinen gesundheitsfördernden oder für die Gesundheit risikofreien Alkoholkonsum.»

Trinkst du Alkohol?

Zahlreiche negative Folgen

Alkohol sei eine psychoaktive Droge (siehe obige Bildstrecke) und als Ursache von mehr als 200 negativen gesundheitlichen Folgen identifiziert worden. Darunter Krebs (vor allem Brust- und Dickdarmkrebs), Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Magen- und Darm-Erkrankungen, Diabetes mellitus sowie den Abbau der kognitiven Leistungen, Alzheimer und andere Demenzerkrankungen. Auch Unfälle erfolgten infolge von Alkoholkonsum.

Alkohol: Je weniger, desto besser

Wer trotzdem nicht auf Alkohol verzichten will, sollte vor allem grosse Mengen vermeiden, rät die Fachgesellschaft. Denn vor allem riskante Alkoholmengen und das Rauschtrinken verringern die Lebensqualität und erhöhen das Risiko für Krankheiten und vorzeitigen Tod.

Diese Empfehlung gilt insbesondere für junge Menschen. Kinder, Jugendliche, Schwangere und Frauen, die stillen, sollten gar keinen Alkohol trinken.

Wie viel Alkohol ist denn noch okay?

Laut DGE gelten folgende Mengen als risikoarm, moderat und riskant:

  • Ein bis zwei kleine Gläser Wein beziehungsweise eine bis zwei kleine Flaschen Bier pro Woche gelten laut DGE als risikoarm.

  • Wer bis zu fünf kleine Gläser Wein oder zwei Liter Bier pro Woche trinkt, weist ein moderates Risiko auf.

  • Alles darüber stuft die Gesellschaft als riskantes Trinkverhalten ein.

  • Wer punkto Alkohol risikofrei unterwegs sein möchte, muss auf ihn verzichten. Etwas, was die Generation Z und viele Millennials beherzigen.

DGE

Was ist mit den Studien, die gesundheitliche Vorteile ergeben haben?

Der Grund dafür, dass einige Studien bei mässigem Alkoholkonsum Gesundheitsvorteile ermittelt hätten, liegt in Verzerrungen wegen Mängeln im Studiendesign, wie die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Forschende der kanadischen Universität Victoria herausfanden. Sie hatten 107 Langzeituntersuchungen zum Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Mortalität ausgewertet.

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