
Ein Tattoo soll ein Leben lang halten. Damit es so lange gefällt, ist die Auswahl eines guten Tattoo Studios essenziell. Ein Tattoo Artist verrät, woran du eines erkennst.
20min/Marco Zangger6 PunkteSo unterscheidest du ein gutes von einem schlechten Tattoostudio
Du bist auf der Suche nach einem guten Tattoostudio, doch kommst mit Google allein nicht weiter? Eine erfahrene Tätowiererin verrät die wichtigsten Punkte, die du beachten solltest.
Laut dem Schweizer Bundesamt für Statistik ist jede vierte Person in der Schweiz tätowiert. Bei den 18- bis 29-Jährigen ist es sogar jede Zweite. Doch wie entscheidet man sich im Schweizer Dschungel voller Tattoostudios (über 700 sind registriert) für das richtige? Tattoo Artist Agata Haindl verrät, welche Punkte du beachten solltest.
Über die Expertin
1. Der Online-Auftritt
Um zu starten, ist Social Media immer gut. «Du bekommst ein Gefühl für den Stil und kannst sehen, ob dir seine Arbeiten zusagen.» Auch saubere Schattierungen, gerade Linien und der Stil der Designs sind erkennbar. Laut der Expertin sollte es immer auch eine Website geben. «Wenn nicht, ist das bereits ein erstes Warnzeichen.» Pluspunkte gibt es dafür, wenn es online Bilder vom Studio selbst gibt.
2. Die Rezensionen
Heute hat man die Möglichkeit, bereits vor einem Gespräch Rezensionen zu lesen. «Man ist leicht dazu verleitet, aber man sollte nicht nur die schlechtesten lesen», so Haindl. Das hat einen Grund: «An den besten Rezensionen erkennt man, was den Kundinnen und Kunden gefallen hat und was sie besonders hervorheben.» Bei einer schlechten Durchschnittsnote sollte man aber hellhörig werden.

Online-Bewertungen von Tattoostudios können bei der Einschätzung helfen, aber nie ein direktes Gespräch ersetzen.
Pexels/Peter Verastegui3. Das Telefonat
Laut der Expertin sind gute Tätowierer oft ausgebucht und können in den seltensten Fällen einen kurzfristigen Termin am Telefon vergeben. «Das geht nur, wenn jemand eine Session ausfallen lassen oder verschoben hat.» Was man dafür vereinbaren sollte: «Ein persönliches Gespräch direkt vor Ort, sodass man einen Einblick in das Studio und die Arbeitsbedingungen bekommt. Das sagt viel aus.»
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4. Das erste Gespräch
Ein direktes Gespräch (vor Ort oder im Video-Call) vor dem eigentlichen Tattoo-Termin ist essenziell. «Dort kann der Kunde oder die Kundin seine oder ihre Wünsche und Ideen äussern, sowie über die Platzierung sprechen», so die Expertin. «Zudem kann das Studio eine Einschätzung über die Machbarkeit abgeben.» Auch wichtig: «Es sollte der Gesundheitszustand gecheckt werden – Krankheiten, aktuelle Behandlungen und das Alter – genauso wie ein ungefährer Preis.»
5. Die Antwort – und Reaktion – auf Rückfragen
Du hast keine Fragen mehr? Haindl hat ein paar auf Lager und empfiehlt, diese auch zu stellen: «Wie viel Erfahrung hat der Tattoo-Artist, wo hat er oder sie gelernt, gibt es bestimmte Zertifikate, wie sehen die Hygiene-Standards aus – man sollte sich trauen, solche Fragen zu stellen und der Tätowierer sollte sie gern beantworten.» Das kann helfen, Zweifel von Anfang an aus dem Weg räumen. «Wenn jemand schnippisch antwortet, sollte man sich fragen, warum und auf sein Bauchgefühl hören.»

Frisch verpackte Arbeitsmaterialien gehören zu den wichtigsten Hygiene-Standards, die ein Studio erfüllen sollte.
Pexels/CottonbroStudio6. Verdächtig niedrige Preise
«Ich will nur schnell ein Tattoo, fünf Minuten» – wer so an seinen Termin herangeht, wird nicht weit kommen. «Professionelle Studios verrechnen immer die erste volle Stunde. Neben dem Vorgespräch mit dem Kunden muss Equipment parat gelegt werden, alles desinfiziert werden, dazu kommen Materialkosten und Aufräumarbeiten. Daher fangen Tattoos in der Schweiz – egal, wie klein sie sind – meist bei etwa 250 Franken an.» Liegt der Preis weit darunter, muss irgendwo gespart werden. «Im besten Fall nur an einer Stelle, im schlimmsten überall: Neben einem schlechten Tattoo riskiert man bei solchen Anbietern auch seine Gesundheit. Das sollte kein Schnäppchenpreis wert sein.»
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