Berliner Polizei muss liegengebliebenen E-Bus schieben

Publiziert

Minus-TemperaturenBerliner Polizei muss liegengebliebenen E-Bus schieben

Berlin zählt beim Ausbau seiner E-Bus-Flotte auf die «hohe Verlässlichkeit». Die aktuelle Kältewelle in Deutschland führt bei den Elektrobussen der Berliner Verkehrsbetriebe aber zu zahlreichen Ausfällen. Die Polizei hilft.

Berliner Polizistinnen und Polizisten helfen bei liegengebliebenen E-Bussen tatkräftig mit.
Die E-Busse in der deutschen Hauptstadt haben mit der Kälte zu kämpfen.
Zahlreiche der neuen Fahrzeuge fallen aus.
1 / 4

Berliner Polizistinnen und Polizisten helfen bei liegengebliebenen E-Bussen tatkräftig mit.

Twitter / Bundespolizei Berlin

Darum gehts

  • Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben vor eineinhalb Jahren begonnen, eine E-Bus-Flotte aufzubauen.

  • Neben dem Umweltaspekt streichen die BVG auch die «hohe Verlässlichkeit» der Elektrobusse heraus.

  • Die aktuellen Minustemperaturen in Deutschland führen aber bei den Berlinern E-Bussen zu zahlreichen Ausfällen.

Der Winter hält Deutschland weiter im Griff. Bis zu -10 Grad wird es am Mittwoch in Berlin: Ein weiterer Tag mit Minustemperaturen, die nicht nur den Menschen zu schaffen machen — sondern auch den Elektrobussen. Wie ein Bild der Bundespolizei Berlin auf Twitter zeigt, müssen die Beamtinnen und Beamten auch selber tatkräftig mithelfen.

Die «Berliner Morgenpost» (Bezahl-Artikel) berichtet, dass es seit Tagen zu Ausfällen von Fahrzeugen kommt. Allein am Montag seien es 23 gewesen. Weitere Ausfälle wurden unter anderem durch den Einsatz von Dieselbussen kompensiert.

Vertraglich definierte Leistung nicht erreicht

Als besonders problematisch haben sich demnach die sogenannten Depotlader herausgestellt, also die Busse, die über Nacht vergleichsweise langsam im Depot aufgeladen werden. Gemäss einer internen Mitteilung haben sie im «überwiegenden Teil» ihre Reichweite nicht erreicht und mussten ausgetauscht werden. Auch die Eindecker-Busse des Herstellers Solaris erreichten die geforderte Leistung nicht.

Wie eine Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe BVG der «Morgenpost» sagte, müssten diese auch bei Minus 10 Grad noch 130 Kilometer fahren können, was aber nicht alle geschafft hätten. Ein Mitgrund dafür sei die Heizung gewesen, die zu viel Batterieleistung verbraucht habe, weshalb für den Fahrbetrieb die Energie gefehlt habe.

Berlin baut seine Elektrobus-Flotte weiter aus

Die BVG ist stolz auf ihre wachsende elektrische Flotte, die vor eineinhalb Jahren lanciert wurde und per Dezember 2020 137 E-Busse umfasst, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Weitere E-Busse sind bereits bestellt, die Flotte wird weiter aufgebaut. Im Jahr 2022 sollen weitere 90 Elektrobusse dazukommen.

Im Oktober sagte Vorstandsvorsitzende Eva Kreienkamp: «Das Engagement unserer Fachleute und die hohe Verlässlichkeit der Fahrzeuge machen uns zuversichtlich, ab 2030 komplett lokal emissionsfrei unterwegs zu sein.»

Auch Probleme auf Autobahnen

Deutschland kämpft derzeit mit Schnee und klirrend kalten Temperaturen. Wegen des anhaltenden Wintereinbruchs gab es nach Angaben der Polizei vom Mittwoch weiterhin erhebliche Probleme auf den Strassen, auch wenn sich die Lage im Vergleich zu den vergangenen Tagen allmählich entspannte. So lösten sich die extremen Staus auf den Autobahnen 2 und 30 in Ostwestfalen in der Nacht zum Mittwoch langsam auf, wie die Polizei in Bielefeld mitteilte.

Dort war der gesamte Verkehr in der Nacht zum Dienstag wegen der Wetterlage und liegengebliebener Fahrzeuge zum Erliegen gekommen, Autofahrer strandeten bei eisiger Kälte in bis zu 30 Kilometer langen Staus und mussten von Rettungskräften versorgt werden. In der Nacht zum Mittwoch meldete die Polizei eine «stabile» Lage, warnte aber weiterhin vor Behinderungen durch Kälte und glatte Fahrbahnen. Autofahrer sollten den Bereich «weiträumig» meiden.

Durch den Einstrom extrem kalter Polarluft herrschte nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts (DWD) in der Nacht in weiten Teilen des Landes strenger Frost. Im Bereich der Mittelgebirge in der Mitte und im Osten machte sich dies am stärksten bemerkbar. Laut DWD war insbesondere Thüringen betroffen. Den Kälterekord der Nacht hielt die Thüringer Stadt Mühlhausen mit minus 27,5 Grad Celsius.

Deine Meinung zählt

40 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen