Konsum-FestivalTrotz Ansturm: Händler klagen über Black-Friday-Geschäft
Für den Handel wäre der diesjährige Aktionstag Black Friday besonders wichtig gewesen. Doch die Zahlen enttäuschen. Nun muss es der Cyber Monday richten.
Black Friday: Darum gehts
Der Black Friday lockte viele Menschen in die Geschäfte, doch die Umsätze blieben hinter den Erwartungen zurück.
Im Vergleich zum Vorjahr wurden rund 30 Millionen Franken weniger umgesetzt, trotz des grossen Andrangs.
Der Online-Handel verzeichnete einen leichten Anstieg, mit einem Plus von fünf Millionen Franken.
Die Zürcher Innenstadt verkam zum Messgelände, das Sihlcity-Einkaufszentrum zum Pilgerort: Wer dachte, der Aktionstag Black Friday ziehe keine Menschen mehr an, der irrte sich. Zumindest optisch schien der Tag so beliebt wie nie. Durchatmen für die Händler? Der Schweizer Non-Food-Handel brauchte nämlich dringend einen kräftigen Konsumtag wie den Black Friday. Schliesslich ist in den ersten drei Quartalen des Jahres der Umsatz in jenem Bereich bereits um 2,8 Prozent gesunken, wie Zahlen der Forschungsfirma GFK zeigen.
Bereits im Vorfeld allerdings warnte die Verkaufsplattform Blackfridaydeals.ch, dass die international zelebrierte Einkaufsparty für die Händler dieses Jahr weniger ergiebig ausfallen dürfte. Zwei Tage nach dem Black Friday hat die Firma nun ihre Hochrechnungen präsentiert. Fazit: Mit einem Umsatz von 460 Millionen Franken blieben die Zahlen deutlich hinter den Erwartungen zurück – trotz grossem Ansturm.
Minus 30 Millionen – online im Plus
Dies entspricht einem Rückgang von rund 30 Millionen Franken im Vergleich zum Vorjahr und ist ebenfalls rund zehn Millionen weniger als die ohnehin schon zurückhaltenden Prognosen.
Dafür scheint der Black-Friday-Verkauf online etwas besser gelaufen zu sein. Konkret geht die Plattform von einer Steigerung von rund fünf Millionen auf 120 Millionen Franken aus.
Preistreiber sind ausgeschieden
«Trotz vieler Rabatte und Aktionen war der grosse Shopping-Hype an diesem Tag eher bescheiden», erklärt Detailhandeslexperte Julian Zrotz. Ein wichtiger Grund sei der Rückzug von grossen Anbietern wie Melectronics aus dem Black-Friday-Rennen gewesen: «Ohne solche Preistreiber im Elektronikbereich war der Konkurrenzdruck geringer, was die Attraktivität der Angebote schmälerte.»
Auch die Tatsache, dass einige Händler bereits Wochen vorher Rabatte und Sonderaktionen wie das beliebte Halbtax zum halben Preis angeboten hatten, hätte dazu beigetragen, dass viele Kundinnen und Kunden ihre Einkäufe schon früher tätigten.
Hast du am Black Friday zugeschlagen?
War das Wetter doch zu schön?
Auch das Wetter habe laut Zrotz einen Faktor gespielt: «Der sonnige Tag lockte viele Menschen eher in die Natur als in die Shoppingcenter.» Dies würde immerhin erklären, weshalb erst in den Abendstunden die Gassen so richtig voll wurden.
Hinzu kommt, dass nur rund 13 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer den Black Friday für ihre Weihnachtseinkäufe nutzen wollten – eine verhältnismässig niedrige Zahl.
Trotz der schwachen Black-Friday-Bilanz gibt es Grund zur Hoffnung: Der Cyber Monday, der mit Fokus auf den Onlinehandel und noch günstigeren Angeboten ebenfalls als einer der grossen Shopping-Tage gilt, steht vor der Tür. Und Experten sind optimistisch, dass er den Umsatz in den kommenden Tagen wieder ankurbeln könnte.
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