Bub wird von seiner Lehrerin im Netz verspottet

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ÖsterreichLehrerin stellt Bub (9) im Netz bloss – mit fatalen Folgen

Eine Lehrerin postete auf Instagram die Deutschaufgabe eines Schülers und stellte ihn bloss. Seither stottert der Bub. 

Eine Lehrerin hat in Österreich die korrigierten Hausaufgaben ihres neunjährigen Schülers auf Instagram gepostet.
Auf Türkisch schrieb sie: «Ich wünschte, dass das alles nur ein Spass ist.» Der Bub ist seither psychisch schwer angeschlagen.
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Eine Lehrerin hat in Österreich die korrigierten Hausaufgaben ihres neunjährigen Schülers auf Instagram gepostet.

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Darum gehts

  • Eine Lehrerin hat in Österreich einen neunjährigen Bub aus ihrer Klasse auf Instagram blossgestellt.

  • Der Bub stottert seither und will nicht mehr in die Schule gehen.

  • Die Bildungsdirektion Niederösterreich hat nun disziplinarische Massnahmen gegen die Lehrerin eingeleitet, die seit dem Vorfall krankgeschrieben ist.

Ein Bub einer vierten Klasse der Volksschule Theresienfeld (Bezirk Wiener Neustadt-Land) wurde von seiner Lehrerin auf Instagram verspottet. Die Pädagogin schrieb die Leistungen des neunjährigen Buben mit Migrationshintergrund in sein Heft nieder. Fotos davon postete sie anschliessend auf Instagram, wie Heute.at berichtet. 

Neben mehreren ausgebesserten Rechtschreib- und Grammatikfehlern zierte ein Schriftzug auf Türkisch die korrigierten Hausaufgaben. Übersetzt bedeutet der Wortlaut: «Ich wünschte, dass das alles nur ein Spass ist.» Für den Bub sei die Zeit danach schwer zu ertragen gewesen.

Bub stottert und will nicht mehr in die Schule gehen

Der Schüler ist laut seiner Mutter seither psychisch schwer angeschlagen, die Pädagogin liess sich krankschreiben. Der Vorfall habe sich vor rund zwei Wochen ereignet, wie es weiter heisst. Erst Tage danach habe die Mutter erfahren, was ihrem Kind widerfahren war. Beim Schreiben der Hausaufgaben zeigte sich ihr Sohn nämlich stark verunsichert. Er habe ständig geweint und gestottert. 

Die Bilder aus der Instagram-Story (die nur 24 Stunden lang sichtbar sind) seien schnell verbreitet worden, was dazu geführt habe, dass die besorgte Mutter von dem Vorfall erfahren habe. Sie betont gegenüber Heute.at: «Mir wurde keine offizielle Mitteilung zuteil; stattdessen erfuhr ich von Dritten von diesem Vorfall.» Ihr Sohn weigere sich seither, in die Schule zu gehen. 

Disziplinarische Massnahmen eingeleitet

In einem Elternbrief bedauerte die Volksschul-Direktorin die Aktion der Lehrerin. «Das Posten personenbezogener schulischer Leistungen von Seiten einer Lehrperson in den sozialen Medien ist in jedem Fall inakzeptabel», heisst es unter anderem.

Die Pädagogin wollte nach eigenen Angaben auf die Wichtigkeit des Lesens von Büchern aufmerksam machen. Die Bildungsdirektion Niederösterreich hat nun disziplinarische Massnahmen gegen die Lehrerin eingeleitet. Es werde sichergestellt, dass sie den Bub nie mehr unterrichten werde. 

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von (Cyber-)Mobbing betroffen? 

Hier findest du Hilfe:

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Fachstelle Mobbing (kostenpflichtig)

Elternberatung, Tel. 058 261 61 61

Hilfe bei Mobbing, Fachstelle für Schulen und Eltern (kostenpflichtig)

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz



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