Syrien: 500 Tote und 50'000 auf der Flucht

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Bürgerkrieg SyrienHunderte Tote, 50'000 Menschen auf der Flucht

Der lange eingefrorene Bürgerkrieg in Syrien flammt überraschend wieder auf. Innerhalb weniger Tage forderten die Kämpfe zahlreiche Tote und brachten grosses Leid.

Laut der Beobachtungsstelle kamen unter den Aufständischen mindestens 217 Kämpfer der Rebellengruppe HTS ums Leben.
Unter den zahlreichen Todesopfern sind auch Zivilisten.
Dabei gelang es den Jihadisten, die Stadt Aleppo nahezu vollständig unter ihre Kontrolle zu bringen.
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Laut der Beobachtungsstelle kamen unter den Aufständischen mindestens 217 Kämpfer der Rebellengruppe HTS ums Leben.

Anas Alkharboutli/dpa

Darum gehts

  • In Syrien ist der Bürgerkrieg wieder aufgeflammt.

  • Hunderte Menschen sind bereits ums Leben gekommen.

  • Der UN-Sicherheitsrat hält derweil eine Sondersitzung zur Lage in Syrien ab.

Im Zuge der neuen Gefechte in Syrien zwischen islamistischen Rebellen und Regierungstruppen sind Aktivisten zufolge mehr als 500 Menschen getötet worden. Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die mit einem breiten Netz an Informanten stets gut informiert ist, waren unter den Todesopfern auch 92 Zivilisten.

Hunderte Tote innert Tagen

Vor wenigen Tagen hatte eine Allianz Aufständischer unter der Führung der Islamistengruppe Haiat Tahrir al-Scham (HTS) eine Blitzoffensive im Nordwesten Syriens begonnen. Syriens Machthaber Baschar al-Assad kündigte eine Gegenoffensive an.

20 Minuten/ Tom Vaillant

Laut der Beobachtungsstelle kamen unter den Aufständischen mindestens 217 Kämpfer der Rebellengruppe HTS ums Leben sowie 51 Kämpfer der sogenannten «Freien Syrischen Armee», die von der Türkei unterstützt wird. Aufseiten der syrischen Soldaten und regierungstreuen Truppen gab es demnach 154 Todesopfer.

Luftangriffe auf Wohngebiete der Rebellenhochburg Idlib, Hauptstadt des gleichnamigen Gouvernements, haben einen Massenexodus ausgelöst. Anwohner berichteten von katastrophalen humanitären Folgen: Die Wasserversorgung brach zusammen, zeitweise fiel auch der Strom aus. Nach UNO-Angaben trieben die Kämpfe in den vergangenen Tagen fast 50'000 Menschen in die Flucht.

UN-Sicherheitsrat hält Sondersitzung zu Syrien ab

Der UN-Sicherheitsrat berät am Dienstag in einer Sondersitzung über die jüngste Eskalation im syrischen Bürgerkrieg. Die Sitzung war von der Regierung in Damaskus beantragt worden, wie Diplomaten am UN-Hauptquartier in New York mitteilten.

Im Norden Syriens hatten Jihadisten in der vergangenen Woche eine Grossoffensive gegen die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad gestartet. Angeführt wird die Offensive von der Jihadistengruppe Hajat Tahrir al-Scham (HTS), dem syrischen Ableger des Extremistennetzwerks al-Qaida. Der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge brachten Jihadisten Syriens zweitgrösste Stadt Aleppo in den vergangenen Tagen weitgehend unter ihre Kontrolle. Assad wird in dem Bürgerkrieg von Russland und dem Iran unterstützt. Die russische Armee flog in den vergangenen Tagen Angriffe gegen die regierungsfeindlichen Kämpfer in Aleppo.

Quelle: AFP

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