Daniel Jositsch erhielt bloss vier Stimmen

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SP-BundesratskandidatGedemütigt und abgestraft – Jositsch erhielt am wenigsten Stimmen

Daniel Jositsch wurde von seiner Partei abgestraft. Von allen Kandidierenden für den SP-Bundesratssitz erhielt er am wenigsten Stimmen.

 Daniel Jositsch hat bei der Nomination fürs SP-Bundesratsticket von allen Kandidierenden am schlechtesten abgeschnitten.
 «Jositsch hat es nicht verdient, von der Fraktion derart abgestraft zu werden», sagt in der «SonntagsZeitung» Priska Seiler Graf, Co-Präsidentin der SP Kanton Zürich.
Das schlechte Resultat von Jositsch könnte eine Reaktion darauf gewesen sein, dass er sich im vergangenen Jahr gegen die alleinige Nominierung von Frauen auf der SP-Liste ausgesprochen hatte.
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Daniel Jositsch hat bei der Nomination fürs SP-Bundesratsticket von allen Kandidierenden am schlechtesten abgeschnitten.

Tamedia AG

Darum gehts

  • Daniel Jositsch hat bei der Nomination fürs SP-Bundesratsticket von allen Kandidierenden am schlechtesten abgeschnitten.

  • Das schlechte Resultat von Jositsch könnte eine Reaktion darauf gewesen sein, dass er sich im vergangenen Jahr gegen die alleinige Nominierung von Frauen auf der SP-Liste ausgesprochen hatte.

  • Dass der Zürcher Ständerat erneut für den Bundesrat kandidieren wird, ist höchst unwahrscheinlich.


Die SP-Fraktion hat sich für ein Zweierticket entschieden. Die Sozialdemokraten gehen mit Beat Jans und Jon Pult ins Rennen um die Nachfolge von Alain Berset. Daniel Jositsch hat bei der Nomination fürs SP-Bundesratsticket von allen Kandidierenden am schlechtesten abgeschnitten. In der ersten Runde kam er gerade einmal auf vier von 49 Stimmen. «Jositsch hat es nicht verdient, von der Fraktion derart abgestraft zu werden», sagt in der «SonntagsZeitung» Priska Seiler Graf, Co-Präsidentin der SP Kanton Zürich.

Jositsch habe in den letzten Jahren enorm viel für die SP geleistet und sei im Volk sehr beliebt. Bei den Ständeratswahlen vor einem Monat holte Jositsch über 230’000 Stimmen. Dies war schweizweit das beste Ergebnis. Auch seine ehemalige Partnerin, Chantal Galladé, übt Kritik. Das Resultat der Nomination in der Fraktion zeige: «Starke Figuren und eigenständige Positionen werden in der SP nicht toleriert». Galladé selber ist mittlerweile von der SP zur GLP gewechselt. «Durch die Nicht-Nomination Jositschs hat die SP ihren letzten sozialliberalen Exponenten abgesägt», sagt sie weiter.

«Man soll ja niemals nie sagen»

Das schlechte Resultat von Jositsch könnte eine Reaktion darauf gewesen sein, dass er sich im vergangenen Jahr gegen die alleinige Nominierung von Frauen auf der SP-Liste ausgesprochen hatte. Jositsch hatte nie offiziell ausgeschlossen, eine allfällige Wahl anzunehmen. Er erhielt schliesslich 58 Stimmen und verhinderte womöglich eine Wahl der Favoritin Eva Herzog. Gewählt wurde schliesslich Aussenseiterin Elisabeth Baume-Schneider.

Dass der Zürcher Ständerat erneut für den Bundesrat kandidieren wird, ist höchst unwahrscheinlich. Auf die Frage von ZüriToday, ob das seine letzte Bundesratskandidatur gewesen sei, antwortet der 58-Jährige: «Das würde ich mal annehmen, dass das die letzte Bundesratskandidatur gewesen ist.» Eine Hintertür lässt er sich aber dennoch offen. «Man soll ja niemals nie sagen», so Jositsch.  

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