Festnahme in ItalienTechnologie von Schweiz-Iraner soll US-Soldaten getötet haben
Ein iranisch-amerikanischer und ein schweizerisch-iranischer Staatsbürger wurden festgenommen, weil sie angeblich sensible US-Technologie für Drohnen in den Iran exportiert haben sollen.
Darum gehts
In Italien wurde ein schweizerisch-iranischer Doppelbürger festgenommen.
Ihm wird die Beteiligung an US-Technologie vorgeworfen, die bei einem tödlichen Drohnenangriff in Jordanien verwendet wurde.
Auch ein iranisch-amerikanischer Staatsbürger wurde festgenommen, er soll dem Schweiz-Iraner geholfen haben.
Ein iranisch-amerikanischer Staatsbürger und ein schweizerisch-iranischer Staatsbürger wurden von den US-Behörden festgenommen und angeklagt, weil sie angeblich sensible Technologie in den Iran exportiert haben, die bei einem tödlichen Drohnenangriff auf US-Truppen in Jordanien eingesetzt wurde.
«Al Jazeera» berichtet, dass Bostoner Bundesanwälte am Montag zwei Männer wegen Verschwörung zur Verletzung von US-Exportgesetzen anklagten. Es handle sich dabei Mohammad Abedini (38), den Mitbegründer eines im Iran ansässigen Unternehmens, sowie den 42-jährigen Mahdi Sadeghi, einen Mitarbeiter des in Massachusetts ansässigen Halbleiterherstellers Analog Devices.
Tarnunternehmen in der Schweiz
Hochentwickelte Navigationsausrüstung, die bei dem Drohnenangriff verwendet wurde, konnte offenbar zu Abedinis iranischem Unternehmen SDRA zurückverfolgt werden, das für die Herstellung zuständig ist. Dem Schweizer Doppelbürger wird vorgeworfen, ein in der Schweiz ansässiges Unternehmen als Tarnung benutzt zu haben, um US-Technologien von Sadeghis Arbeitgeber zu beschaffen. Seit 2016 habe Sadeghi ihn dabei mehrfach unterstützt.
Dem Bericht zufolge wurde der Schweizer Doppelbürger Mohammad Abedini auf Ersuchen der US-Regierung in der italienischen Metropole Mailand festgenommen. Seine Auslieferung wird angestrebt.
«Heute haben wir gemeinsam mit unseren Partnern im In- und Ausland zwei Männer angeklagt und festgenommen, die sich verschworen haben, US-Sanktionen zu umgehen und der iranischen Regierung Navigationstechnologie für Drohnen zu liefern, die bei diesem Angriff eingesetzt wurde», sagte die stellvertretende US-Generalstaatsanwältin Lisa Monaco in einer Erklärung.
Hintergrund
Analog Devices erklärte gegenüber «Al Jazeera», man kooperiere mit den Strafverfolgungsbehörden und sei «entschlossen, den unbefugten Zugang und die missbräuchliche Verwendung unserer Produkte und Technologien zu verhindern».
Im Januar gab es einen Drohnenangriff auf einen US-Militärposten in Jordanien, bei welchem drei Soldaten getötet und 47 weitere verletzt wurden. Verantwortlich dafür soll die Islamische Widerstandsbewegung im Irak sein, eine Dachorganisation iranisch unterstützter Kämpfer.
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