Trinity-Krater: Hier liess Oppenheimer die Atombombe hochgehen

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Trinity-KraterHier liess Oppenheimer die Atombombe hochgehen – der Ort strahlt bis heute

Die Zündung der ersten Atombombe der Welt hat Spuren hinterlassen: Der damals entstandene Krater ist bis heute sichtbar – sogar auf Satellitenbildern.

Am 16. Juli 1945 explodierte in der Wüste New Mexicos um fünf Uhr 29 Minuten und 45 Sekunden mit «the gadget» (das Gerät) die erste Atombombe der Welt. Damit hatte das Atomzeitalter begonnen.
Gezündet worden war eine sogenannte Plutonium-Implosionsbombe. (Im Bild: Der ebenfalls am «Manhattan Project» beteiligte Physiker Norris Bradbury mit «the gadget», für deren Endmontage er verantwortlich war)
Die Sprengkraft von «the gadget» erreichte 21 Kilotonnen TNT, die Druckwelle war mindestens 160 Kilometer weit zu spüren. Eine Pilzwolke stieg mindestens zwölf Kilometer empor. (Im Bild: Feuerball der Explosion, 0,025 Sekunden nach der Detonation)
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Am 16. Juli 1945 explodierte in der Wüste New Mexicos um fünf Uhr 29 Minuten und 45 Sekunden mit «the gadget» (das Gerät) die erste Atombombe der Welt. Damit hatte das Atomzeitalter begonnen.

USDE/PD

Darum gehts

  • Mehr als 78 Jahre ist die erste Zündung einer Atombombe her. 

  • Die Erinnerung an den «Trinity-Test» hat sich ins globale Gedächtnis eingebrannt.

  • Und auch in der Erde sind die Spuren des Tests noch erkennbar.

  • Das zeigen Satellitenbilder.

Die erste Atombombe der Welt explodierte mit gut anderthalbstündiger Verspätung. Eigentlich hätte sie um Punkt vier Uhr früh gezündet werden sollen. Doch ein heftiges Gewitter machte den Verantwortlichen einen Strich durch die Rechnung – und bereitete ihnen grosse Sorgen. Denn das Risiko von Blitzeinschlägen in den 30 Meter hohen Stahlturm, auf dem die Testwaffe gezündet werden sollte, war real und drohte, die Pläne der US-Regierung zunichtezumachen (siehe Box). Denn die wollte mit dem Test der ersten Atombombe ein unübersehbares Zeichen amerikanischer Stärke setzen.

Darum drängte die Zeit

Um kurz vor halb sechs erfolgte die Zündung

Um fünf Uhr 29 Minuten und 45 Sekunden wagten es die Beteiligten schliesslich: «The Gadget» – auf Deutsch: das Gerät – wurde gezündet. Dabei handelte es sich um eine sogenannte Plutonium-Implosionsbombe. Das spaltbare Plutonium ist bei einer solchen Bombe von mehreren Schichten Sprengstoff umgeben. Zündet der Sprengstoff, presst er das Plutonium im Inneren zusammen, sodass die Kettenreaktion einsetzt und die Bombe gezündet wird.

Eine gewaltige Explosion erschütterte am 16. Juli 1945 um 5.29 Uhr und 45 Sekunden die Wüste von New Mexico: Die erste Atombombe der Welt war gezündet worden.

20min

Krater ist bis heute sichtbar, die Strahlung bis heute erhöht

Der Trinity-Test, wie Oppenheimer das Vorhaben getauft hatte, war ein voller Erfolg: Die gemessene Sprengkraft erreichte 21 Kilotonnen TNT, die Druckwelle war 160 Kilometer weit zu spüren. Eine Pilzwolke stieg zwölf Kilometer empor. So wurde es zumindest über viele Jahre berichtet. Laut einer neuen, noch nicht in einem Fachjournal veröffentlichten Studie reichten Druckwelle und Wolke noch deutlich weiter, wie Nytimes.com berichtet. Vor Ort übrig blieb ein riesiger, verstrahlter, drei Meter tiefer und 330 Meter breiter Krater im Wüstensand. Die Spuren sind bis heute ersichtlich. Sogar auf Satellitenbildern sind sie erkennbar. Es ist nicht das Einzige, was in der Wüste an die erste Atombombenzündung erinnert (siehe Bildstrecke oben).

Der Ort des Tests – die «Trinity Site» – wurde im Dezember 1965 zum National Historic Landmark (historischen Wahrzeichen) erklärt. Er liegt bis heute auf militärischem Sperrgebiet der «White Sands Missile Range». Die Strahlenwerte sind noch leicht erhöht. Nur zweimal im Jahr, am ersten Samstag im April und Oktober, ist der Ort für die Öffentlichkeit zugänglich. 

Der Trinity-Test selbst war gut vorbereitet: Um die Messgeräte für diesen zu kalibrieren, wurde am 7. Mai 1945 eine Ladung von 100 Tonnen Composition B gesprengt.

United States Department of Energy/PD

Test wurde Bevölkerung zunächst verschwiegen

Von den Geschehnissen in der Wüste bekam die Öffentlichkeit damals zunächst nichts mit. Es gab keine Ankündigung und keine echte Aufklärung. Um die heftige Explosion inmitten der Wüste zu erklären, behauptete das Militär, dass es sich um die Explosion eines Munitionslagers gehandelt habe. Erst nach der Zündung der Atombombe von Hiroshima erfuhr die Welt von dem Test.

Unsichtbare Gefahr

Die ersten drei Atombombenzündungen der Welt hatten deutlich gemacht, wie zerstörerisch sie sind. Trotzdem dauerte es noch viele Jahre, bis den Menschen auch die unsichtbare Gefahr bewusst wurde, die von den Explosionen ausging.  Und so waren die Atombombentests in der Wüste von Nevada bis ins Jahr 1962 gefragte Touristen-Highlights

Atombombentests und dazu noch in der Nähe einer hoch frequentierten Stadt sind aus heutiger Sicht unvorstellbar. Schliesslich wird bei der Detonation jede Menge Radioaktivität freigesetzt. (Im Bild: die Fremont Street in Las Vegas mit dem Atompilz einer 37-Kilotonnenbombe im Hintergrund, 1957)
Mitte des letzten Jahrhunderts sah man das deutlich entspannter: Zwischen 1951 und 1962 wurden vor den Toren Las Vegas' insgesamt 119 Atombomben überirdisch gezündet. (Im Bild: die Fremont Street in Las Vegas mit dem Atompilz einer 37-Kilotonnenbombe im Hintergrund, 1957)
Aber das ist noch nicht alles. Weil noch nicht klar war, was Radioaktivität anrichten kann, zogen die Atombombentests jede Menge Schaulustige an. (Im Bild: ein Atomtest in der Wüste Nevadas, 1957)
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Atombombentests und dazu noch in der Nähe einer hoch frequentierten Stadt sind aus heutiger Sicht unvorstellbar. Schliesslich wird bei der Detonation jede Menge Radioaktivität freigesetzt. (Im Bild: die Fremont Street in Las Vegas mit dem Atompilz einer 37-Kilotonnenbombe im Hintergrund, 1957)

Don English/Las Vegas News Bureau

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