Igel neu in Roter Liste als potenziell gefährdet eingestuft

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TierweltRote Liste: Igel erstmals als bedrohte Art eingestuft

Die Zahl der westeuropäischen Igel geht laut der Weltnaturschutzunion IUCN stark zurück. Das Tier wurde  in der Roten Liste der bedrohten Arten erstmals als «potenziell gefährdet» eingestuft.

Der westeuropäische Igel gilt neu als «potenziell gefährdet».
Die Rote Liste gibt es seit 1964 und umfasst derzeit mehr als 166'000 Tier- und Pflanzenarten.
Erstmals hat die IUCN auch global die Bäume beurteilt. 38 Prozent der gut 47'000 Arten weltweit gelten als gefährdet.
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Der westeuropäische Igel gilt neu als «potenziell gefährdet».

AFP

Darum gehts

  • Der westeuropäische Igel, der auch in der Schweiz vorkommt, wurde in der Roten Liste der bedrohten Arten erstmals als «potenziell gefährdet» beurteilt.

  • Die Bewertung entspricht der Stufe 2 der siebenstufigen Skala.

  • Erstmals stehen auch gefährdete Baumarten auf der Liste – Städtebau, Landwirtschaft oder invasive Arten sind die Gründe dafür.

«Das Problem ist der Mensch», sagt die Weltnaturschutzunion IUCN zur Tatsache, dass der westeuropäische Igel erstmals in der Roten Liste der bedrohten Arten als «potenziell gefährdet» eingestuft wurde.

«Insbesondere die Zerstörung ländlicher Lebensräume durch Intensivierung der Landwirtschaft, Strassen und Stadtentwicklung, führt zu einem Rückgang des westeuropäischen Igels», heisst es. Igel müssten besser geschützt werden.

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Rückgang um bis zu 33 Prozent

Der westeuropäische Igel (Erinaceus europaeus) kommt unter anderem in der Schweiz, Deutschland, Österreich, den Benelux-Ländern, Skandinavien und Grossbritannien vor. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre sei nach Schätzungen die Anzahl je nach Land zwischen 16 und 33 Prozent zurückgegangen. Im Flandern in Belgien und in Bayern sei es ein Rückgang um 50 Prozent gewesen. Gesicherte Angaben über die Gesamtzahl der Igel gibt es nicht. Igel bekommen in der Regel nur einmal pro Jahr Nachwuchs.

Die sieben Gefährdungsstufen

«Potenziell gefährdet» ist Stufe 2 der siebenstufigen Skala, die die IUCN für die Beurteilung der Gefährdung verwendet. Die Skala reicht von «nicht gefährdet» bis «ausgestorben». Die Rote Liste gibt es seit 1964. Sie umfasst inzwischen mehr als 166'000 Tier- und Pflanzenarten, von denen gut 46'000 bedroht sind.

Der westeuropäische Igel wird als «potenziell gefährdet» (Stufe 2 von 7) bewertet.

Der westeuropäische Igel wird als «potenziell gefährdet» (Stufe 2 von 7) bewertet.

IMAGO/imagebroker

Erstmals auch Baumarten auf der Liste

Erstmals hat die IUCN auch global die Bäume beurteilt. 38 Prozent der gut 47'000 Arten weltweit seien gefährdet, heisst es in der Roten Liste jetzt. Die grösste Zahl der bedrohten Arten gebe es auf Inseln. Dort seien Bäume durch Städtebau, Landwirtschaft, invasive Arten und den Klimawandel, stärkere Stürme und steigende Meeresspiegel bedroht.

Wenn Bäume sterben, sei dies auch eine grosse Bedrohung für andere Pflanzen, Pilze und Tiere. «Als entscheidender Bestandteil vieler Ökosysteme sind Bäume aufgrund ihrer Rolle im Kohlenstoff-, Wasser- und Nährstoffkreislauf, bei der Bodenbildung und der Klimaregulierung von grundlegender Bedeutung für das Leben auf der Erde», schreibt die IUCN.

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