Wahlen 2023«Junge werden die Mitte wählen» – glaubt Parteipräsident Gerhard Pfister
Die Mitte ist am Freitag an ihrem traditionellen Dreikönigsapéro ins Wahljahr gestartet. Gerhard Pfister ist sich der Unterstützung der Jungen sicher – ein Politbeobachter ist skeptisch.
Darum gehts
Im Herbst wählt die Schweiz ein neues Parlament.
Gerhard Pfister, Präsident der Mitte, glaubt, dass besonders die Jungen seine Partei wählen werden.
Politanalyst Mark Balsiger ist skeptisch, denn nur rund ein Drittel der Jungen geht meist wirklich an die Urne.
Am 22. Oktober wählt die Schweiz den National- und Ständerat. Für alle Parteien beginnt nun die spannende Zeit, in der es gilt, Wählende von den eigenen Ideen zu überzeugen.
Eine besondere Herausforderung ist das für die Mitte, die aus der Fusion der CVP und der BDP hervorgegangen ist. Die fusionierte Partei verliert gemäss aktuellen Umfragen rund ein halbes Prozent gegenüber der Wahlen 2019.
Grosse Hoffnungen auf junge Wählende
Um eine Niederlage an der Urne zu verhindern, setzt Parteipräsident Gerhard Pfister vor allem auf die jungen Wählenden. Er ist überzeugt, dass der Namenswechsel von der CVP zur Mitte bei ihnen voll eingeschlagen habe: «Ich habe immer gesagt, der alte Name verhinderte eine Auseinandersetzung mit unserer Partei.» Tatsächlich wurde Pfister am Dreikönigsapéro der Partei in Bern nicht müde zu betonen, dass seine Jungpartei zeitweise die am schnellsten wachsende aller Jungparteien war.
Politanalyst Mark Balsiger stimmt zu, dass sich die Jungen wegen dem weglassen des «C» nun eher mit der Mitte beschäftigen könnten. Er verpasst Pfisters Hoffnungen auf einen matchentscheidenden Stimmenzuwachs aber einen Dämpfer: «Generell darf man nicht vergessen, dass die Jungen wahl- und abstimmungsfaul sind. Bei den 18- bis 24-Jährigen beispielsweise nimmt nur jede dritte Person an Wahlen teil.»
Neben dem erhofften Stimmenzuwachs bei Jungen muss es der Partei also auch gelingen, die Stammwählerschaft wieder zu mobilisieren. Gelinge das, sei es möglich, «das Resultat von vor der Fusion zu erreichen oder gar zu übertrumpfen», ist sich Pfister sicher.
Wählst du die Mitte bei den Wahlen?
Zürcher Wahlen als Gradmesser
Der nächste grosse Test für den neu gewonnenen Optimismus der Mitte werden die kantonalen Wahlen im Kanton Zürich am 12. Februar sein. Der Tagesanzeiger attestiert der Partei eine kleine Verbesserung des Ergebnisses. Interessant wird das Resultat vor allem sein, weil Zürich nicht zu den Innerschweizer, katholischen Kantonen gehört, wo die alte CVP traditionell stark war.
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