
Kommt es innerhalb einer Beziehung zu unterschiedlichen Bedürfnissen nach Sex, kann das frustrierend sein.
Pexels/Monstera ProductionsBeziehungWarum Langzeitpaare oft keine Lust mehr auf Sex haben
Ist eine Beziehung schlecht, nur weil man weniger Sex hat? Wie man auf Zurückweisung reagiert und wie sich der Funken wiederherstellen lässt, erklärt Sexologin Melina Dobroka.
Am Anfang der Beziehung konntet ihr die Finger nicht voneinander lassen, nun erinnerst du dich kaum daran, wann ihr das letzte Mal gemeinsam zum Höhepunkt gekommen seid.
Wie oft hast du Sex mit der Partnerin oder dem Partner?
Es ist normal, dass sich das sexuelle Verlangen im Laufe einer Beziehung verändert. Was aber, wenn aus einer kurzen Durststrecke, Monate oder Jahre werden? Sexologin Melina Dobroka erklärt, wie sich der Teufelskreis durchbrechen lässt.
Über die Expertin
Frau Dobroka, ist es normal, dass Langzeitpaare weniger Sex haben?
Ja, meistens wird dieser Rückgang mit der Anfangsphase einer Beziehung verglichen. Bei den meisten Paaren ist das sexuelle Begehren unterschiedlich ausgeprägt. Dies wird mit der Beziehungsdauer deutlicher und kann sich auch verändern und weiterentwickeln. Das Lebensalter hat dabei weniger Einfluss als die Dauer einer Beziehung.

Das Lebensalter hat weniger Einfluss darauf, wie oft man in einer Beziehung Sex hat.
Pexels/Cottonbro StudioWie wichtig ist Sex für eine Beziehung?
Das ist vom Paar abhängig. Es gibt keine vorgegebene Norm. Zentral ist, dass eine Beziehung nicht schlechter sein muss, nur weil weniger Sexualität gelebt wird. Entscheidend scheint, dass man mit der Situation zufrieden ist. Beschreibt ein Paar Sexualität als wichtigen Faktor, scheint eine offene Kommunikation und ein Austausch über die unterschiedlichen Bedürfnisse zentral. Andere hingegen können das Paargefühl in Form von Zärtlichkeiten, Ausflügen oder gegenseitigem Vertrauen aufrechterhalten. Herrscht hingegen Frust und kommt dies in Form von respektlosem Verhalten zum Ausdruck, ist eine professionelle Sexualberatung bedeutend.
Welche Faktoren beeinflussen das sexuelle Begehren?
Das unterschiedliche Bedürfnis nach Sex, aber auch Gewohnheit, was Sexualität monoton erscheinen lassen kann. Auch Stress im Job, Kinderbetreuung und sonstige Alltagsaufgaben. Stress versetzt den Körper in eine Anspannung, sexuelles Begehren kann dann vermindert auftreten. Körperliche Beeinträchtigungen, Lebensumstände und der Zugang zum Körper spielen ebenso eine Rolle. Ist der eigene Bezug zum Körper und somit auch zum eigenen Genital nicht vorhanden, hat die Person nicht gelernt, wie sich Begehren anfühlt und es gelebt werden kann.

Der Stress, der durch Kinderbetreuung und Erziehung, entsteht, kann sich ebenfalls auf die Libido auswirken.
Pexels/Arina KrasnikovaWie verkrafte ich eine Zurückweisung?
Zunächst sollte man dem Gegenüber mit Respekt und Verständnis begegnen. Ein offenes Gespräch über die Situation kann das gegenseitige Verständnis und einen Austausch über die vorhandenen Bedürfnisse stützen.
Und wenn es zum wiederholten Mal passiert?
Das eigene Verhalten reflektieren: Wie reagiere ich in solchen Situationen? Was brauche ich dann? Diese Gedanken können gemeinsam besprochen werden. Das eigene Verhalten in Bezug auf Verführung zu überdenken kann auch eine Möglichkeit sein, sich dem eigenen Auftreten bewusst zu werden. Den Druck auf die Person, die zurückweist, zu erhöhen macht keinen Sinn. Stress wirkt sich negativ auf Intimität und Beziehung aus und gehört zur Anti-Verführung.

Zärtlichkeiten im Alltag können die Leidenschaft in der Beziehung wieder wecken.
Pexels/Cottonbro StudioTipps der Expertin: So kommt der Funke wieder zurück
Gespräche über sexuelle Bedürfnisse und Fantasien führen.
Date-Nights verabreden, wo Intimität, in welcher Form auch immer, stattfinden kann.
Neues ausprobieren (neue Stellungen, Sextoys).
Zärtlichkeiten im Alltag einbauen (Blicke austauschen, Küssen).
Zeit für sich einplanen.
Paartherapie
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