Kirche: Immer weniger Schweizerinnen sind Teil einer Religion

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KonfessionslosNoch nie waren so viele Schweizer nicht religiös

1970 gehörte nur ein Prozent der Bevölkerung keiner Religion an. Das hat sich klar geändert.

Noch nie gehörten so wenige Schweizer einer Religion an.
Erstmals sind die Katholikinnen und Katholiken nicht mehr die grösste Gruppe.
Die Altersauswertung zeigt: Je jünger die Leute sind, desto weniger von ihnen sind Teil einer Religion.
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Noch nie gehörten so wenige Schweizer einer Religion an.

Bundesamt für Statistik

Darum gehts

  • Ein Drittel der Schweizer Bevölkerung gehört keiner Religion an.

  • Damit verdrängen die Konfessionslosen die Katholiken von der Spitze.

  • Vor fünfzig Jahren war der Anteil der Leute ohne Religionszugehörigkeit noch verschwindend klein.

Noch nie in der Geschichte der Schweiz haben anteilsmässig so wenig Leute einer Glaubensgemeinschaft angehört wie jetzt. Dies zeigen die Zahlen des Bundesamtes für Statistik aus dem Jahr 2022: Über 34 Prozent der Bevölkerung gehört keiner Glaubensgemeinschaft an.

Damit hat jene Gruppe die bislang meistvertretenen Katholikinnen und Katholiken (32 Prozent) überholt. Wie auch die evangelisch-reformierte leidet auch die römisch-katholische Kirche unter einem stetigen Mitgliederschwund.

1970 waren noch fast alle Schweizer religiös

Vor gut 50 Jahren zählte sich lediglich ein Prozent der Bevölkerung zur Gruppe ohne Religionszugehörigkeit. Nachdem diese zur Jahrtausendwende elf Prozent erreicht hatte, verdoppelte sich die Zahl bis 2010 gar nochmals und wächst seither stetig an.

Die meisten haben vor allem eines gemeinsam: Sie sind jung. Nur 16 Prozent der über 75-Jährigen gehören keiner Religion an, je jünger die Leute, desto grösser der Anteil. Von den 25- bis 34-Jährigen sind 42 Prozent der Bevölkerung nicht Teil einer Glaubensgemeinschaft.

Bist du religiös?

Während mehr Männer (36 Prozent) als Frauen (31 Prozent) keiner Religion angehören, sind die Unterschiede auch lokal gross. In Basel-Stadt (56 Prozent) und Neuenburg (53 Prozent) gehört über die Hälfte der Bevölkerung keiner Religionsgruppe an. Ganz anders sieht es in Obwalden (22 Prozent), Uri (19 Prozent) und Appenzell Innerrhoden aus, das mit 15 Prozent den tiefsten Anteil an Personen ohne Religionszugehörigkeit aufweist.

Laut der Medienmitteilung des BFS haben viele die Religionszugehörigkeit erst im Laufe ihres Lebens aufgegeben – die Hälfte davon gehörte zuvor der katholischen, 40 Prozent der evangelisch-reformierten Kirche an. Als meistgenannte Gründe führen die Atheisten an, dass sie den Glauben verloren hätten oder mit Stellungnahmen der Religionsgemeinschaft nicht einverstanden waren.

Nicht religiös, aber spirituell

Knapp ein Drittel der Personen ohne Religionszugehörigkeit halten sich eher oder sicher für spirituell. So spielen Religion oder Spiritualität in bestimmten Situationen auch für Personen ohne Religionszugehörigkeit eine eher oder sehr wichtige Rolle, etwa in schwierigen Momenten des Lebens (28 Prozent) oder im Falle einer Krankheit (22 Prozent). Rund 30 Prozent unter ihnen glauben zwar nicht an einen oder mehrere Götter, aber an eine höhere Macht.

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