Ukraine-Invasion – So können die EU und USA jetzt Russland bestrafen

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Ukraine-InvasionSo können die EU und USA jetzt Russland bestrafen

Russland greift die Ukraine an. Jetzt dürfte der Westen zu scharfen Sanktionen gegen Russland greifen. Militärische Angriffe vonseiten der USA oder EU wird es aber wohl nicht geben.

Russland marschiert in die Ukraine ein.
Die Schweiz verurteilt den russischen Einmarsch.
Die Schweiz werde automatisch Sanktionen der UNO und teilweise jene der EU übernehmen.
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Russland marschiert in die Ukraine ein.

imago images/SNA

Darum gehts

Der Ukraine-Konflikt ist eskaliert: Am Donnerstagmorgen ist Russland mit Panzern und Flugzeugen ins Nachbarland eingedrungen. «Der Bundesrat verurteilt die militärische Intervention Russlands aufs Schärfste», so Bundespräsident Ignazio Cassis an einer Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag.

Man fordere Russland dazu auf, unverzüglich seine Truppen aus der Ukraine abzuziehen. Die Schweiz werde nun Sanktionen der UNO und teilweise jene der EU übernehmen. Auch die Nato hat bekannt gegeben, zusätzliche Schritte zu unternehmen.

Dabei sollen alle Massnahmen aber «präventiv, verhältnismässig und nicht eskalierend» bleiben. Vorerst zielen die Sanktionen auf den russischen Finanzsektor sowie auf technologische Produkte und Güter ab, die sich zivil und militärisch einsetzen lassen. Auch einzelne Personen werden mit Einreisesperren und Kontoeinfrierungen sanktioniert.

Jetzt gibts scharfe Sanktionen

Experten und Expertinnen sind sich einig: Jetzt folgen scharfe Massnahmen. «Ich rechne jetzt mit sehr scharfen Sanktionen», sagt Russland-Experte Michael Derrer, Unternehmer und Dozent an der Hochschule Luzern. Nun könnten russische Vermögenswerte blockiert oder Russland vom internationalen Zahlungsverkehr abgeschnitten werden.

«Russland wird darauf aber ebenfalls mit starken Massnahmen reagieren und könnte zum Beispiel den Öl- und Gasexport in den Westen einschränken», so Derrer. Trotzdem würden die westlichen Sanktionen Russland weh tun. Funktionieren werde das Land aber weiterhin.

«Russland hat in den letzten Jahren Alternativen zu westlichen Kreditkarten eingeführt und diese funktionieren gut», erklärt Derrer. Selbst wenn das Land also vom internationalen Zahlungsverkehr ausgeschlossen würde, ginge das Leben in Russland weiter.

Keine Waffengewalt aus dem Westen

Müssten die westlichen Länder also mit Waffengewalt reagieren? «Ich gehe davon aus, dass Putin dann den Konflikt weiter eskaliert und es auch für andere Länder gefährlich würde.» Aber die Situation sei schwer abzuschätzen. Durch den offenen militärischen Konflikt habe sich die Welt verändert.

Dass der Westen zu Waffengewalt greift, bezweifelt hingegen Russland-Kenner Ulrich Schmid von der HSG: «Die USA und die EU haben bereits im Vorfeld angekündigt, auch bei einem Einmarsch auf militärische Angriffe zu verzichten. Denn Russland ist eine Atommacht.»

Russische Bevölkerung wird leiden

Das volle Sanktionspaket erwartet aber auch Schmid. So werden wohl auch Auflagen gegen Parlamentsmitglieder ausgesprochen, wie Kontensperrungen und Einreiseverbote. «Das könnte eine Personengruppe im dreistelligen Bereich betreffen.»

Unter den Massnahmen werde schlussendlich aber vor allem die russische Bevölkerung leiden. Denn viele Alltagsgüter werden aufgrund der Sanktionen teurer werden. «Die grosse Frage ist jetzt, ob es zu grossflächigen Protesten im Land kommt», sagt Schmid. 

Gesellschaftlich gelte die Ukraine als «Brudervolk» der Russinnen und Russen. So haben die meisten Menschen in Russland Verwandte oder Bekannte im Nachbarland. «Ich kann mir vorstellen, dass der offene Angriff in der Bevölkerung nicht gut ankommt», so Schmid. 

Rubel wird massiv abgewertet

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Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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