Sorgente del BrennoIn dieser Höhle geschah das Unglück
Am Samstagnachmittag verstarb ein Taucher in der Höhle Sorgente del Brenno im Tessin. Über die Umstände des Unglücks ist derzeit nichts bekannt. Die Höhle gilt als eine der anspruchsvollsten für Höhlentaucher in der Schweiz. Das sind die Fakten.
Darum gehts
Ein Höhlentaucher verstarb am Samstag bei einem Tauchgang in die Sorgente del Brenno.
Die Höhle wurde in den 1980er-Jahren erstmals erforscht.
Rund 400 Meter sind bisher bekannt, die meist vollständig unter Wasser liegen.
Die Bergungsarbeiten sind anspruchsvoll und gefährlich.
Wo befindet sich die Höhle Sorgente del Brenno?
Die Höhle Sorgente del Brenno liegt im Gebiet der Alpe di Pertusio im Kanton Tessin. Die Höhle wird auch «Pertüs» genannt, was im Tessiner Dialekt «kleine Öffnung» bedeutet. Sie gilt als eine der anspruchsvollsten Höhlen der Schweiz, sagt ein Experte für das Höhlentauchen auf Anfrage. Der erfahrene Höhlentaucher, der namentlich nicht genannt werden möchte, kennt die Sorgente del Brenno von eigenen Tauchgängen. Er empfiehlt die Höhle nur sehr erfahrenen Höhlentauchern.
Wie ist die Höhle Sorgente del Brenno beschaffen?
Die Sorgente del Brenno ist bisher auf einer Länge von rund 400 Metern erforscht. Der Eingangsbereich ist etwa 20 Meter lang, bevor die erste Engstelle kommt. Nach etwa 70 Metern teilt sich die Höhle in zwei Gängen. Diese Gänge liegen vollständig unter Wasser. Der linke Gang ist etwa 50 Meter lang und fällt schnell sehr stark ab. Das Ende des Ganges liegt in einer Tiefe von etwa 55 Metern und wird durch Kies verschlossen. Der rechte Gang fällt weniger stark auf ab. Steil sind die letzten etwa 50 Meter. An seinem Ende, das mit Sand versperrt ist, erreicht er eine Tiefe von 68 Metern. Die erste Erforschung der Sorgente del Brenno fand in den 1980er-Jahren statt.
Welche Ausrüstung braucht es für einen Tauchgang in der Sorgente del Brenno?
Während bei den ersten Tauchgängen in den 1980er- und 1990er-Jahren noch konventionelle Tauchgeräte zum Einsatz kamen und die Flaschen auf dem Rücken getragen wurden, setzen Taucherinnen und Taucher heutzutage auf eine sogenannte Sidemount-Ausrüstung. Dabei werden die Flaschen mit dem Atemgas seitlich getragen. Um leichter durch die Engstellen zu kommen, können sie auch einfach abnehmen und vor sich her geschoben werden. Da die Enden der Höhlengänge sehr tief liegen, werden auch andere Atemgase als Luft mitgeführt.
Zudem verwendet man meist Kreislaufgeräte, sogenannte Rebreather, damit keine Luftblasen ins Wasser gelangen, die beim Aufsteigen Sand oder Schlamm von der Höhlendecke lösen können. Das Wasser in der Höhle ist glasklar, weshalb man jegliche Trübung vermeiden möchte. Da das Wasser mit zwei bis fünf Grad sehr kalt ist, tragen Taucherinnen und Taucher in der Höhle einen Trockenanzug.
Was macht das Tauchen in Sorgente del Brenno gefährlich?
Die Höhle ist sehr eng. Deshalb wird üblicherweise alleine getaucht, was im Höhlentauchen im Vergleich zum Sporttauchen nicht aussergewöhnlich ist, es aber mit sich bringt, dass man in der Höhle komplett auf sich selbst gestellt ist. Der Höhlentauchexperte betont, dass es sehr viel Erfahrung brauche, um dort gefahrlos zu tauchen. So müsse man aufpassen, dass man mit den Flossen keinen Sand oder Schlamm aufwirbelt.
In der Höhle orientiert man sich auch mithilfe von Leinen. Es gibt laut dem Experten zwar eine Mainline, eine festinstallierte Leine, aber erfahrene Taucherinnen und Taucher würden meist noch eigene Leinen mitnehmen. Besonders beim Zurücktauchen sind die Leinen wichtig, da immer mit einer Trübung des Wassers durch die Taucherin oder den Taucher selbst zu rechnen ist. Äussere Einflüsse wie Regen an der Oberfläche beeinflussen die Bedingungen in der Höhle dagegen nicht.
Wieso ist die Bergung der verunglückten Person so schwierig?
Laut den Behörden dürfte die Bergung mehrere Tage sowie zahlreiche Tauchgänge erfordern. Da der Tod des Höhlentauchers festgestellt wurde, geht der Höhlentauchexperte davon aus, dass eine Rettungskraft zwar bereits zu ihm vorstossen musste, ihn aber nicht aus der Höhle schaffen konnte. Dafür seien wohl zwei Personen nötig, was die Bergung angesichts der Enge der Höhle sehr schwierig und für die Rettungskräfte gefährlich mache.
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