Strompreise: 2025 sinken sie bis zu 30 Prozent - so bist du betroffen

Aktualisiert

Nach EnergiepreisschockStrompreise sinken 2025 – so viel sparst du in deiner Gemeinde

Die Strompreise sinken wieder, schweizweit im Mittel um rund zehn Prozent. Regional gibt es grosse Unterschiede.

Strompreise 2025: Darum gehts

  • Nach dem die Strompreise in den letzten beiden Jahren gestiegen sind, gehen die Stromtarife nun wieder runter.

  • Ein typischer Haushalt bezahlt damit nächstes Jahr rund 29 Rappen pro Kilowattstunde (Rp./kWh), das sind 3.14 Rp./kWh weniger als im Vorjahr.

  • Auf ein Jahr gerechnet, entspricht das einer Stromrechnung von 1’305 Franken, die Ersparnis beträgt also rund 141 Franken.

Plus 27 Prozent im Jahr 2023, plus 18 Prozent im Jahr 2024: Die Strompreise sind in der Schweiz zuletzt stark gestiegen. Geht das so weiter? Nein, sagt die Eidgenössische Elektrizitätskommission Elcom: Für das Jahr 2025 sinken die schweizerischen Strompreise in der Grundversorgung für Haushalte im Mittel (Median) um rund zehn Prozent.

Bist du froh, dass die Stromtarife 2025 sinken?

Erholung nach Strompreisschock

Ein typischer Haushalt bezahlt damit nächstes Jahr rund 29 Rappen pro Kilowattstunde (Rp./kWh), das sind 3.14 Rp./kWh weniger als im Vorjahr. Auf ein Jahr gerechnet, entspricht das einer Stromrechnung von 1’305 Franken, die Ersparnis beträgt also rund 141 Franken.

So entsteht der Strompreis

Der Strompreis setzt sich aus diesen vier Komponenten zusammen:

  • Netznutzungstarif: Er bildet den Preis für den Stromtransport über das Leitungsnetz vom Kraftwerk bis ins Haus ab. Der Tarif ist abhängig von den Netzkosten, die beim Bau, Unterhalt und Betrieb entstehen. Enthalten sind auch die Kosten für die Winterreserve.

  • Energietarif: Er zeigt den Preis für die gelieferte elektrische Energie. Diese erzeugt der Netzbetreiber entweder mit Kraftwerken, oder er kauft sie ein.

  • Abgaben an das Gemeinwesen: Dieser Posten besteht aus kommunalen und kantonalen Abgaben und Gebühren wie Konzessions- oder lokale Energieabgaben.

  • Netzzuschlag: Der Bund erhebt eine Abgabe zur Förderung erneuerbarer Energien, der Grosswasserkraft und seinen Sanierungen. Der Bundesrat legt die Höhe der Abgabe jährlich fest.

Auch die Netzkosten gehen runter: Sie sinken um vier Prozent, von 12.71 Rp./kWh auf 12.18 Rp./kWh. Darin enthalten sind Kosten für die Winterreserve von 0.23 Rp./kWh. Die Energietarife vergünstigen sich um zwölf Prozent und liegen 2025 bei 13.7 Rp./kWh statt 15.63 Rp./kWh. Die Abgaben und Leistungen an die Gemeinwesen bleiben bei 1 Rp./kWh, der Netzzuschlag auf dem gesetzlichen Maximum von 2.3 Rp./kWh.

Strompreise 2025: Grosse regionale Unterschiede

Die Elcon-Tarife sind Mittelwerte, regional gibt es Unterschiede, die vor allem auf den Anteil der Eigenproduktion und die Beschaffungsstrategie zurückzuführen sind. In der Stadt Luzern bezahlt ein durchschnittlicher Vierpersonenhaushalt laut dem Energieunternehmen EWL zum Beispiel rund sieben Prozent weniger, bei der Berner BKW sind es sechs Prozent.

CKW in Luzern senkt den Preis für Strom im Jahr 2025 um rund 30 Prozent.

CKW in Luzern senkt den Preis für Strom im Jahr 2025 um rund 30 Prozent.

IMAGO/Geisser

Der Freiburger Stromverbraucher Groupe E kündigte eine Senkung um 11,2 Prozent an. Bei der Aargauer AEW Energie sinken die Tarife um 14 Prozent, bei der Luzerner CKW um 30 Prozent. Bei der Bündner Repower gibts ein Minus von vier Prozent. In Basel passiert hingegen nicht viel: Bei IWB bleiben die Preise gleich, bei Primeo Energie sinken sie um ein Prozent.

Darum wird Strom günstiger

Als Gründe für die sinkenden Preise nennt Elcom ihre Stabilisierung auf dem Stromgrosshandelsmarkt. Während die Grosshandelspreise für eine Lieferung im Folgejahr vor zwölf Monaten noch bei etwa 150 Euro/MWh lagen, sind sie nun bei etwa 90 Euro/MWh. Auch die Kosten für die Winterreserve sind gesunken, ebenso die Kapitalverzinsung für das Netz.

Beim Berner Energieversorger BKW gehen die Stromreise 2025 um rund sechs Prozent runter.

Beim Berner Energieversorger BKW gehen die Stromreise 2025 um rund sechs Prozent runter.

IMAGO/Geisser

Die Energietarife in der Grundversorgung hängen stark vom Produktions- und Beschaffungsportfolio der Versorger ab. Auch der Zeitpunkt der Beschaffung spielt aufgrund der Preisschwankungen auf dem Strommarkt eine wichtige Rolle. So können geringe Unterschiede bei den Energiebeschaffungsstrategien grosse Preisdifferenzen zur Folge haben.

Gehen die Preise bald wieder rauf?

Doch sind die Preissenkungen nur kurzfristiger Natur und gehen die Tarife bald wieder rauf? Davon geht die Energieexpertin Christina Marchand von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften nicht aus. In den letzten Jahren habe es vor allem bei Werken, die ihren Strom kurzfristig besorgten, grosse Preissprünge gegeben. «Einige Energiefirmen mussten ihre Verträge zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt erneuern, sie haben hoffentlich ihre Lehren daraus gezogen», sagt Marchand auf Anfrage.

Für das Jahr 2025 sinken die schweizerischen Strompreise in der Grundversorgung für Haushalte im Mittel (Median) um rund zehn Prozent.
Die Elcon-Tarife sind Mittelwerte, regional gibt es Unterschiede, die vor allem auf den Anteil der Eigenproduktion und die Beschaffungsstrategie zurückzuführen sind.
In der Stadt Luzern bezahlt ein durchschnittlicher Vierpersonenhaushalt laut dem Energieunternehmen EWL zum Beispiel rund sieben Prozent weniger, bei der Berner BKW sind es sechs Prozent.
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Für das Jahr 2025 sinken die schweizerischen Strompreise in der Grundversorgung für Haushalte im Mittel (Median) um rund zehn Prozent.

20min/Matthias Spicher

Preissenkungen erfüllen die Erwartungen

Laut Simon Stocker, Senior Researcher von Avenir Suisse, sind die Strompreissenkungen im Rahmen der Erwartungen: «Die Beruhigung auf den europäischen Strommärkten und die sinkenden Kosten für inländische Stromreserven tragen dazu bei.» Auf dem Terminmarkt zeichne sich kurzfristig kein erneuter starker Anstieg ab, und die europäischen Gasspeicher und Schweizer Stauseen seien gut gefüllt.

Langfristig blieben die strukturellen Probleme aber bestehen. Aufgrund der Elektrifizierung in Verkehr, Wärme und Industrie werde der Stromverbrauch weiter ansteigen, sagt Stocker. Um weitere Preisschocks zu verhindern, sollte die Schweiz ihr Angebot insbesondere für Winterstrom weiter ausbauen. Auch das derzeitige Modell der Grundversorgung müsse sie überdenken, so Stocker.

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