Rekordbieter: UeliMueli44 hatte keine 826’000 Franken auf dem Konto

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RekordbieterUeliMueli44 hatte keine 826’000 Franken auf dem Konto

Am 25. Dezember bot ein junger Baselbieter mit dem Pseudonym UeliMueli44 826’000 Franken für zwei Kontrollschilder. Auch nach mehrfacher Fristverlängerung hat er nicht bezahlt. Das passiert jetzt.

Dieses Kontrollschild war zumindest eine Zeit lang das teuerste der Schweiz. Nur wurde das Rekordgebot nie bezahlt.
Der Rekordbieter UeliMueli44 bekam am 25. Dezember 2022 den Zuschlag für diese beiden Kontrollschilder. Die irrsinnig hohe Summe dafür konnte er aber nicht aufbringen.
Mit einem Ernesto62 lieferte er sich ein dramatisches Bieterrennen um das Schild BL 49. Ob sein Konkurrent die Summe hätte aufbringen können?
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Dieses Kontrollschild war zumindest eine Zeit lang das teuerste der Schweiz. Nur wurde das Rekordgebot nie bezahlt.

Facebook/ Kanton Basel-Landschaft

Darum gehts

  • Im Dezember 2022 bot eine Person mit dem Pseudonym UeliMueli44 für zwei Baselbieter Kontrollschilder die Rekordsumme von 826’000 Franken.

  • Bezahlt hat er aber – auch nach mehrfacher Fristverlängerung – nie. 

  • Um eine Betreibung kommt der Baselbieter aber herum, dafür wird er nun für künftige Auktionen gesperrt.

Noch nie wurde in der Schweiz mehr Geld für Kontrollschilder geboten. Am 25. Dezember bot ein Mann aus dem Baselbiet mit dem Pseudonym UeliMueli44 bei der amtlichen Versteigerung für die beiden Kennzeichen BL 49 und BL 850 die Summe von 826’000 Franken. Davon entfielen 526’000 Franken auf BL 49, was damit den höchsten je gebotenen Betrag für ein Kennzeichen markiert.

Nur: Nach der ordentlichen Zahlungsfrist blieb er die Summe schuldig. Und UeliMueli44 hat bis heute nicht bezahlt. Wie 20 Minuten von der Baselbieter Sicherheitsdirektion erfahren hat, ist trotz mehrfacher Fristverlängerung keine Zahlung beim Kanton eingegangen. Ein Betreibungsverfahren sei aber nicht eingeleitet worden. 

Dem finanziellen Ruin entgangen

Während der Fristverlängerung habe man rechtliche Abklärungen getroffen, da es sich bei der Ersteigerung von Nummernschildern nicht um einen Kauf, sondern lediglich den Erwerb eines Nutzungsrechts handle, erklärt Direktionssprecher Andreas Schiermeyer. «Das Eigentum verbleibt beim Kanton», präzisiert er. Die entstandenen Umtriebe würden UeliMueli44 nun in Rechnung gestellt, zudem werde er für künftige Auktionen gesperrt. Die beiden Schilder BL 49 und BL 850 werden nach Ablauf einer Frist wieder zur Steigerung angeboten.

Damit entgeht die Person hinter dem Pseudonym – es handelt sich dabei gemäss Informationen dieser Zeitung um einen jungen Baselbieter – dem finanziellen Ruin. Der Kanton hätte ohne Weiteres einen Zahlungsbefehl über den geschuldeten Betrag ausstellen können.

UeliMueli44 hatte schon vor der Rekord-Auktion mehrere Kontrollschilder ersteigert und bis dahin stets bezahlt. Allerdings waren dies wesentlich tiefere Preise. Bis heute sind die vier Kennzeichen gemäss Recherchen dieser Zeitung aber nicht in Verkehr gesetzt worden.

Ähnlicher Fall in St. Gallen

Im Kanton St. Gallen passierte jüngst etwas Ähnliches. Der Nutzer LIAG20, der im Mai das Kontrollschild SG 4 für 179’700 Franken ersteigert hatte, bezahlte ebenfalls nicht. Wie vergangene Woche bekannt wurde, liess auch er alle Zahlungsfristen verstreichen. Auch nach Einleitung des Betreibungsverfahrens ging keine Zahlung ein. Nun wurde das Schild an die Zweitmeistbietende abgegeben.  

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