Berlin: Klima-Kleber wird samt Tisch aus dem Gericht geworfen

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Gerichtsverhandlung in BerlinWie ein angeklagter Klima-Kleber samt Tisch an einer Bushaltestelle landete

Henning Jeschke, Mitgründer der «Letzten Generation», musste sich in Berlin wegen diverser Straftaten vor Gericht verantworten. Am Schluss stand er – festgeklebt an einem Tisch – an einer Bushaltestelle.

20 Minuten / Twitter/Letzte Generation

Darum gehts

  • Der Mitgründer der «Letzten Generation» stand am Donnerstag in Berlin vor Gericht.

  • Während der Verhandlung klebte sich der Mann an einem Tisch fest.

  • Der Richter hatte offenbar keine Laune für solche Aktionen.

Eine Gerichtsverhandlung in Berlin sorgt für Schmunzeln: Henning Jeschke, der Angeklagte und Mitgründer der «Letzten Generation», hatte sich am Donnerstag während des Prozesses an einem Tisch im Gerichtssaal festgeklebt. Weil der Richter unter diesen Umständen nicht weitermachen wollte, wurde die Verhandlung unterbrochen. Aber da Jeschke immer noch am Tisch klebte, musste er von Sicherheitskräften samt Möbelstück aus dem Saal gebracht werden. Schliesslich trugen sie den festgeklebten Klima-Aktivisten bis zu einer Bushaltestelle.

Jeschke stand wegen diverser Straftaten vor Gericht: Strassenblockaden und Sprayen am Bundeskanzleramt zwischen März und Juni 2022. Die Vorwürfe lauten auf Nötigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, gefährlichen Eingriff in den Strassenverkehr sowie Sachbeschädigung, wie «Welt» berichtet.

Plötzlich klebt sich der Klima-Aktivist am Tisch fest

Als sich der Angeklagte am Tisch festklebte und begann, die Verhandlung live auf Youtube zu senden, wurde das dem Richter zu viel: «Dies kann eine Straftat darstellen», drohte er dem Angeklagten. «Ich kündige an, dass ich Sie vom weiteren Verlauf der Hauptverhandlung ausschliessen werde, sollten Sie während der Hauptverhandlung weitere Straftaten begehen oder sich ungebührlich verhalten.»

Die Ruhe dauerte nicht lange: Während der Richter die Polizeiberichte vorlas, unterbrach Jeschke erneut: «Ich glaube, dass das weniger relevant ist, was Sie gerade vorlesen. Es geht nicht um Polizeiberichte, sondern darum, was Sie aus dem Thema machen», meinte der Angeklagte. Der Richter schloss Jeschke daraufhin vom weiteren Verlauf der Sitzung aus.

Die Verhandlung wurde am 23. Februar 2023 unterbrochen – und so stand der Angeklagte, Mitgründer der «Letzten Generation» an der Bushaltestelle – festgeklebt an einem Tisch des Gerichtssaals.
Henning Jeschke stand wegen diverser Straftaten vor Gericht. Während der Verhandlung klebte er sich an einem Tisch fest.
Der Richter liess den Mann aus dem Gerichtssaal bringen. Auf dem Gang gab Jeschke Interviews – schliesslich stellten ihn Justizbeamte auf die Strasse.
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Die Verhandlung wurde am 23. Februar 2023 unterbrochen – und so stand der Angeklagte, Mitgründer der «Letzten Generation» an der Bushaltestelle – festgeklebt an einem Tisch des Gerichtssaals.

Twitter/Letzte Generation

Obwohl Jeschkes Verteidiger Einspruch erhob, führten Justizbeamte den Angeklagten - mitsamt Tisch - aus dem Saal. Auf dem Gang gab der Aktivist versammelten Reportern Interviews: Die Klima-Kleber seien die falschen Angeklagten, sagte er. «Die grossen Verschmutzer, die klimazerstörenden Konzerne sitzen nicht auf der Anklagebank.»

Kurz darauf verhängten die Justizbeamten gegen Jeschke ein Hausverbot für diesen Tag. Der Tisch klebte allerdings immer noch an seiner Hand – und so wurde er von den Beamten hinausgestellt. «Gegebenenfalls werden wir auf den Tisch verzichten», sagte Gerichtssprecherin Lisa Jani zur «Welt». Die Verhandlung soll im März fortgesetzt werden.

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