Greenwashing: Wie nachhaltig sind Coop und Migros wirklich?

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NachhaltigkeitGreenwashing? Greenpeace kritisiert Coop und Migros

Die Umweltschutzorganisation «Greenpeace» wirft den beiden Detailhändlern Intransparenz und Augenwischerei vor, wenn es um nachhaltige Produkte geht.

Coop und Migros betreiben nach Meinung der Umweltorganisation Greenpeace ordentlich Greenwashing. 
Oft sei nicht nachvollziehbar, inwiefern die Unternehmen ihr Nachhaltigkeits-Versprechen wirklich einhalten. 
Der Detailhändler Migros steht vor allem wegen seines Slogans «Migros macht meh für d’Schwiiz» in der Kritik. 
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Coop und Migros betreiben nach Meinung der Umweltorganisation Greenpeace ordentlich Greenwashing. 

imago/ Geisser

Darum gehts 

  • Weil die Klimakrise immer weiter voranschreitet, wollen sich viele Unternehmen als besonders umweltbewusst geben.  

  • Auch die beiden grossen Schweizer Detailhändler, Coop und Migros werben mit nachhaltigen Produkten.

  • Laut der Umweltschutzorganisation Greenpeace ist das aber oft nur Augenwischerei. 

Gut fürs Gewissen ist es allemal, aber ist es auch wirklich gut für die Umwelt? Als «nachhaltig» bezeichnete Produkte geben sich gern einen grünen Anstrich, beispielsweise durch das Bio-Label, die Produktionsbedingungen oder die Verpackung. Dass sie aber oft nicht halten, was sie versprechen, ist nicht nur schlecht fürs Klima, sondern auch für die Kunden.

Denn die sollten sich beim Kauf eines nachhaltigen Produkts – im Vergleich zu einem konventionellen – darauf verlassen können, dass das, was drauf steht, auch stimmt. Das scheint bei den grossen Detailhändlern Coop und Migros aber oft nicht der Fall zu sein, wie die Zeitungen von Tamedia mit Berufung auf die Umweltorganisation Greenpeace schreiben.

Viel Gerede um nichts?  

Laut Greenpeace Schweiz sei Greenwashing zwar allgegenwärtig, wiege bei Coop und Migros allerdings doppelt so schwer, denn: Die beiden Ketten geben schweizweit am meisten für Werbung aus. Das Ergebnis: Oft werden schwammige Begriffe benutzt oder Versprechen gemacht, die sich schwer überprüfen lassen. Besonders deutlich werde das bei der Werbekampagne «Migros macht meh für d’Schwiiz», meint Barbara Wegmann, Expertin für Konsum und Kreislaufwirtschaft gegenüber dem «Tagesanzeiger».

«Migros macht meh für d’Schwiiz»

Werbekampagne der Migros

Was genau heisst «mehr»? Bei dieser Behauptung wisse man nicht, wozu das kleine, aber feine Wörtchen überhaupt in Bezug gesetzt werde. Transparenter wären klare Zahlen, die deutlich machen, wie sich Kriterien wie Verpackung, Anteil pflanzenbasierter Produkte, Regionalität etc. wirklich vom vorherigen Wirtschaften unterscheiden. 

Kunden lassen sich nicht «greenwashen»

Wissenschaftlich belegt ist die Intransparenz allemal. Matthias Stucki, Experte für Ökobilanzierung an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) meint, dass die Unternehmen sich oft auf nebensächliche Details des Produkts konzentrieren, anstatt das wirklich Wesentliche nachhaltig zu machen. Reine Ablenkung also. Zum Beispiel werde beim Kaffee oft der Fokus auf die Verpackung gelegt, die Produktionsbedingungen und Produktionsweise allerdings unter den Teppich gekehrt. 

Die Schweizer Kundinnen und Kunden scheinen ein gutes Gespür für die Marketing-Kniffe der Unternehmen zu haben. Laut einer Greenpeace-Umfrage halten nur ein Viertel der Befragten die Versprechen für glaubwürdig, 36 Prozent sind skeptisch. Der allergrösste Teil, nämlich 40 Prozent, wisse gar nicht, was er damit anfangen soll. 

Achtest du beim Kauf auf Nachhaltigkeit? 

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