Wo der Zwergtaucher lebt, sind die Gewässer noch in Ordnung

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Vogel des Jahres 2024Wo dieses Taucherli lebt, sind die Gewässer noch in Ordnung

Birdlife Schweiz hat den Vogel des Jahres 2024 bekannt gegeben: Der Zwergtaucher ist der kleinste Wasservogel der Schweiz und ein Symbol für intakte Gewässer.

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Der Zwergtaucher ist der kleinste Wasservogel der Schweiz.
Er ernährt sich hauptsächlich von Insekten und Larven, …
… erbeutet aber auch kleinere Fische.
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Der Zwergtaucher ist der kleinste Wasservogel der Schweiz.

Birdlife.ch/Robert Hangartner

Darum gehts

  • Der Zwergtaucher ist der Vogel des Jahres 2024.

  • Der kleine Wasservogel lebt dort, wo klare Gewässer sind. Er gilt als bedroht.

  • Zur Balzzeit zeigt sich der sonst eher versteckt lebende Vogel laut und auffällig.

«Viele haben den Zwergtaucher vermutlich schon einmal gesehen, ihn aber mit einer kleinen oder jungen Ente verwechselt», schreibt Birdlife Schweiz in einer Mitteilung. Der kleinste unserer Lappentaucher, zu denen auch der bekannte Haubentaucher zählt, ist demnach ganzjährig bei uns anzutreffen. Im Winter kann man ihn beim Schwimmen oder Tauchen an offenen Wasserflächen relativ leicht beobachten. Während der Brutzeit im Frühling lebt der Zwergtaucher häufig versteckt im Wasser im dichten Schilf, verrät sich aber durch sein auffälliges Trillern, das prinzipiell das ganze Jahr über zu hören ist, besonders aber von April bis Juni zur Balz und Revierverteidigung eingesetzt wird.

Das Balzverhalten des Paares ist spannend und auffällig. Verschiedene Tauch- und Imponiermanöver wechseln sich ab, immer begleitet von aufgeregtem Trillern. Oft präsentieren sich die Zwergtaucher auch Pflanzenmaterial, das später zum Bau eines Nests in der Vegetation verwendet wird, entweder auf flachem Grund oder sogar schwimmend. Im Frühling brüten sie etwa fünf Junge aus, die sehr schnell schwimmen und tauchen lernen, sich aber anfangs auch gern noch auf dem Rücken der Eltern durch ihre neue Welt tragen lassen. 

Bedroht: Zwergtaucher braucht klares Wasser

Der Zwergtaucher ist weit verbreitet und brütet vorwiegend in tieferen Lagen des Mittellandes bis 700 Meter. Er ist jedoch auch in einigen Alpentälern, wie z. B. in Graubünden, anzutreffen. Er bevorzugt naturnahe Gewässer mit einer ausgeprägten Ufervegetation als Rückzugs- und Brutort, wie Schilfgürtel oder Seggenriede. Unter Wasser ist eine gute Krautschicht mit schlammigem Untergrund wichtig.

Das Wasser sollte nicht zu tief, aber recht klar sein, damit er seine Beute, hauptsächlich Insekten und deren Larven, finden und erbeuten kann. Im Winter weicht er auf kleine Fische wie Groppen oder Barsche aus. Obwohl der Zwergtaucher an vielen Orten zu finden ist, steht er auf der Schweizer Vorwarnliste der Roten Liste. 

Wegbereiter für andere Arten

Um den Zwergtaucher zu unterstützen, ist es nötig, bestehende Brutgebiete und deren Qualität sicherzustellen. Aber auch die Wiederherstellung ehemaliger Gewässer und die Schaffung neuer Lebensräume sind wichtig. Der Zwergtaucher nimmt gern neue Gewässer mit ausreichender Vegetation an und stellt somit eine wichtige Pionierart dar.  

Als Botschafter für naturnahe Gewässer mit guter Qualität bereitet er damit vielen anderen Tierarten den Weg. Dabei spielt sowohl ein ausreichender Gewässerraum mit abwechslungsreicher Gestaltung eine Rolle als auch die Einhaltung von Richtlinien zur Wasserqualität bezüglich Nährstoff- und Pestizidbelastung. «Letztlich kommt ein gutes Netzwerk aus unterschiedlichen Feuchtgebieten vielen Tierarten zugute und stellt ein wertvolles Mosaik für eine zukunftsfähige ökologische Infrastruktur dar», so Birdlife Schweiz.

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