Basel wählt Regierungsrat und Parlament, droht ein Rechtsrutsch?

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Kantonale WahlenHohe Wahlbeteiligung, kippt das linke Basel nach rechts?

Am Sonntag wird gewählt in Basel-Stadt. Sowohl Links-Grün als auch die Bürgerlichen wollen eine Mehrheit in der Regierung erlangen. Die GLP kann dem einen Strich durch die Rechnung machen.

In Basel-Stadt wird am Sonntag gewählt: Sitze im Grossen Rat, Regierungsrat und Regierungspräsidium können neu besetzt werden.
Alle bisherigen Regierungsräte treten wieder zur Wahl an. Das linke wie auch das bürgerliche Lager kämpft um die Mehrheit. Bisher verhindert die GLP diesen Wunsch.
Am Sonntag werden die letzten Stimmen gezählt: Die Wahlbeteiligung liegt am Freitag bereits bei über 45 Prozent und wird entsprechend als hoch eingestuft.
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In Basel-Stadt wird am Sonntag gewählt: Sitze im Grossen Rat, Regierungsrat und Regierungspräsidium können neu besetzt werden.

20min/Community

Darum gehts

  • Am Sonntag, 20. Oktober, werden in Basel-Stadt der Grosse Rat, der Regierungsrat und das Regierungspräsidium neu gewählt.

  • Sieben Sitze in der baselstädtischen Regierung sowie 100 Sitze im Grossen Rat sind zu vergeben.

  • Die Wahlbeteiligung von 45,5 Prozent am Freitag vor den Wahlen schliessen auf eine hohe Beteiligung am Wahlsonntag.

In Basel-Stadt ist am Sonntag Wahltag: Die 100 Sitze des Grossen Rats werden neu verteilt, die sieben Regierungsräte sowie das Regierungspräsidium werden neu gewählt. Und das Interesse in der Basler Stimmbevölkerung scheint hoch: Am Freitag vor den Wahlen haben bereits 45,5 Prozent der Stimmberechtigten gewählt. Das sind fünf Prozent mehr als noch bei den Wahlen vor vier Jahren zum gleichen Zeitpunkt.

Kommt es im linken Basel zu einem Rechtsrutsch? Nicht zum ersten Mal setzt die SVP voll auf die Karte Sicherheitspolitik. Setzt sich in Basel der europäische Trend der erstarkten Rechten fort? Oder ist es weiterhin so, dass die Linke von einer hohen Wahlbeteiligung profitiert, da diese traditionell besser darin ist, ihre Wählerschaft zu mobilisieren.

Die Wahlbeteiligung ist bereits am Freitag vor den Wahlen überdurchschnittlich hoch in Basel-Stadt.

Die Wahlbeteiligung ist bereits am Freitag vor den Wahlen überdurchschnittlich hoch in Basel-Stadt.

Kanton Basel-Stadt

Das grosse Interesse erstaunt, da die Ausgangslage wenig Spannung verspricht. Alle bisherigen Regierungsräte treten wieder an und ihre Wiederwahl wird allgemein erwartet, so das «Regionaljournal» von SRF. Trotzdem kämpfen beide politischen Lager um die Mehrheit: Die links-grünen Parteien SP, Grüne und BastA (Basels starke Alternative) wollen den Sitz, den sie 2020 an die GLP verloren, zurückgewinnen. Sie treten mit den Bisherigen Kaspar Sutter (SP), Tanja Soland (SP) und dem erst dieses Frühjahr gewählten Mustafa Atici (SP) an sowie mit Oliver Bolliger (BastA) und Anina Ineichen (Grüne).

Die Bürgerlichen verfolgen dasselbe Vorhaben. Dafür haben sie dieses Jahr ein gemeinsames Ticket mit der SVP beschlossen – noch bei den letzten Wahlen entschieden sie sich gegen eine Zusammenarbeit mit der rechten Partei. Sie treten mit den bisherigen Regierungsräten Lukas Engelberger (die Mitte), Stephanie Eymann (LDP), Conradin Cramer (LDP) sowie den neu kandidierenden Eva Biland (FDP) und Stefan Suter (SVP) an.

Die bisherige Regierungsrätin der GLP, Esther Keller, tritt als Einzige ohne Bündnis an. Allzu viele Sorgen muss sich Keller nicht machen, die Herausforderer von links und rechts blieben im Wahlkampf blass.

Und das sind die Kandidierenden für den Regierungsrat: Mustafa Atici (SP), seit Mai 2024 im Amt, Vorsteher des Erziehungsdepartements.
Tanja Soland (SP), seit 2020 Regierungsrätin und Vorsteherin des Finanzdepartments.
Kaspar Sutter (SP), seit 2021 Regierungsrat und Vorsteher des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt.
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Und das sind die Kandidierenden für den Regierungsrat: Mustafa Atici (SP), seit Mai 2024 im Amt, Vorsteher des Erziehungsdepartements.

Andi Cortellini

Für die 100 Sitze im Grossen Rat treten dieses Jahr rund 870 Kandidierende an, das sind 9,3 Prozent mehr als noch 2020. Momentan haben Links-Grün 48 Sitze inne, die Bürgerlichen deren 43. Auch hier gibt es also bis anhin keine Mehrheit der beiden politischen Lager. Wieder ist es die in der Mitte angesiedelte GLP, die matchentscheidend ist. Gelinge es der GLP, der mit 30 Sitzen stärksten Partei SP Stimmen abzuluchsen, könne das Parlament bürgerlicher werden, folgert die «Basler Zeitung» (Bezahlartikel) in ihrer Analyse.

Auch erst am Sonntag zeigen wird sich, was die Erneuerung der Listenverteilung unter den Linken für ihre Sitze bedeutet: Die beiden linken Parteien Grüne und BastA treten dieses Jahr zum ersten Mal seit 20 Jahren mit separaten Listen an. Bisher kandidierten sie als Grün-Alternatives Bündnis gemeinsam in Basel.

Mit vollem Einsatz zum Ziel

Was aber schon jetzt klar ist: Der Einsatz im Wahlkampf war von allen politischen Lagern gross. Briefkästen wurden mit Parteiprogrammen geflutet, Standaktionen durchgeführt, Sonnenblumen an Passantinnen und Passanten verteilt, Telefonate bis zum Abwinken geführt. Bleibt also abzuwarten, für wen sich die Mühe auszahlen wird.

Die Zwischenresultate werden am Sonntag, 20. Oktober, um zwölf Uhr bekannt gegeben, die Schlussresultate um 21 Uhr. Ein allfälliger zweiter Wahlgang für den Regierungsrat findet am 24. November statt.

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