Sexleben: Mehr als die Hälfte der Schweizer ist unzufrieden

Leidenschaftliche Nächte? In der Schweiz scheinen sie abzunehmen. Mehr als die Hälfte der Männer und Frauen hierzulande ist mit ihrem Sexleben unzufrieden.

Leidenschaftliche Nächte? In der Schweiz scheinen sie abzunehmen. Mehr als die Hälfte der Männer und Frauen hierzulande ist mit ihrem Sexleben unzufrieden.

Cottonbro Studios
Publiziert

Neue Sex-Studie55 Prozent der Schweizer sind unzufrieden mit ihrem Sexleben

Eine neue Studie des Schweizer Sextoy-Anbieters Amorana gibt zu denken: Über die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer ist im Bett unzufrieden – vier Prozent mehr als im Vorjahr.

Neue Studien zeigen: Die mentale Gesundheit der Schweizer und Schweizerinnen ist angeschlagen, die psychischen Belastungen sind gross. Und es scheint ganz so, als ob sich diese Schieflage auch auf die Stimmung im Bett auswirkt. Darauf deutet die jüngste Sex-Studie des Schweizer Onlineshops Amorana hin. Von 800 befragten Personen gaben 55 Prozent an, nicht zufrieden mit dem Sexleben zu sein – vier Prozent mehr als noch 2022.

Die Offenheit beim Sex, Neues auszuprobieren, scheint zuzunehmen – die Unzufriedenheit im Bett allerdings auch.

Die Offenheit beim Sex, Neues auszuprobieren, scheint zuzunehmen – die Unzufriedenheit im Bett allerdings auch. 

Cottonbro Studios

Sex Drive sinkt gleichermassen

Dabei macht es nur einen kleinen Unterschied, wenn es um den Unterschied zwischen den Geschlechtern geht: Nur 43 Prozent der Männer sind zufrieden, bei den Frauen sind es mit 46 Prozent minimal mehr. Auch die Libido scheint abzunehmen – auf einer Skala von eins bis zehn schaffte es der eigene Sex Drive in der Schweiz auf 5,87 Punkte. Vor zwei Jahren im 2021 waren es noch 6,89 Punkte.

Wie zufrieden bist du mit deinem Sexleben?

Offenheit steigt

Während die Lust auf der Strecke zu bleiben scheint, gibt es aber auch gute Nachrichten: Einige Tabus verschwinden, die Offenheit scheint zuzunehmen. Dafür gibt es gleich mehrere Indizien. So wissen etwa 89 Prozent der Bevölkerung mittlerweile, dass die Prostata eine erogene Zone ist, 40 Prozent haben sie auch bereits in ihr Liebesspiel eingebaut. Beim Thema Analsex sieht es ähnlich aus. Nicht nur haben 60 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer bereits Erfahrung mit dieser Technik – weitere zehn Prozent sind neugierig, 20 Prozent würden sich gerne mit einem Sextoy an die Erfahrung herantasten.

60 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer haben bereits Erfahrungen mit Analsex gemacht, weitere zehn Prozent würden gerne nachziehen.

60 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer haben bereits Erfahrungen mit Analsex gemacht, weitere zehn Prozent würden gerne nachziehen. 

Pexels/Victoria Strelka

Fantasien bleiben häufig geheim

Weniger offen ist das Land hingegen, wenn es um das Teilen der eigenen Fantasien geht. Zwar geben 69 Prozent an, regelmässige sexuelle Fantasien zu haben. Nur ein Viertel spricht aber bereits im ersten Monat einer neuen Beziehung darüber, weitere 25 Prozent in den ersten drei Monaten. Danach nimmt die Kurve rapide ab: 25 Prozent warten bis zu einem Jahr, fünf weitere Prozent halten auch noch ein zweites Jahr durch. Die restlichen 20 Prozent behalten ihre Fantasien komplett für sich – immerhin jeder Fünfte der Befragten. Einer der Gründe dafür? Das Schamgefühl gegenüber dem Partner oder der Partnerin.

Fantasien bleiben im Bett oft geheim – jeder Fünfte erzählt seinem Partner oder seiner Partnerin nie davon.

Fantasien bleiben im Bett oft geheim – jeder Fünfte erzählt seinem Partner oder seiner Partnerin nie davon.

Pexels/Ketut Subiyanto

Pornos für die Männerwelt spannender

Der grösste Unterschied zwischen den Geschlechtern findet sich – wie in den Vorjahren – beim Thema Pornografie. 55 Prozent der Männer geben an, wöchentlich bis täglich Pornos zu konsumieren. Bei den Schweizer Frauen kommt die Skala hingegen gerade mal auf 14 Prozent. Satte 43 Prozent geben hingegen an, niemals Pornos zu schauen. Daran können zwar individuelle Einstellungen und Präferenzen liegen. Die Zahl könnte aber auch ein Zeichen dafür sein, dass ein passendes Angebot für Frauen weiterhin zu wünschen übrig lässt. 

Deine Meinung zählt