
Das macht einen guten Restaurant-Gast aus – und das nicht.
Getty Images/iStockphotoManieren«Verzogene Tröten»: Diese Gäste ärgern Restaurants
Versaute Tische, kein Trinkgeld geben oder gar nicht erst erscheinen – wir haben bei Schweizer Restaurants nachgefragt, welches Verhalten bei Gästen für sie ein No-go ist.
Kürzlich beantworteten uns Schweizer Hotelbetriebe, was Gäste zu Supergästen macht – oder zum Gegenteil. Jetzt wollen wir wissen, was die Gastronomie sagt. Einfach zum Tisch stürmen, statt aufs Platzieren zu warten, lautes Telefonieren oder jede Menge Extrawünsche – was sieht die Crew im Restaurant gar nicht gerne? Und was macht für sie einen guten Gast aus?
«Mit mehr Personen erscheinen» – oder gar nicht
Im Zürcher Pizza-Restaurant Alba sei man grundsätzlich sehr zufrieden mit den Gästen, erzählt uns Co-Founder Simon Bernhard. Schwierig seien jedoch Situationen, in denen Gäste an einem Freitag oder Samstag mit mehr Personen erscheinen als ursprünglich angegeben – «und dann verärgert reagieren, wenn wir keine zusätzlichen Stühle mehr haben, da wir komplett ausgebucht sind».

Mit zu vielen Personen im Resti erscheinen oder gar nicht erscheinen – beides gilt bei Gastronomen als No-go.
Alba Restaurant«Ein absolutes No-go sind No-Shows», findet wiederum der Zürcher Gastronom Michel Péclard, der sich mit Restaurant-Konzepten wie der Pumpstation, dem Fischers Fritz oder dem Lulu einen Namen gemacht hat. Wer reserviert, dann aber nicht erscheint, frustriere ihn.
«Immer wieder gibts diese verzogenen Tröten, die in vorauseilender ‹Optionitis› für einen Sommersamstagabend rund um den See in zig Restaurants für eine ganze Clique einen Tisch reservieren und dann nicht auftauchen, weil sie doch auf dem Boot blieben. Ruft man an, ist niemand erreichbar.»
«Der absolute Hassfaktor»
Alexander Guggenbühl, Inhaber der Gartski Group, zu der das Restaurant Rechberg 1837 und das Rank gehören, stört vor allem die lautstarke Wiedergabe von Videos oder Tiktoks im Restaurant. Oder aber: «Wenn bei einem mehrgängigen Menü ständig zum Rauchen herausgegangen wird, ohne Bescheid zu sagen – das macht es für Küche und Service schwer, die Gerichte frisch und im richtigen Moment zu servieren.»
«Der absolute Hassfaktor» seien jedoch «grosse Runden, in denen alle fröhlich durcheinander konsumieren, um danach vom Service zu verlangen, die Rechnung exakt auf die einzelnen Personen herunterzubrechen». Guggenbühls Vorschlag: «Klärt unter euch, wer welchen Betrag übernimmt, und nennt dem Service einfach den Endbetrag, nicht eine detaillierte Liste aller Speisen und Getränke.»

Wer in einer grossen Gruppe isst, sollte das Teilen der Rechnung vorab besprechen.
Getty ImagesWas ist für dich ein No-go im Restaurant?
Wertschätzung ist wichtiger als Trinkgeld
Während kein Trinkgeld oder ein übliches Trinkgeld von fünf bis zehn Prozent für Guggenbühl vollkommen in Ordnung seien, fasse er ein symbolisch kleines Trinkgeld als herablassend auf. «Was für uns einen guten Gast ausmacht, ist in erster Linie Wertschätzung für die Hingabe hinter Speis und Trank. Das ist für uns der schönste Lohn.»
Das kannst du dir sparen
Nett gemeint, aber oft eher kontraproduktiv sei laut Guggenbühl das Zusammenstellen der Teller: «Das bringt nur geübte Handgriffe durcheinander.»
Auch Rudi Bindella der Bindella SA, zu der verschiedene Schweizer Gastrobetriebe gehören, findet: «Es gibt viele Wege, Wertschätzung auszudrücken – Trinkgeld ist eine freiwillige Geste und keinesfalls eine Pflicht.» Was die Bindella-Crew dagegen freut: «Eine freundliche Begrüssung und Verabschiedung.»

Die Crew der Bindella SA begleitet Gäste gerne an den Tisch. Hier: Lernende der Bindella SA.
bindella.chStatt dass du beim Eintreten einfach den nächsten freien Tisch ansteuerst, kannst du künftig Augenkontakt zum Service herstellen: «Wir begrüssen unsere Gäste gerne persönlich am Eingang und begleiten sie an ihren Tisch», heisst es seitens Rudi Bindella.
Was, wenn der Tisch zum Schlachtfeld wird?
«Das saubere Hinterlassen des Tisches sowie das Verabschieden haben mit grundsätzlichem Respekt zu tun. Für uns macht ein chaotischer Tisch keinen grossen Unterschied – der kann auch ein Zeichen für einen grossartigen Abend sein – aber es zeugt eben nicht unbedingt von guter Kinderstube», so Alexander Guggenbühl.
Und wenn Kinder dabei sind? Die sind schliesslich bekannt für Schlachtfelder auf Tischen. Rudi Bindella sagt dazu: «Kinder sind bei uns immer willkommen – wir zelebrieren ‹la famiglia›! Sie bringen Leben und Freude in unsere Restaurants. Mit ihnen kann es manchmal etwas turbulenter werden, aber das gehört für uns dazu. Wir nehmen es mit Gelassenheit.»
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