Zug – Verwirrungen um angeblichen Konkurs von Nord Stream 2

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ZugVerwirrungen um angeblichen Konkurs von Nord Stream 2

Nord Stream 2 entlässt insgesamt 106 Mitarbeitende. Konkurs ist das Unternehmen jedoch nicht, wie Nord Stream 2 und der Kanton Zug melden.

Bei Nord Stream 2, der Betreibergesellschaft der gleichnamigen Gas-Pipeline zwischen Russland und Deutschland, werden 106 Mitarbeitende entlassen.
Das Unternehmen ist jedoch nicht konkurs, wie verschiedenen Berichten zu entnehmen war. Bis am Mittwochmittag «ist noch keine Konkursanmeldung beim Konkursamt eingegangen», sagt Bernhard Neidhart,  der Leiter des Amtes für Wirtschaft des Kantons Zug, auf Anfrage.
Das Unternehmen hatte der Meldung über den Konkurs, etwa gegenüber der Agentur Interfax, widersprochen: «Wir bestätigen keine Medienberichte, dass Nord Stream 2 Insolvenz angemeldet hat.»
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Bei Nord Stream 2, der Betreibergesellschaft der gleichnamigen Gas-Pipeline zwischen Russland und Deutschland, werden 106 Mitarbeitende entlassen.

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Darum gehts

Das Unternehmen Nord Stream 2 mit Sitz in Zug soll die Bilanz deponiert haben. Die Zuger Regierungsrätin Silvia Thalmann-Gut gab gegenüber verschiedenen Medien bekannt, dass die Betreibergesellschaft der gleichnamigen Gas-Pipeline zwischen Russland und Deutschland konkurs ist. Zudem müssten Mitarbeitende entlassen werden.

Dieser Aussage zum Konkurs widerspricht das Unternehmen: «Wir bestätigen keine Medienberichte, dass Nord Stream 2 Insolvenz angemeldet hat», teilt Nord Stream 2 gegenüber der Agentur Interfax mit. Nord Stream 2 habe bisher lediglich die Behörden über die Zwangsauflösung von Mitarbeiterverträgen aufgrund von US-Sanktionen gegen das Unternehmen informiert.

Konkursmeldung wegen Missverständnisses

Der Kanton Zug steht in Kontakt mit Nord Stream 2. Bis am Mittwochmittag «ist noch keine Konkursanmeldung beim Konkursamt eingegangen», sagt Bernhard Neidhart auf Anfrage.  Wie der Leiter des Amtes für Wirtschaft mitteilt, handelte es sich bei der Meldung über den Konkurs um ein Missverständnis. Es sei dabei um das Entlassungsverfahren gegangen.

Dass es zu Entlassungen kommt, ist jedoch bestätigt: «Es sind, so am Dienstag von der Firma bestätigt, 106 Kündigungen», sagt Neidhart. Die Entlassenen sind alle in Zug angestellt. «Wir werden die Betroffenen mit den Instrumenten der Arbeitslosenversicherung unterstützen, so wie wir dies bei jeder angekündigten Entlassung tun», sagt er weiter.

Nord Stream AG wohl nicht betroffen

Dem Kanton Zug sei nicht bekannt, dass auch die Nord Stream AG, die Betreiberin der Nord-Stream-1-Pipeline, von ähnlichen Vorgängen betroffen ist. Neidhart: «Wir haben keine Informationen oder Hinweise dazu», sagt er. Ob noch weitere Unternehmen im Kanton Zug vom Krieg in der Ukraine betroffen sind, könne man nur schwer sagen: «Das ist schwierig abzuschätzen. Es ist möglich, dass weitere Unternehmen betroffen sein werden. Zurzeit sind keine Ankündigungen bekannt», sagt Neidhart.

Die Pipeline Nord Stream 2 wurde im vergangenen September fertiggestellt. Die Pipeline kann jedoch nicht in Betrieb genommen werden. Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz hatte das Zertifizierungsverfahren wegen des Krieges in der Ukraine kürzlich auf Eis gelegt. Im Zusammenhang mit dem Krieg hatte vergangene Woche der Europapark das Sponsoring von Nord Stream 2 ausgesetzt. Der Eishockeyclub EV Zug hatte zudem wegen der aktuellen Entwicklungen das Sponsoring mit der Nord Stream AG unterbrochen.

Sowohl die Nord Stream 2 AG als auch die Nord Stream AG liess Anfragen am Mittwoch unbeantwortet.

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