Neuer UBS-ChefVom Lehrling zum Super-CEO – die Traumkarriere von Sergio Ermotti
Am Mittwoch hat die UBS Sergio Ermotti zum neuen Super-CEO ernannt. Der Tessiner kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück. Als junger Mann hatte der Bankenprofi aber einen ganz anderen Traumjob.
Darum gehts
Sergio Ermotti ist der neue CEO der Schweizer Mega-Bank.
Bereits zwischen 2011 und 2020 war er der Chef der UBS.
Begonnen hat er bei einer Bank in Lugano – diese sollte jedoch nur eine Zwischenstation sein.
Sergio Ermotti (62) wird kommende Woche zum neuen CEO der UBS. Er tritt die Nachfolge von Ralph Hamers an, der sich laut der UBS bereit erklärt hat, im Interesse der neuen Kombination des Schweizer Finanzsektors und des Landes zurückzutreten. Der 62-jährige Banker schaffte es vom Banklehrling an die Spitze der neuen Mega-Bank. Das ist sein Werdegang.
Ist sich seiner Verantwortung bewusst: Sergio Ermotti an der Pressekonferenz in Zürich.
SRFDer Traum, Sportlehrer zu werden
Ermotti wuchs im Tessin auf, seine Eltern waren aus Italien eingewandert. Als junger Mann machte er eine Banklehre bei der Cornèr Bank in Lugano. Wie er in einem Interview mit der «Schweizer Illustrierte» sagte, wollte Ermotti aber eigentlich Sportlehrer werden. «Dafür brauchte ich einen Abschluss. Die Banklehre war nur als Zwischenstation gedacht. Nach einigen Wochen habe ich aber gemerkt, dass es eigentlich ganz interessant ist bei einer Bank.» Auch in der Schule habe er Mühe gehabt: «Ich war kein besonders guter Schüler. Ich war sehr unruhig, hyperaktiv. Mein Ziel war immer, mit einer Vier irgendwie durchzukommen.»
Die Ochsentour im Investment-Banking
Nach der Banklehre nahm seine Karriere Fahrt auf. Über ein Jahr arbeitete er bei der Citibank in Zürich, bevor es den jungen Banker zur Investmentbank Merrill Lynch zog. Dort arbeitete er sich in verschiedenen Positionen zum Senior Vice President und Co-Leiter der globalen Aktienmärkte hoch. Anschliessend war er fünf Jahre bei Unicredit in Mailand, bevor Ermotti erstmals zur UBS gelangte.
Die ersten neun Jahre bei der UBS
2011 wurde Ermotti nach dem Rücktritt von Oswald Grübel zuerst zum interimistischen und später zum neuen Group Chief Executive Officer der UBS ernannt. In dieser Zeit habe er insbesondere die Finanzkraft und die Widerstandsfähigkeit der UBS ausgebaut, «indem er das weltweit führende Wealth- und Asset-Management-Geschäft sowie die Schweizer Universalbank in den Mittelpunkt stellte», heisst es in einer Mitteilung. 2020 verliess Ermotti die Grossbank. «Das Adrenalin wird mir fehlen. Du hast jeden Tag ein Problem zu lösen, deine Meinung ist gefragt, man muss Entscheidungen treffen. Du bist im Zentrum eines grossen Systems. Das kreiert eine positive Energie», sagte er im SI-Interview. In seinem letzten Jahr bei der UBS hat er gemäss dem Vergütungsbericht 13,3 Millionen verdient.
In der Krise kommt er zurück
Später wurde Ermotti in den Verwaltungsrat des Rückversicherers Swiss Re gewählt, welchen er seit Frühling 2021 präsidierte. Nun kommt er nach dem CS-Aus zur neuen Mega-Bank zurück. «Ich fühle mich sehr geehrt, diesen Übergang zu leiten. Das ist eine herausfordernde und dringende Aufgabe», sagte er am Mittwoch vor den Medien. Er sei sich der Verantwortung bewusst, die auf ihn und die Bank zukomme. «Ich bin überzeugt, dass wir mit starkem Fokus die Bedürfnisse unserer Angestellten und aller Stakeholder und der Schweizer Gesellschaft erfüllen können. Ich freue mich auf diese Aufgabe.»
Parlamentarier begrüssen die Lösung – und haben hohe Erwartungen
SVP-Nationalrat und Bankunternehmer Thomas Matter findet die Ernennung Ermottis zum neuen CEO «einen hervorragenden Schritt». «Ermotti hat eine hervorragende Reputation und kennt das Bankwesen sehr gut.» Auch FDP-Nationalrat Hans-Peter Portmann zeigt sich über den Wechsel erfreut. Ermotti werde Vertrauen schaffen können. Der Wechsel an der Spitze der UBS sei zudem ein starkes Zeichen an die Politik. «Ich hoffe, wir finden gemeinsam die notwendigen, aber auch sinnvollen Lösungen zur Bewältigung der Krise», so Portmann. Erstaunt über die Ernennung zeigt sich SP-Nationalrätin Sarah Wyss: «Man hat es schon geahnt, aber es ist trotzdem ein Paukenschlag.» Man müsse nun sehen, ob der Wechsel eher für Ruhe oder Unruhe sorge. «Ich bin schon erstaunt – eigentlich wurde von Stabilität und Vertrauen gesprochen, ob da ‹Hire and Fire› hilft, bezweifle ich», so Wyss.
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