Im RestaurantSo grosszügig sind wir beim Trinkgeld
Die Schweizer geben oft Trinkgeld, wobei Welsche und Tessiner knausriger sind. Am häufigsten wird Trinkgeld bar bezahlt, um sich für guten Service zu bedanken.
Darum gehts
Fast neun von zehn Deutschschweizern geben beim Restaurantbesuch Trinkgeld, während es bei den Westschweizern 82,3 Prozent und im Tessin nur 71,4 Prozent sind. Gesamtschweizerisch geben im Schnitt 85 Prozent der Restaurantbesucher Trinkgeld, wie eine Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften zusammen mit dem Zahlungsdienstleister Worldline herausgefunden hat (siehe unten).
Darum geben wir Trinkgeld
Als häufigsten Grund gaben die Befragten an, sich für den guten Service bedanken zu wollen. Weitere wichtige Gründe sind die tiefen Löhne des Servicepersonals, ein gutes Gefühl, wenn man jemandem eine Freude machen kann und soziale Normen. Hauptgrund, kein Trinkgeld zu bezahlen, ist, dass die Serviceleistung bereits im Lohn inbegriffen sei, gefolgt von den ohnehin hohen Preisen und fehlendem Geld.
So viel Trinkgeld geben wir
Die meisten runden auf den nächsthöheren Fünf-Franken-Betrag auf. Knapp jeder Fünfte gibt zehn Prozent Trinkgeld. Für 16,4 Prozent ist die Höhe des Trinkgelds davon abhängig, wie viel Bargeld sie gerade dabei haben. «Interessant ist auch zu sehen, dass 11,6 Prozent keinem fixen Schema folgen, sondern das Trinkgeld je nach Lust und Laune respektive Zufriedenheit mit der Dienstleistung bestimmen», ergänzt Stadelmann.
Gibst du jedes Mal Trinkgeld im Restaurant?
Trinkgeld wird am häufigsten bar bezahlt
Mehr als drei Viertel der Befragten bezahlen Trinkgeld in bar. «Dieser Wert ist auf den ersten Blick überraschend hoch», sagt Studienleiter Marcel Stadelmann. «Dies lässt sich unter anderem dadurch erklären, dass 26,1 Prozent der Befragten angaben, den Rechnungsbetrag im Restaurant bargeldlos zu begleichen, das Trinkgeld jedoch in bar zu übergeben.»
Misstrauen in die Arbeitgeber
Auffallend ist, dass beim bargeldlosen Trinkgeld grosses Misstrauen herrscht, ob das Servicepersonal etwas davon hat. Nur 15,4 Prozent der Befragten glauben, dass das Trinkgeld an das Servicepersonal geht, 28,1 Prozent sind überzeugt, dass die Restaurantbesitzerinnen und -besitzer es selbst behalten. Beim Bargeld hingegen glaubt die Mehrheit, dass das Trinkgeld unter allen Mitarbeitenden oder unter dem Servicepersonal aufgeteilt werde oder dass die einkassierende Serviceperson das Trinkgeld für sich behält.
So möchten wir bargeldlos Trinkgeld geben
Bargeld spielt eine immer weniger wichtige Rolle. Wird Trinkgeld bargeldlos bezahlt, ist es Schweizerinnen und Schweizern am liebsten, sie können den Rechnungsbetrag inklusive Trinkgeld nennen und das Servicepersonal erfasst diesen auf dem Zahlungsterminal. Auch, wenn man das Trinkgeld auf dem Terminal selber eintippen kann, wird dies positiv wahrgenommen. Deutlich weniger Freude haben die Gäste, wenn die Prozentsätze auf dem Terminal schon vorgegeben sind oder wenn das Servicepersonal nachfragt, wie viel Trinkgeld man bezahlen möchte.
Die Studie
Um das Trinkgeldverhalten der Bevölkerung näher zu analysieren, wurden im September 2022 insgesamt 1179 Personen aus der ganzen Schweiz im Alter zwischen 18 und 76 Jahren befragt. Die ZHAW hat die Studie im Auftrag des Zahlungsdienstleisters Worldline durchgeführt. «Die Studie soll Gastronominnen und Gastronomen dabei unterstützen, künftig besser auf die Bezahlbedürfnisse ihrer Gäste einzugehen, da der Vormarsch des digitalen Bezahlens deren Trinkgeld-Gewohnheiten beeinflusst hat», sagt Marc Schluep, Managing Director Schweiz bei Worldline.
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