80 Länder und 500 Journalisten vor Ort

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Friedensgipfel500 Journalisten, 4000 Soldaten – so eng wirds auf dem Bürgenstock

Gerade einmal einen Kilometer lang ist das Hotel-Areal auf dem Bürgenstock. In einer Woche tummeln sich Tausende Menschen auf diesem engen Areal. Wir zeigen dir, wie eng es auf dem Gipfel und beim Gipfel wirklich wird.

Nur rund einen Kilometer lang ist das Bürgenstock-Resort über dem Vierwaldstädtersee.
In rund einer Woche tummeln sich hier Tausende Menschen.
500 Medienschaffende werden auf dem Berg sein – darunter auch «russische Nachrichtenagenturen», wie das EDA bestätigt.
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Nur rund einen Kilometer lang ist das Bürgenstock-Resort über dem Vierwaldstädtersee.

IMAGO/Köbi Schenkel

Darum gehts

  • Mehrere Hundert VIPs werden den Bürgenstock in einer Woche bevölkern.

  • Stets im Schlepptau: 500 Medienschaffende – auch aus Russland.

  • Die Armee wird gerüchteweise weniger als die Obergrenze von 4000 Soldatinnen und Soldaten einsetzen.

So viele VIPs sind auf dem Berg

Jedes Staatsoberhaupt darf maximal zehn Begleitpersonen mitbringen. Für Ministerinnen und Minister gilt eine Obergrenze von fünf Begleitpersonen. Auf Anfrage von 20 Minuten spricht das Aussendepartement EDA von 80 Ländern, die eine Teilnahme auf Präsidial- oder Ministerebene bestätigt haben. Von wie vielen Servicekräften des Bürgenstock-Resorts diese umsorgt werden, ist unbekannt. Das Hotel hüllt sich gegenüber verschiedenen Medien bei genauen Zahlen in Schweigen.

500 Journalisten – auch aus Russland

Insgesamt sind 500 Medienakkreditierungen vergeben worden, für Journalistinnen und Journalisten aus 40 Ländern – auch aus Russland. Aus der Schweiz sind rund 60 Medienschaffende anwesend, wie Recherchen von 20 Minuten zeigen, die das EDA bestätigt.

So viele Leute schickt die SRG

So verteilen sich die Journalisten auf die anderen Schweizer Medienhäuser

CH Media stellt mit sieben Journalistinnen und Journalisten das zweitgrösste Kontingent. Zu CH Media gehören unter anderem die «Aargauer Zeitung», das «St. Galler Tagblatt», Tele Züri, Radio Pilatus oder auch das Newsportal «Watson».

Keystone-SDA, die einzige verbliebene Schweizer Nachrichtenagentur, ist ebenfalls mit sieben Mitarbeitenden auf dem Bürgenstock. Wobei drei davon Fotografen sind und einer Videojournalist ist.

Ringier ist mit «vier Kolleginnen und Kollegen vor Ort», wie ein Mediensprecher mitteilt. Zu Ringier gehören unter anderem «Blick», BlickTV oder auch die «Schweizer Illustrierte».

Tamedia, zu dem der «Tages-Anzeiger», die SonntagsZeitung, «24 heures» und viele weitere gehören, ist mit drei Medienschaffenden anwesend.

20 Minuten ist mit zwei Journalisten anwesend, unser Westschweizer Schwesterblatt 20 Minutes ist mit einem Kollegen anwesend.

Auch kleinere Medien wie beispielsweise die «Weltwoche» oder der «Nebelspalter» sind mit je einer Journalistin oder einem Journalisten anwesend.

Diese russischen Medien sind dabei

Wie das EDA bestätigt, sind «russische Nachrichtenagenturen» auf dem Bürgenstock anwesend «sowie Medien aus China, Brasilien, Chile, der Türkei, Indien, Aserbaidschan, Japan, Südkorea, den Vereinigten Arabischen Emiraten oder Katar». Das heisst, es werden auch Medien aus Ländern vertreten sein, deren Regierungen der Konferenz teils eine Absage erteilt haben.

Grosser Ärger über Platzbeschränkung bei US-TV-Stationen

Kaum ein Medium darf mehr als eine Handvoll Journalistinnen und Journalisten auf den Bürgenstock schicken. Dem Vernehmen nach hat das vor allem bei den grossen US-Sendern wie CNN, CNBC oder Fox News für Ärger gesorgt. Diese sind es gewohnt, mit grosser Manpower über ein solches Ereignis zu berichten, doch für einmal müssen sie auf ihre Medien-Armee verzichten.

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Das Armeekontingent wird wohl nicht ausgeschöpft

Den Einsatz von bis zu 4000 Soldatinnen und Soldaten hat der Bundesrat genehmigt. Dem Vernehmen nach wird das Kontingent aber nicht voll ausgeschöpft. Einer der Gründe: Das Datum der Konferenz wurde erst am 10. April offiziell verkündet. Das sei extrem kurzfristig für das Militär, denn die Planung vieler WKs sei da bereits abgeschlossen gewesen und kurzfristige Umplanungen seien schwierig, ist zu hören. Die Armee sagt auf Anfrage offiziell bloss, dass es sich bei den 4000 Armeeangehörigen um eine «Obergrenze» handle und «die exakte Zahl aus taktischen Gründen nicht kommuniziert wird».

Die Anzahl Polizisten bleibt Staatsgeheimnis

Neben Soldatinnen und Soldaten schützen vor allem viele Polizistinnen und Polizisten den Bürgenstock. Daneben sind sie auch als Begleiter von VIP-Konvois und in vielen anderen Funktionen im Einsatz. Bekannt ist, dass alle 26 Kantone Einsatzkräfte stellen und deswegen mindestens 45 Polizeiposten während der Konferenz geschlossen bleiben, wie der «Tages-Anzeiger» herausgefunden hat. Allein im Kanton Luzern bleiben darum 23 der 28 Posten während der Konferenz dicht. Doch auch nur annähernd eine Zahl von Polizistinnen und Polizisten herauszufinden, ist schwierig. Die Einsatzleitung der Kantonspolizei Nidwalden hüllt sich in eisernes Schweigen. Auch hier «aus taktischen Gründen», wie es auf Anfrage heisst.

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