Bitcoin: Deutschland verspielt Milliarden, El Salvador und Bhutan jubeln

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Nayib BukeleBitcoin: Deutschland verspielt Milliarden, El Salvador und Bhutan jubeln

Als Nayib Bukele seinen Bitcoin-Plan für El Salvador ankündigte, erntete er Spott. Nun gewinnt das Land so Millionen. Deutschland hat sich hingegen verzockt.

Nayib Bukele (links) und Donald Trump sind Bitcoin freundlich gestimmt.
El Salvadors Präsident ist mit seiner Bitcoin-Strategie bis jetzt gut gefahren.
Das Königreich Bhutan hält gar Bitcoin im Wert von rund einer Milliarde US-Dollar.
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Nayib Bukele (links) und Donald Trump sind Bitcoin freundlich gestimmt.

IMAGO/Aton Chile

Bitcoin: Darum gehts

  • El Salvador profitiert gerade massiv vom steigenden Bitcoin-Kurs.

  • Das Königreich Bhutan hält gar Bitcoin im Wert von einer Milliarde US-Dollar.

  • Donald Trump will eine Bitcoin-Reserve für die USA aufbauen.

  • Und die Schweiz? Sie ist zwar kryptofreundlich, hält aber keine Bitcoin.

El Salvador hat 2021 angekündigt, Bitcoin als erstes Land der Welt zu einem gesetzlichen Zahlungsmittel zu machen. Präsident Nayib Bukele verkündete damals, das Land habe dafür seine ersten 400 Bitcoin gekauft.

Kurze Zeit später, im November 2021, erreichte Bitcoin seinen damaligen Höchststand von 59'300 Franken. Im Januar lag der Kurs allerdings rund 40 Prozent tiefer. Prompt erntete Bukele Spott: El Salvador habe mit Bitcoin zehn bis 20 Millionen Dollar verspielt, das belaste die Staatskasse eines Landes, das bereits jetzt zu den ärmsten in Zentralamerika gehöre.

Zuerst verspottet, jetzt massiv im Plus

Bukele liess sich nicht beirren und kaufte die Kryptowährung weiter. Heute lacht niemand mehr über ihn: Bitcoin hat mittlerweile neue Höchststände erreicht, womit der Wert von El Salvadors Bitcoin-Beständen innerhalb einer Woche um über 100 Millionen US-Dollar angestiegen ist.

Laut Zahlen von Arkham Intelligence hält El Salvador mittlerweile 5935 Bitcoin, die rund 535 Millionen US-Dollar wert sind. «Ich habe es euch gesagt», twitterte Bukele am 11. November, als der Kurs explodierte.

So stark ist der Bitcoin-Bestand von El Salvador im letzten Monat gewachsen.

So stark ist der Bitcoin-Bestand von El Salvador im letzten Monat gewachsen.

Screenshot/Arkham Intelligence

Bhutans Bitcoin sind eine Milliarde US-Dollar wert

Noch mehr Bitcoin als El Salvador hält das Königreich Bhutan. Es stellt Bitcoin laut «Cointelegraph» seit April 2019 selbst her, was man als Mining bezeichnet. Der Kurs der grössten Kryptowährung der Welt lag damals bei 5000 US-Dollar, heute ist er etwa 18 Mal höher. Am 11. November war Bhutans Bitcoin-Bestand rund eine Milliarde Dollar wert.

Deutschland entgeht Milliarden-Gewinn

Einen anderen Weg eingeschlagen hat Deutschland: Das Land verkaufte im Sommer 50'000 konfiszierte Bitcoin für 2,3 Milliarden Euro. Das sorgt für Kritik: «Nur vier Monate später hätte das Bundesland dafür rund acht Milliarden Euro mehr bekommen – eine Summe, die Deutschland sicherlich gut hätte gebrauchen können», sagt Rino Borini, der den Bitcoin-Lehrgang der Hochschule für Wirtschaft Zürich leitet, auf Anfrage.

Donald Trump will Bitcoin der USA halten

Die USA halten rund 213'000 beschlagnahmte Bitcoin, die heute über 15 Milliarden US-Dollar wert sind. Der nächste Präsident Donald Trump hat versprochen, eine strategische Bitcoin-Reserve für die USA aufzubauen.

Donald Trump hat angekündigt, eine strategische Bitcoin-Reserve für die USA aufzubauen.

Donald Trump hat angekündigt, eine strategische Bitcoin-Reserve für die USA aufzubauen.

IMAGO/ZUMA Press Wire

Ob Trump das wirklich machen wird, ist umstritten. «Es würde Sinn ergeben, und ich vermute, dass er das umsetzen will», sagt Borini von der HWZ. Thomas Rühl, Anlagechef und Leiter Research der Schwyzer Kantonalbank, ist hingegen skeptisch: «Ich halte das für unwahrscheinlich, das wäre extrem riskant», sagt er im Interview mit 20 Minuten.

Und die Schweiz?

Die Schweiz hält keine Bitcoin als strategische Reserve, auch die Nationalbank kauft die Kryptowährung nicht. Sämtliche Chefökonomen, die 20 Minuten darauf ansprach, halten es für unwahrscheinlich, dass sich das bald ändert, zum Beispiel Matthias Geissbühler, der Anlagechef von Raiffeisen, oder der Ex-UBS-Chefökonom Klaus Wellershoff.

Soll die Schweiz Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel einführen?

Ansonsten gilt die Schweiz aber als kryptofreundlich: Viele Schweizer Banken bieten mittlerweile den Handel mit Kryptowährungen an, Zug macht als Crypto Valley der Schweiz international Schlagzeilen, und die Stadt Lugano will zum nationalen Leader in Sachen Krypto werden. Bei der Bevölkerung sind Kryptowährungen aber noch nicht angekommen: Die meisten Menschen in der Schweiz sind Nocoiner und halten keine Kryptowährungen, wie eine aktuelle Studie der Hochschule Luzern zeigt.

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