Aline (17)«Ein komplettes Verbot von Social Media wäre übertrieben»
Eine Umfrage zeigt: 80 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer befürworten ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige. Doch was halten Jugendliche von einem Verbot? 20 Minuten hat nachgefragt.
Darum gehts
80 Prozent der Schweizer befürworten ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige, zeigt eine Umfrage.
Jugendliche wie Elena (16) sehen sowohl Vorteile als auch Nachteile von Social Media.
Aline (17) und Max (20) sprechen sich für eine Regulierung statt eines Verbots aus.
Juliane (18) und Baptiste (18) heben die Bedeutung von Medienkompetenz hervor.
Aline (17)

«Ein komplettes Verbot von Social Media wäre übertrieben, eine Regulierung finde ich sinnvoll», sagt die 17-jährige Aline.
20min/zoa«Ein komplettes Verbot von Social Media wäre übertrieben, eine Regulierung finde ich sinnvoll. Man verbringt schon viel zu viel Zeit am Handy. Besonders bei 13-Jährigen ist das Problem noch ausgeprägter. Viele wissen gar nicht mehr, was sie ohne ihr Smartphone machen sollen – das ist krass und schade. Ein weiteres Problem ist, dass auf Social Media oft Inhalte geglaubt werden, die gar nicht der Wahrheit entsprechen. Eltern sollten hier ihren Kindern einen kritischen Umgang mit solchen Plattformen beibringen. Letztendlich liegt es aber auch an jedem selbst, wie bewusst man mit Social Media umgeht. Ich hatte zwar bereits mit 13 Jahren Social Media – trotzdem war ich damals deutlich mehr draussen, aktiver und habe meine Zeit kreativer genutzt.»
Max (20)

Max (20) plädiert für eine Regulierung statt eines kompletten Verbots.
20min/zoa«Social Media hat einen grossen Suchtfaktor – besonders bei Jugendlichen unter 16 Jahren. Doch statt Tiktok und Instagram komplett zu verbieten, sollten sie lernen, verantwortungsvoll damit umzugehen. Ein Ansatz wäre die Möglichkeit, die Bildschirmzeit individuell einzustellen. Dadurch könnten Kinder und Jugendliche sich selbst regulieren und lernen, bewusster mit der Zeit umzugehen, die sie am Smartphone verbringen. Die praktische Umsetzung ist sicherlich schwierig, aber es wäre ein Schritt in die richtige Richtung.»
Juliane (18)

Juliane (18) appelliert an die Ausweitung der Medienkompetent bei Jugendlichen.
20min/zoa«Social Media hat mir in jungen Jahren ermöglicht, viel über andere Kulturen und Menschen zu lernen. Aber es gibt auch eine Kehrseite: Fake News und manipulative Inhalte, die man oft nicht sofort erkennt. Gerade als Kind oder Jugendlicher fehlt einem häufig die Medienkompetenz, um kritisch zu hinterfragen. Man ist viel leichter beeinflussbar. Ein komplettes Verbot halte ich aber für schwierig – stattdessen sollten wir ihnen früh beibringen, wie sie mit digitalen Medien bewusst und reflektiert umgehen können.»
Baptiste (18)

«Ein Verbot von Social Media ist wohl kaum umsetzbar», sagt Baptiste.
20min/zoa«Ein Verbot von Social Media ist wohl kaum umsetzbar. Aber man könnte beispielsweise an Schulen verstärkt aufklären und Kinder und Jugendliche sensibilisieren, wie sie mit Social Media gesund umgehen können. Auch wir haben früher viel Zeit auf Social Media verbracht – aber bei den jetzt unter 16-Jährigen hat die Nutzung ein sehr ungesundes Ausmass angenommen.»
Elena (16)

Ohne Tiktok und Co. hätte sie vermutlich mehr Zeit gehabt, einfach Kind zu sein, sagt Elena.
20min/zoa«Ein Verbot wäre zwar sinnvoll – aber auch übertrieben. Stattdessen wäre es besser, klare Einschränkungen einzuführen, wie beispielsweise eine festgelegte Bildschirmzeit vor 16 Jahren. Eine solche Regelung hätte in meiner eigenen Jugend vermutlich einiges verändert. Ohne Tiktok und Co. hätte ich vermutlich mehr Zeit gehabt, einfach Kind zu sein. Durch Social Media bin ich schneller reif geworden.»
Giuseppe (20)

Giuseppe fordert, dass die Eltern mehr zur Verantwortung gezogen werden.
20min/zoa«Ich denke, das eigentliche Problem liegt nicht bei den Kindern selbst, sondern bei den Eltern. Viele geben ihren Kindern viel zu früh ein Smartphone in die Hand und lassen sie stundenlang damit spielen. Ich kenne das selbst: Auf Plattformen wie Tiktok merkt man schnell, wie die Geduld abnimmt und wie früh eine gewisse Sucht entstehen kann. Hier sind die Eltern gefragt: Sie sollten ihren Kindern einen bewussten und kontrollierten Umgang mit digitalen Medien beibringen.»
Wie stehst du zu einem Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren?
Mirabella (16)

Mirabella fände ein Social-Media-Verbot bis 14 ideal.
20min/zoa«Das Internet und Social Media bietet viele Möglichkeiten, Wissen zu erweitern und sich mit der Welt zu vernetzen. Ein Verbot bis 16 Jahre finde ich übertrieben, bis 14 oder 15 Jahre wären ideal. Für Kinder ist Social Media schwer einzuschätzen: Fake News und manipulative Inhalte können sie beeinflussen, bevor sie gelernt haben, Informationen kritisch zu hinterfragen. Ich bin überzeugt, hätte ich selbst in jungen Jahren weniger Zeit auf Social Media verbracht, wüsste ich heute weniger über die Welt.»
Mio (17)

Mio (17) findet, dass Social Media viele Nachteile mit sich bringt.
20min/zoa«Ich finde, dass Social Media viele Nachteile mit sich bringt. Plattformen sind voll von Fake News, problematischen Inhalten und fragwürdigen Teenager-Influencern. Das ist für junge Menschen nicht gesund und kann falsche Werte vermitteln. Beispielsweise könnte man den Zugang nur mit einer Altersbestätigung, etwa über einen Pass, einführen.»
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