Norwegischer Steuerflüchtling spart in der Schweiz 2700 Franken täglich

Publiziert

«Alles viel besser hier»Norwegischer Steuerflüchtling spart in der Schweiz 2700 Franken pro Tag

Kjartan Aas (62) «flüchtete» als einer der ersten norwegischen Millionäre in die Schweiz. Nun spart er in seiner Luxuswohnung in Andermatt täglich 2700 Franken Steuern und findet in der Schweiz «alles besser» als daheim. 

20min/Janina Schenker

Darum gehts

  • Wegen der hohen Vermögenssteuer ziehen immer mehr reiche Norweger in die Schweiz. 

  • Kjartan Aas lebt seit Dezember 2021 in einer 2,5 Millionen Franken teuren Luxuswohnung in Andermatt.

  • Der Immobilienmillionär spart dadurch täglich 2700 Franken Steuern.

  • Das Leben in der Schweiz gefällt dem 62-Jährigen so gut, dass er hier bleibt – selbst wenn Norwegen die Vermögenssteuern senkt.

Er gehört zu den 400 reichsten Norwegern und hat laut der Zeitschrift «Kapital» ein Vermögen von rund 180 Millionen Franken: der Immobilien-Händler Kjartan Aas. Vor eineinhalb Jahren zog der Norweger in die Schweiz, da die Vermögenssteuern höher als die Einnahmen seiner Firma gewesen seien. Mit dieser vermietet er in Norwegen Wohnungen und Bürokomplexe.

«In der Schweiz ist alles besser als in Norwegen»

Aas ist begeistert von der Schweiz. «Die Distanzen sind kurz, es gibt die wohl besten Mountainbike-Routen der Welt, die Behörden sind sehr freundlich und die Langlaufwege sind auch gut, fast so gut wie diejenigen in Norwegen», schwärmt der 62-Jährige, als ihn 20 Minuten in seiner 2,5 Millionen Franken teuren Luxuswohnung in Andermatt UR besucht.

20min/Janina Schenker

Als Aas Norwegen verliess, habe es zahlreiche kritische Artikel gegeben. «Viele Leute fanden es sehr schlecht von mir, dass ich wegrannte, nachdem ich in meiner Heimat viel Geld erwirtschaftete.» Als immer mehr reiche Norweger auswanderten, hätten die Leute mehr Verständnis gehabt. «Durch meinen Umzug in die Schweiz spare ich täglich mindestens 2700 Franken Steuern», so Aas.

Auch seine Kinder mögen Andermatt

Obschon Zug als Steuerparadies gilt, wählte der vierfache norwegische Mountainbike-Meister bewusst Andermatt als Wohnort. «Die Steuersätze habe ich in der Schweiz nie verglichen. Ich wollte an einen Ort ziehen, wo mich meine Freunde immer wieder besuchen kommen.»

Andermatt gelte als guter Bike- und Skiort. «Tatsächlich bin ich nun selten alleine und bekomme ständig Besuch», erzählt der 62-Jährige. Sein Sohn Matthias (27) etwa kann hier als Langläufer auch im Sommer trainieren.

Matthias (27) trainiert im Sommer in Andermatt UR mit sogenannten Rollerskis.

Matthias (27) trainiert im Sommer in Andermatt UR mit sogenannten Rollerskis. 

privat

«Habe schon eine zweite Wohnung für 5 Millionen Franken gekauft»

Ein Opfer muss der Multimillionär dennoch bringen: Damit die Steuerbefreiung rechtskräftig ist, darf er während der ersten drei Jahre nach der Auswanderung maximal 61 Tage jährlich in Norwegen verbringen. «Das ist zu wenig», findet Aas. Optimal wären für ihn 90 Tage, um den Sommer mit der Familie zu geniessen.  

Was hältst du von reichen Norwegern, die in die Schweiz ziehen?


Nach drei Jahren könnte Aas theoretisch zurück nach Norwegen ziehen. Doch das kommt für ihn nicht infrage: «Mir gefällt es in der Schweiz so gut, dass ich hier bleiben werde. Ich habe schon eine zweite Wohnung für fünf Millionen Franken gekauft, in die ich im Herbst 2024 einziehen kann», so der Immobilienmillionär lachend.  

Das Leben wird er auch in der neuen Bleibe geniessen. Pro Tag arbeite er rund 30 Minuten, sagt er. Daneben sei er viel auf dem Bike unterwegs oder geniesst ein gutes Fondue. Dazu erhält Kjartan Aas auch eine Rente aus Norwegen. «Nicht dass ich sie bräuchte, aber ich bekomme sie einfach», lacht er.

Keine News mehr verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

Deine Meinung zählt

24 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen