CS-Aus«Jetzt noch Boni zu verlangen, ist unverschämt»
Die Credit Suisse wird für drei Milliarden Franken von der UBS übernommen. Bei der 20-Minuten-Community sorgt diese Entscheidung für Kritik.
Darum gehts:
Die UBS hat am Sonntagabend dem Kauf der Credit Suisse zugestimmt. Sie bezahlt für die angeschlagene Bank rund drei Milliarden Franken.
Die Aktionäre der Krisenbank sollen demnach eine UBS-Aktie für 22,48 Credit-Suisse-Aktien erhalten.
Die Zentralbank der Schweiz kündigte an, die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS mit einer Liquiditätshilfe von bis zu 100 Milliarden Franken zu unterstützen.
In der Kommentarspalte hagelt es Vorwürfe, Häme und Kritik am System.
Die Krise der CS und die Übernahme durch die UBS hat in den vergangenen Tagen für Tausende von Kommentaren von der 20-Minuten-Community gesorgt. Die meisten Userinnen und User sind wütend: Wütend auf die Banken, wütend auf das System. So auch gd1: «Die Banken überspannen den Bogen massiv. Die Bevölkerung hat die Nase nun langsam voll. Die täglichen Bankgeschäfte werden ohne Rücksicht immer mehr digitalisiert. Es werden so gut wie keine Leistungen mehr am Schalter erbracht. Dafür steigen die Kosten den Kunden gegenüber immer weiter. Noch Fragen? Natürlich ziehen viele Kunden ihr Geld bei den Banken ab.»
Auch die Sorge vor der Zukunft ist bei vielen Leserinnen und Lesern gross. Nullaussage schreibt: «Vorher hatten wir zwei Grossbanken, die too big to fail waren. Jetzt haben wir eine Grossbank, die doppelt too big to fail ist. Ist jetzt also hoffen und bangen angesagt, dass die UBS für immer überlebt?» Eine ähnliche Befürchtung hat PrinzPilaw: «Und jetzt schaut zu, wie das in zehn Jahren wieder passiert … anderer Kopf, gleiche Schlange!»
Kritik an CEOs und Angestellten
In der Kommentarspalte findet sich auch viel Häme gegenüber den Angestellten der CS und Bankern im Allgemeinen. So fragt sich DerFussgänger: «Man sollte doch meinen, dass Banker Ahnung von Geld und Anlagen haben. Warum haben die also Angst vor der Zukunft? Haben die etwa keine Ersparnisse? Nichts investiert? Oder alles in CS-Aktien? Aber auch das wäre für Banker extrem peinlich.»
Leser Muirwoods entgegnet: «Dieses Bild, das hier viele von Bankern haben … Es sind nicht alle Mitarbeitenden Investmentbanker und tragen Millionen nach Hause. Das sind genau die, die den Schlamassel verursacht haben. Die Leidtragenden sind hier aber primär die Backoffice-, Schalter- oder Admin-Mitarbeitenden.»
Hoffnung für die Zukunft?
Ob der Deal die CS wirklich retten kann, darüber sind sich die Leserinnen und Leser uneins. Während manug1986 schreibt: «Jeder, der sein Geld dort lässt, egal, ob Investor oder Kunde, wird verlieren!» hat Leser Senator Hoffnung: «Jetzt noch Boni zu verlangen, ist unverschämt. Boni in CS-Aktien wären das einzig Richtige. Es ist an der Zeit, die Decharge nicht zu erteilen und die Verantwortlichen einzuklagen. Für die UBS ein riesen Effort, aber auch eine gute Chance.»
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